Die wichtigsten Begriffe für Schläge beim Golf

Mike
Über den Autor
Mike spielt seit 2015 leidenschaftlich Golf und interessiert sich für neues Equipment und innovative Golfprodukte.

Wenn Du Dir schon mal eine kommentierte Golfübertragung angesehen hast, bist Du mit Sicherheit über ein paar Begriffe gestolpert, die wie selbstverständlich benutzt werden. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? In diesem Artikel geht es um die wichtigsten Bezeichnungen für Golfschläge.

Das Par

Das Par ist im Golf ein weitverbreiteter Begriff: »Wir spielen auf einem Par-72 Platz«, »Ich habe unter Par gespielt«, »Das ist ein Par-4-Loch«.

Um Leistungen auf unterschiedlichen Golfbahnen miteinander zu vergleichen, gibt es das »Par«. Es handelt sich dabei um einen Standardwert, der festlegt, wie viele Schläge ein guter Golfer (bzw. ein Profi-Golfer) benötigt, um eine Bahn zu beenden.

Daraus ergeben sich dann Par-3 (drei Schläge, um einzulochen), Par-4 (vier Schläge, um einzulochen) und Par-5 Löcher (fünf Schläge, um einzulochen) auf dem Golfplatz. Ein Golfer, der durchnittlich auf alle Bahnen Par spielt, hat ein Handicap von 0. Diesen bezeichnet man auch als Scratch-Golfer.

eingelocht mit fahne - Die wichtigsten Begriffe für Schläge beim Golf

Zählt man die einzelnen Par-Werte aller Löcher auf einem Golfplatz zusammen, kommt man in der Regel auf 72 (Par 72 Layout). Es gibt auch Plätze, die von diesem Standard abweichen.

Benötigt ein Golfer also auf einer Runde insgesamt 72 Schläge, so hat er den Platz »Par« gespielt, oder auch »Even-Par« genannt. Benötigt er z.B. drei Schläge mehr, so spielt er »3-über-Par«, oder bei weniger Schlägen, z.B. zwei Schlägen »2-unter-Par«.

Der Begriff »Par« an sich kommt dabei aus dem Lateinischen und bedeutet »Gleich«. Eine weit verbreitete Meinung ist auch, dass „PAR“ die Abkürzung für „Professional Average Rating/Result“ sei, also das durchschnittliche Ergebnis eines Profigolfers.

Ermittlung des Par-Wertes

Es wird immer davor ausgegangen, dass ein Spieler zwei Putts auf dem Grün benötigt, um einzulochen. Die Schläge bis aufs Grün richten sich nach der Länge der Golfbahn. Ist ein Loch kürzer als 200 Meter ist dies im Normalfall ein Par-3 Loch. Ist eine Bahn länger als 450 Meter, wird dies meist als Par-5 eingestuft. Alles dazwischen ergibt in der Regel ein Par-4.

Von Vögeln und dem Schwarzen Mann

Nachdem nun geklärt ist, was ein Par ist, stellt sich natürlich die Frage: »Und wenn ich mehr oder weniger Schläger auf einer Bahn benötige, wie nennt man dann das?«.

Hier kommen die Vögel ins Spiel. Spiele ich ein Loch so, dass ich einen Schlag weniger benötige, so nennt man dies einen Birdie, also ein »Vögelchen«. Sind es zwei Schläge weniger, ist das einEagle, also ein »Adler«. Bei drei Schlägen weniger, spricht man von einem Albatross oder im englischen / amerikanischen Sprachraum Double-Eagle. Sollte es gelingen, auf einem Par-5 mit dem ersten Schlag einzulochen, wäre dies ein Condor, »Triple-Eagle», oder »Double-Eagle«.

Die Herkunft des »Birdies» liegt wohl in dem umgangssprachlichen Wort »bird«, das im frühen 20. Jahrhundert so viel wie »ausgezeichnet« bedeutet hat. Hieraus leitet sich dann der Spruch »A bird of a shot« ab.

Benötigst Du mehr Schläge für ein Loch, bezeichnet man dieses als Bogey. Wie Einige vielleicht schon mal selbst erfahren mussten, gibt es hier nach oben keine Grenzen. Ein Schlag über Par ist ein »Bogey«, zwei ein »Double-Bogey« und drei Schläge über Par ein »Triple-Bogey«. Nach einem „Quadruple-Bogey“ (vier Schläge über Par) sind andere Bezeichnungen für einen Bogey eher unüblich.

Ob sich die Bezeichnung »Bogey« auf den »Bogeyman« bezieht, der Böses will, ist dabei nicht genau nachzuweisen … zumal bis um 1890 »Bogey« und »Par« synonym verwendet wurden. Um diese Zeit herum wurde dann auch das Par-System eingeführt.

 Schläge über und unter Par
4 Schläge besser Triple-Eagle, Double-Albatross, Condor
3 Schläge besser Double-Eagle, Albatross
2 Schläge besser Eagle
1 Schlag besser Birdie
+/-0 (Even) Par
1 Schlag schlechter Bogey
2 Schläge schlechter Double-Bogey
3 Schläge schlechter Triple-Bogey
4 Schläge schlechter Quadruple-Bogey

Direkt hierzu gesellen sich die Begriffe GIR (Green-In-Regulation) und FIR (Fairway-In-Regulation.

Das FIR gibt an, wie oft ein Golfer beim Abschlag den Ball sicher auf das Fairway befördert hat und den Ball nicht im Rough, ins Aus, oder einen Bunker geschlagen hat. Bei einem Par-3 entfällt dies, da man davon ausgeht, dass das Grün hier mit dem ersten Schlag erreicht wird.

 Fairways-In-Regulation und Drive-Längen
Tour Durchschnitt 63% 261 Meter
Scrach-Golfer 54% 238 Meter
Handicap 10 Golfer 50% 205 Meter
Handicap 20 Golfer 43% 174 Meter

Beim GIR wird gezählt, ob der Golfer es schafft, den Ball innerhalb der vorgegebenen Schläge auf das Grün zu befördern. Man geht immer davon aus, das ein Spieler auf dem Grün zwei Putts benötigt, um den Ball zu lochen. Um das GIR zu ermitteln werden diese beiden Schläge auf dem Grün vom Par des Loches abgezogen. Bei einem Par-5 ist das Grün also mit 3 Schlägen zu erreichen (Par 5 minus 2 Putts = 3 Schläge).

Je öfter man diese beiden Werte einhält, umso »sicherer« ist man in seinem Spiel.

  Green-In-Regulation
Tour Durchschnitt 62%
Scrach-Golfer 61%
Handicap 10 Golfer 39%
Handicap 20 Golfer 22%

Abseits des Fairways und Rund ums Grün

Landet ein Ball mit dem Annährungsschlag nicht auf dem Grün, und der Golfer schafft den Ball direkt in das Loch zu spielen, so ist dies einChip-In oder Pitch-in.

Wird der Ball von außerhalb auf das Grün gespielt und der nächste Schlag gelocht und schafft so noch das Par, spricht man von einem Up and Down. Der Ball wird »up» auf das Grün gespielt und »down« ins Loch befördert. Vor allem Profis beherrschen in der Regel das Up-and-Down-Spiel.

up and down - Die wichtigsten Begriffe für Schläge beim Golf

Spielt ein Golfer seinen Ball aus einem Grünbunker zu einem PAR, oder besser, so spricht man von einem Sand Save. Bei einem PAR nennt man dies auch Sandy Par, bei einem Birdie Sandy Birdie.

Liegt der Ball sehr dicht am Loch und man muss den Ball nur noch kurz antippen um ins Loch zu fallen, bezeichnet man dies als Tap-In.

Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist das sogenannte Scrambling.

Scrambling ist eine Statistik, die die Kurzspielleistung eines Golfers bewertet und berechnet. Die Statistik wurde eingeführt, um die Fähigkeit eines Golfers zu berechnen, ein Bogey zu vermeiden, nachdem er das Grün verfehlt hat.

Ein erfolgreiches Scramble erfordert, dass ein Golfer einen Chip oder Putt aus weniger als 50 Yards (~46 Meter) hat, was nur einen Putt oder weniger auf dem Grün erfordert.

Berechnung des Scamblingwertes

Erfolgreiche Scrambles (x100) werden durch die Anzahl der verpassten Grüns geteilt. Hat ein Golfer also z.B. 90 erfolgreiche Scrambles und 170 verpasste Grüns, so beträgt sein Scrambling-Score 53% (90x100/170)

Der durchschnittliche Scramblingwert auf der PGA Tour lag 2021 bei 58%.

Die Sammlung von Scrambling-Statistiken begann mit der PGA während der Golfsaison 1992. Obwohl diese Statistik ein fairer Hinweis auf das kurze Spiel eines Spielers ist, erkennt sie das Putten nicht an. Daher macht dies die Statistik erheblich unzuverlässig.

Um gut zu »Scrambeln« sollte der Golfer vor allem das Kurzspiel beherrschen. Vor allem Pitch, Chip und Bunkerschläge sind hierfür entscheidend.

Scrambling
  • Tour Durchschnitt 58%
  • Scratch-Golfer 52%
  • Handicap 10 Golfer 32%
  • Handicap 20 Golfer 21%

Eine weitere Besonderheit ist das Ass oder auch Hole-in-One. Hierbei locht ein Spieler seinen Abschlag direkt mit einem einzigen Schlag in das Loch ein. Die Chance hierfür ist allerdings bei Amateuren nicht sehr hoch, nur jeder 10.150ste Abschlag auf einem Par-3 war ein Hole-in-One. Bei den Profis gelingt dies mit „nur“ 2.500 Abschlägen viel häufiger.

Für ein Hole-In-One bekommt ein Profigolfer bei einem Turnier oftmals einen wertvollen Sonderpreis, wie zum Beispiel ein Auto.

Bei den Amateuren sieht es da hingegen meist schlechter aus: Spielen sie ein Hole-in-One ist bei einem Turnier in der Regel eine Runde für alle Teilnehmer fällig. Oft kann man sich hier aber auch mit einer edlen Spende für die Jugendarbeit des Clubs oder ähnliches aus der Affäre ziehen. Dafür wird man aber auch meist mit seinem Namen auf einer »Hole-In-One Tafel« im Clubhaus verewigt. Für den Fall der Fälle kann man sich aber auch versichern lassen.

Vom Abschlag in die Luft

Auch die Kurven, die ein Ball auf seinem Weg über den Golfplatz macht, haben natürlich wunderschöne Namen, wie das im Golfsport halt so üblich ist.

Der Slice ist ein (meist ungewollter) stark nach rechts abbiegender Ballflug, bei dem der Ball auch nicht im Ziel landet. Bei einem Fade startet der Ball leicht links und dreht dann nach rechts ab und landet gewollt auf fast gerader Linie zum Abschlag. Hook und Draw bilden hierzu die »Gegenstücke«, wenn der Ball nach links fliegt.

Startet der Ball bewusst flach, hat man einen Stinger produziert, der durch Tiger Woods geprägt wurde wurde. Der Ballflug ist bewusst so gewählt, da er meist bei starkem Wind nicht stark abgelenkt wird. Ist dies nicht ganz so gewollt und der Ball fliegt sehr flach über den Platz, dann spricht man von einem Dackeltöter (oder leicht »getoppten Ball» bzw. »Topp«).

Unliebsamer Damenbesuch und verunglückte Schläge

Es gibt auch noch eine Reihe interessanter Begrifflichkeiten, die sich um die Form oder das Ergebnis eines Schlages drehen.

Schafft es ein Golfer von einem Herrenabschlag nur bis zum Damenabschlag, so spricht man von einer Lady und es wird eine Runde für den Flight im Clubhaus fällig. Meist handelt es sich hierbei um einen stark »getoppten Ball«.

Lady 1 - Die wichtigsten Begriffe für Schläge beim Golf

Ein getoppter Schlag entsteht, wenn der Ball mit der Unterkannte des Schlägers getroffen wird. Hierbei startet der Ball nicht in die Luft, sondern startet – wenn überhaupt – sehr flach und hoppelt nur über den Platz, macht keine Länge und ist unkontrolliert.

Im Gegensatz dazu ist ein fetter Schlag ein Schlag, bei dem der Schläger zu früh den Boden trifft. Die Energie des Schlages geht verloren, man schlägt ein ungewollt großes Divot und der Ball fliegt nur sehr kurz.

Trifft man den Ball mit dem Schaft bzw. dem Hosel, also der Verbindung von Schaft zum Schlägerkopf entsteht in der Regel der sogenannte Shank oder Socket: Der Ball prallt unkontrolliert, meist nach rechts weg und bleibt sehr kurz. Dieser Schlag ist bei allen Golfern sehr gefürchtet. Sorgt aber bei Mitspielern oft zu Erheiterung und unqualifizierten Kommentaren.

FORE!
Immer daran denken, dass man bei allen unkontrollierten Schlägen nicht vergessen sollte, laut „FORE!“ zu rufen, um andere Spieler auf dem Platz nicht zu gefährden!

Hier noch ein paar Begriffe, die in keinem Regelbuch stehen, dafür aber scherzhaft oft Verwendung finden

  • 19. Loch: Das Clubhaus, in dem man nach 18 gespielten Löchern einkehrt.
  • Adidas: Drei Löcher in Folge ohne Stableford-Punkte. Auf der Scorekarte sind 3 Striche zu sehen, was an das Logo von Adidas erinnert.
  • Benzinger: Schlag, bei dem der Ball nur minimal nach vorne springt.
  • Giraffe: Abschlag mit sehr hoher Flugbahn, z.B. wenn der Ball zu hoch aufgeteet wurde.
  • Hacker: Golfer, der sehr häufig in den Boden schlägt.
  • Kartoffelacker: Schlecht gepflegter Golfplatz.
  • Krawatte oder Three-Sixty (360°): Putt, beim dem der Ball das Loch einmal umrundet, bevor er reinfällt.
  • Leder Wedge: Bezeichnung für den Golfschuh, wenn mit diesem regelwidrig der Ball bewegt wird, um ihn in eine bessere Lage zu positionieren.
  • Mulligan: in der Regel Straffreie Wiederholung eins Abschlags, der verpatzt wurde. Achtung: Nur auf nicht-regelkonformen Privatrunden möglich!!!
  • Maria-Stuart: Putt, der wenige Zentimeter vor dem Loch liegen bleibt.
  • Rabbit: Golf-Anfänger, der auf Grund mangelnder Zielgenauigkeit kreuz und quer über den Platz läuft.
  • Schneemann: Lochergebnis mit 8 Schlägen.
  • Schnitzel oder Badematte: Großes Divot.
  • Schotten-Lady: Sehr kurzer Abschlag, der auf dem Damen-Abschlag zum Liegen kommt.
  • Sedlmayr: Viel zu kurz gespielter Putt.
  • Spiegelei: Tief im Sand des Bunkers eingebohrter Ball.
  • Tiger: Fortgeschrittener Golfer.
  • Wadlbeißer: Verfehlter Putt aus kurzer Distanz.
  • Wicken: Abschlag, der im Gebüsch landet.
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