Par 5 klug spielen: So meisterst Du ein schwieriges Loch

Marcus Bruns

Marcus Bruns

Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

Der Abschlag ist erhöht, das Fairway schmal, rechts lauert die Penalty Area – und dann kommt Dir auch noch der Wind ins Gesicht. Ein Par 5 mit knapp 500 Metern, das auf der Scorekarte harmlos aussieht, kann Dich schnell zur Verzweiflung bringen.

Genau so ging es mir kürzlich auf Loch 15 vom Schlosskurs am Fliesensee. Handicap 18 steht auf der Scorekarte – doch dieses Loch ist deutlich schwerer, als diese Zahl vermuten lässt. Ich zeige Dir, wie Du solche Löcher mit Köpfchen angehst und warum kluge Taktik oft wichtiger ist als reine Länge.

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Die Gefahr erkennen und richtig ausrichten

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Mehr Informationen

Bevor Du den Schläger ziehst, schau Dir das Loch genau an. Wo lauert die Gefahr? Bei mir war es klar: Rechts liegt die Penalty Area, dahinter geht es sogar ins Aus. Genau dorthin zeigen aber die Abschlagklötze. Ein typischer Trick vieler Golfplätze – und eine gemeine Falle für Anfänger.

Die goldene Regel lautet: Ziele weg von der Gefahr! Prüfe Deine Ausrichtung immer mit dem Schläger, indem Du ihn hinter dem Ball ablegst. Dann kontrollierst Du, wohin die Schlagfläche wirklich zeigt. Oft merkst Du erst dabei, dass Du viel zu weit in die falsche Richtung stehst.

Wind und Höhenunterschied einkalkulieren

Auf meinem Abschlag hatte ich gleich mehrere Faktoren gegen mich:

  • Gegenwind, der den Ball zusätzlich abbremst
  • Ein erhöhter Abschlag, wodurch der Ball früher aufkommt
  • Kühle Temperaturen von rund 10 Grad, die Weite kosten

Diese Faktoren solltest Du immer gemeinsam bewerten. Bei Gegenwind und Kälte fliegt Dein Ball deutlich kürzer. Deshalb lieber einen Schläger mehr nehmen und ruhig durchschwingen, statt zu forcieren. Konsequent sein durch den Wind – das ist die Devise.

Nach dem Fehlschlag: Routine bewahren

Mein erster Drive landete in der Penalty Area. Frustrierend? Klar. Aber genau jetzt kommt das Wichtigste: Bleib bei Deiner Routine. Auch beim zweiten Ball habe ich exakt dieselben Schritte durchgezogen – und der Ball flog perfekt aufs Fairway.

Häufiger Fehler nach schlechten Schlägen

Viele Golfer werfen nach einem Fehlschlag ihre Routine über Bord. Sie hetzen, ändern das Set-up oder greifen den Schläger anders. Das macht es meistens nur schlimmer.

Vertraue Deinem Ablauf – gerade dann, wenn es nicht läuft.

Vorlegen statt Risiko: Die kluge zweite Wahl

Nach dem Abschlag lag ich bei 230 Meter Distanz zum Grün. Bergab, gegen den Wind, mit engen Penalty Areas links und rechts. Was tun? Ganz klar: vorlegen!

Bei einem Par 5 musst Du nicht in zwei Schlägen aufs Grün. Überlege stattdessen, welche Distanz Dir am besten liegt. Für mich waren das rund 110 Meter – meine Lieblingsdistanz für einen Angriff aufs Grün.

So planst Du Dein Par 5 richtig
  1. Bestimme Deine Lieblingsdistanz für den Angriff aufs Grün
  2. Rechne rückwärts vom Grün zurück zum Abschlag
  3. Wähle den Schläger für den zweiten Schlag so, dass Du genau auf dieser Distanz landest
  4. Berücksichtige Wind, Fahnenposition und Hindernisse

Der Angriff aufs Grün mit Köpfchen

Beim dritten Schlag hatte ich 115 Meter vor mir. Normalerweise wäre das mein Gap Wedge (50°). Doch wegen der Kälte und des Windes habe ich einen Schläger mehr genommen: das Pitching Wedge (44°). Bei kühlem Wetter bist Du weniger beweglich und schlägst automatisch kürzer.

Achte außerdem auf die Fahnenposition. Steht die Fahne rechts, spielst Du nicht direkt darauf, sondern etwas Richtung Grünmitte. Dadurch hast Du mehr Sicherheit und vermeidest teure Fehler in Bunker oder Penalty Area.

Auf dem Grün: Pitchmarke und Routine

Sobald Du das Grün betrittst, ist Deine erste Aufgabe klar: Pitchmarke ausbessern. Danach markierst Du Deinen Ball, säuberst ihn und richtest den Strich auf dem Ball in Deine Ziellinie aus.

Für die Länge nutze ich eine kurze Fühlroutine: einmal neben dem Ball, bei langen Putts zusätzlich in der Mitte und einmal am Loch. Das dauert nur wenige Sekunden und gibt Dir echte Sicherheit für den Putt.

Wie spielst Du solche Par-5-Löcher mit vielen Hindernissen? Legst Du eher vor oder greifst Du an? Schreib mir Deine Strategie in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!

Text: CSP

Marcus Bruns

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Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

Kommentare

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2 Kommentare
Eat

Mit meinem Handicap mache ich Doppel-Bogey ohne Strafschlag 😉

Gute Tipps, danke! Ein Blick auf die Bahntafel wäre noch hilfreich gewesen.