Golf-Glossar Golfspiel und Golfregeln
Klassischer Vierer
Beim klassischen Vierer (englisch Foursome) spielen zwei Partner als Team einen einzigen Ball und schlagen abwechselnd – vom Abschlag bis ins Loch. Er ist die Urform aller Vierer-Spielformen und wird im Lochspiel wie im Zählspiel gespielt, im Ryder Cup etwa in den Foursome-Runden.
So läuft der klassische Vierer ab
- Abwechselnd schlagen: Einer schlägt ab, der andere spielt den zweiten Schlag, dann wieder der erste – bis der Ball im Loch ist.
- Abwechselnd abschlagen: Ein Partner schlägt an allen ungeraden Löchern ab, der andere an allen geraden – egal, wer das Loch davor beendet hat.
- Strafschläge ändern die Reihenfolge nicht: Nach einem Ball im Aus spielt also der Partner den nächsten Schlag.
- Falsche Reihenfolge: Schlägt ein Partner, obwohl der andere an der Reihe war, bekommt das Team die Grundstrafe – im Zählspiel zwei Strafschläge, im Lochspiel den Verlust des Lochs. Im Zählspiel zählt der falsch gespielte Schlag nicht, das Team muss den Fehler korrigieren.
Sonderfälle: provisorischer Ball und Luftschlag
- Provisorischer Ball: Einen provisorischen Ball spielt der Partner, der als Nächster an der Reihe ist – also nicht derjenige, der den ersten Ball geschlagen hat.
- Luftschlag: Ein Luftschlag zählt als Schlag. Den nächsten Schlag macht deshalb der Partner.
- Beraten: Die Partner dürfen sich jederzeit gegenseitig beraten, etwa bei der Schlägerwahl oder beim Lesen des Grüns.
Vorgabe im klassischen Vierer
Das Team spielt mit einer gemeinsamen Vorgabe. Das World Handicap System empfiehlt dafür 50 Prozent der addierten Spielvorgaben beider Partner. Welcher Anteil gilt, legt die Ausschreibung fest – mehr dazu unter Playing Handicap.
Spielvorgaben 18 und 28 ergeben zusammen 46. Davon 50 Prozent: Das Team bekommt 23 Vorgabeschläge.
Ergebnisse aus Vierer-Wettspielen zählen nicht für das Handicap, weil zwei Spieler einen Ball spielen.
Klassischer Vierer, Greensome, Chapman: die Unterschiede
| Spielform | Wer schlägt ab? | Wie geht es weiter? |
| Klassischer Vierer | ein Partner, im Wechsel je Loch | abwechselnd mit einem Ball |
| Greensome (Vierer mit Auswahldrive) | beide | das Team wählt den besseren Abschlag, dann abwechselnd |
| Bloodsome | beide | die Gegner wählen den Abschlag, dann abwechselnd |
| Chapman-Vierer | beide | Bälle tauschen, dann einen Ball wählen und abwechselnd weiter |
| Vierball-Bestball | beide | jeder spielt seinen eigenen Ball, das bessere Ergebnis zählt |
Weitere Varianten findest Du unter Spielformen des Lochspiels und Spielformen des Zählspiels.
Häufige Fragen
Wer entscheidet, wer an welchem Loch abschlägt?
Das legt Ihr vor der Runde fest: Ein Partner übernimmt die ungeraden, der andere die geraden Löcher. Weil die Par-3-Löcher über den Platz verteilt sind, lohnt vorher ein Blick auf die Scorekarte – so landen die kurzen Löcher beim Partner mit den sichereren Eisen.
Wie wird im Lochspiel die Vorgabe verrechnet?
Beide Teams bekommen ihre Team-Vorgabe; das Team mit der höheren Vorgabe erhält die Differenz als Vorgabeschläge, verteilt nach der Lochvorgabe auf der Scorekarte.