Golfspiel und Golfregeln

Handicap

Das Handicap – in Deutschland offiziell „DGV-Stammvorgabe“ – ermöglicht die Vergleichbarkeit der Spielergebnisse verschieden starker Spieler. Das individuelle Handicap eines Spielers sagt im Prinzip aus, wie viele Schläge er im Vergleich zu einem Professionellen Golfer, bzw. zu einem Amateurgolfer mit Handicap 0 normalerweise zusätzlich benötigt, um alle Bahnen eines 18-Loch-Golfplatzes regelkonform zu spielen.

Beispiel
beispiel-handicapAngenommen Spieler A mit Handicap -20 benötigt in einem Turnier insgesamt 95 Schläge, und Spieler B mit Handicap -10 beendet die Runde mit 87 Schlägen.

Bei Betrachtung der Ergebnisse ohne Anrechnung des Handicaps hat Spieler B mit nur 87 Schlägen (Bruttoergebnis) deutlich besser gespielt als Spieler A, der 8 Schläge mehr auf seiner Scorekarte verzeichnet hat.

Mit Anrechnung des Handicaps stellt sich das Ergebnis anders dar. Bei Spieler A werden von seinen 95 benötigten Schlägen sein Handicap -20 abgezogen, so dass er ein sogenanntes Nettoergebnis von 75 Schlägen erzielt hat. Dem Spieler B werden von seinem Ergebnis (Score) von 87 Schlägen sein Handicap -10 abgezogen, so dass er ein Nettoergebnis von 77 erzielt hat. Spieler A führt gegenüber Spieler B mit 2 Schlägen!

Handicap © Richard Seeney - Fotolia.com

Handicap © Richard Seeney – Fotolia.com

Wie kommt das Handicap erstmalig zustande?

Zunächst wird ein sogenannter „Platzreifekurs“ absolviert, der mit einem Theorie- und Praxistest abgeschlossen wird. Der Test dient dem Nachweis, dass ein ausreichendes Grundverständnis über die Golfregeln und das Verhalten auf dem Platz (Etikette) vorhanden ist, und dass der Spieler oder die Spielerin Golfschläge so ausführen kann, dass niemand gefährdet und der Platz nicht über Gebühr beschädigt wird.

Gleichzeitig wird die „Platzreife“ zugesprochen und die Berechtigung, an vorgabewirksamen Turnieren teilzunehmen. Zusammen mit der Spielberechtigung erhält der Spieler erstmalig ein Handicap, bzw. eine Clubvorgabe von -54. Eine generelle Spielberechtigung für alle Golfplätze in Deutschland, die den Regeln des DGV unterliegen, setzt meist eine DGV-Stammvorgabe von -36 oder besser voraus.

Das negative Vorzeichen wird bei der Nennung des Handicaps meist nicht genannt. Es gibt allerdings auch positive Handicap. Die besten Amateurspieler in Deutschland haben beispielsweise ein Handicap von +5.

Wie kann das Handicap verbessert werden?

Prinzipiell kann das Handicap (oberhalb -36 noch als Clubvorgabe bezeichnet) über die Teilnahme an vorgabewirksamen Turnieren oder über EDS-Runden (Extra Day Score) „herunter gespielt“ werden. Das setzt voraus, dass bei dem Turnier oder in der EDS-Runde weniger Schläge benötigt wurden als nach der Club-, bzw. Spielvorgabe zu erwarten gewesen wäre.

Beispiel

Ein Spieler oder eine Spielerin mit Spielvorgabe -45 erzielt in einem vorgabewirksamen 18-Loch-Turnier auf einem Golfkurs mit einem Course Rating (CR) von 71 ein Bruttoergebnis von 110 Schlägen. Gemäß Spielvorgabe -45 entspricht ein Bruttoergebnis von 71 (Platzparameter) plus 45 (Spielvorgabe) = 116 der Spielvorgabe. Der oder die Spielerin hat sich mit nur 110 Schlägen um 6 Schläge verbessert und hat damit die Clubvorgabe von -45 auf (-45 + 6 =) -39 verbessert.

Die obigen Zahlenspielchen dienen nur zur Verdeutlichung des Prinzips. In der Praxis brauchen die Turnierteilnehmer diese Berechnungen nicht anzustellen, weil normalerweise nach „Stableford“ gezählt wird und der oder die Spielerin auf ihrer individuellen Scorekarte für jedes der 18 Löcher eine bestimmte Vorgabe finden, nach denen sich die erzielten Nettopunkte errechnen lassen. Die Spieler, bzw. die Zähler in einem Turnier tragen auf der Scorekarte lediglich die tatsächliche Anzahl der benötigten Schläge für jede Bahn ein, den Rest erledigt die Turnierleitung aufgrund der eingetragenen Anzahl der Schläge.

Das sagt das Handicap über die Spielstärke eines Golfers aus

Die 54 ist das höchste Handicap, das im Golfsport vergeben wird. Hierunter ist zu verstehen, dass der Spieler seiner Spielstärke entsprechend nach einer absolvierten Runde im Durchschnitt 54 Schläge über dem Platzstandard liegen wird. Da ein Golfplatz 18 Löcher besitzt, bedeutet ein Handicap von 54, dass der Spieler im Durchschnitt jedes Loch in 3 über Par spielt. Bei einem Handicap von 36 spielt der Golfer jedes Loch mit Double Bogey, bei einem Handicap von 18 spielt der Golfer jedes Loch mit Bogey.

Überblick über die Vorgabenklassen im Golf

Der Deutsche Golf Verband (DGV) hat insgesamt sechs verschiedene Golfvorgabenklassen definiert, nach denen sich Spieler gemäß ihrer Spielstärke einteilen lassen:

 

Klasse I bis 4,4 Schläge über Par
Klasse II von 4,5 bis 11,4 Schläge über Par
Klasse III von 11,5 bis 18,4 Schläge über Par
Klasse IV von 18,5 bis 26,4 Schläge über Par
Klasse V von 26,5 bis 36,0 Schläge über Par
Klasse VI von 37 bis 54 Schläge über Par

 

Die besten Spieler befinden sich also in der Klasse I, die schwächsten Spieler in der Klasse VI, in welche sie direkt nach der Platzreife eingeteilt werden können. Wer sein Handicap verbessern möchte, der muss während eines vorgabewirksamen Turniers ein Ergebnis spielen, das unterhalb der Vorgabe liegt. Der Wert der Handicap-Verbesserung pro Schlag unter Vorgabe hängt dabei von der Klasse ab, in der sich der Spieler aktuell befindet. So verbessert jeder Schlag unter Vorgabe das Handicap in der Klasse VI sofort um einen ganzen Schlag, in der Klasse I nur noch um einen Zehntel Schlag.

Warum das Handicap im Golf so eine wichtige Rolle spielt

Das Handicap ist deutlich mehr als eine bloße Möglichkeit, die eigene Spielstärke einzuschätzen. So wird etwa bei einem Handicap-Spiel nach der Runde das eigene Handicap vom erzielten Ergebnis abgezogen, so dass ein Nettoergebnis erreicht wird, in das die unterschiedlichen Spielstärken miteinbezogen werden. Auf diese Weise gelingt es, das tatsächliche Ergebnis eines Spielers unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten und der daher zu erwartenden Spielstärke zu berechnen. Ebenfalls bedeutsam ist das Handicap dann, wenn es um das Spielen in einem fremden Club geht. Viele Clubs machen eine Vorgabe, welches Handicap ein Spieler vorweisen muss, um überhaupt auf dem Platz spielen zu dürfen. Je nach Durchschnittsniveau der Stammspieler in einem Club kann diese Vorgabe sehr niedrig sein, so dass Anfänger mit einem hohen Handicap noch nicht auf allen Plätzen spielen dürfen.

Von der DGV-Stammvorgabe zur DGV-Spielvorgabe

Golfkurse bieten je nach Gelände und angelegter Hindernisse unterschiedliche Schwierigkeiten für die Erzielung eines gleichen Scores. Um auch hier eine Vergleichbarkeit zu schaffen, wird jeder Golfplatz, der dem Deutschen Golf Verband (DGV) angeschlossen ist, über ein Course Rating (CR) und einen Slope bewertet.

Um aus dem Handicap (DGV-Stammvorgabe) eines Spielers für ein vorgabewirksames Turnier die individuelle Spielvorgabe zu berechnen, wird folgende Formel angewandt:

Spielvorgabe = (Stammvorgabe x Slope / 113) – CR + PAR

Was ist unter dem Begriff Slope zu verstehen?

Das Course Rating gibt an, in wie vielen Schlägen ein durchschnittlicher Spieler mit Handicap 0 (Scratch-Golfer) einen Platz voraussichtlich spielen wird. Hiervon zu unterscheiden ist das Slope-Rating, bei welchem der Schwierigkeitsgrad des Platzes nicht für Scratch-, sondern für Bogey-Golfer angegeben wird: Hierbei handelt es sich um Spieler, die in der Regel eine Runde mit 18 über Par beenden.


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