Golf-Glossar Golfspiel und Golfregeln

Playing Handicap (PHCP)

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ChristopheChristophe

Das Playing Handicap (kurz PHCP) ist die Zahl der Vorgabeschläge, mit der Du in einem bestimmten Wettspiel tatsächlich spielst. Es entsteht aus Deiner Spielvorgabe (Course Handicap) für diesen Platz und Abschlag, multipliziert mit dem Handicap-Anteil, den die Spielform vorsieht. Auf vielen Scorekarten steht es als „PHCP“ neben der Spielvorgabe.

Vom Handicap-Index zum Playing Handicap

  1. Handicap-Index: Deine Spielstärke, unabhängig vom Platz.
  2. Spielvorgabe (Course Handicap): der Index, umgerechnet auf Platz und Abschlag – Handicap-Index × (Slope ÷ 113) + (Course Rating − Par).
  3. Playing Handicap: die ungerundete Spielvorgabe mal dem Handicap-Anteil der Spielform, erst danach auf eine ganze Zahl gerundet.

Playing Handicap = Spielvorgabe × Handicap-Anteil der Spielform

Beispiel

Handicap-Index 26,4 ergibt auf einem Platz mit Slope 120, Course Rating 71,5 und Par 72 eine Spielvorgabe von 27,5 – gerundet 28.

Im Einzel-Zählspiel gilt in Deutschland der volle Anteil (100 Prozent): Dein Playing Handicap ist 28. Im Vierball-Bestball mit 90 Prozent: 27,5 × 0,9 = 24,8 – Dein Playing Handicap ist 25.

Handicap-Anteile je Spielform

Spielform Empfohlener Anteil (Handicap-Regeln, Deutschland)
Einzel-Zählspiel und Einzel-Stableford 100 %
Einzel-Lochspiel 100 %
Vierball-Bestball, Zählspiel oder Stableford 90 %
Vierball-Bestball, Lochspiel 90 %
Klassischer Vierer 50 % der addierten Spielvorgaben
Greensome (Vierer mit Auswahldrive) 60 % der niedrigeren + 40 % der höheren Spielvorgabe
Chapman-Vierer 60 % der niedrigeren + 40 % der höheren Spielvorgabe
Scramble mit vier Spielern 25 / 20 / 15 / 10 % (vom niedrigsten zum höchsten)
Scramble mit drei Spielern 30 / 20 / 10 % (vom niedrigsten zum höchsten)
Scramble mit zwei Spielern 35 % der niedrigeren + 15 % der höheren

Das sind die Empfehlungen der Handicap-Regeln des World Handicap Systems in der deutschen Fassung, so sind sie in der Clubsoftware voreingestellt. International empfiehlt das WHS im Einzel-Zählspiel 95 und im Vierball-Zählspiel 85 Prozent. Welcher Anteil in Deinem Turnier gilt, legt die Spielleitung in der Ausschreibung fest – manche Clubs rechnen etwa beim Texas Scramble mit eigenen Formeln.

Im Lochspiel spielt der Spieler mit dem niedrigsten Playing Handicap ohne Vorgabeschläge, die anderen bekommen die Differenz – verteilt nach der Lochvorgabe auf der Scorekarte.

Warum nicht immer 100 Prozent?

Im Einzel spielst Du in Deutschland in der Regel mit Deiner vollen Spielvorgabe. Anteile braucht es vor allem in Team-Spielformen: Im Vierball-Bestball zählt an jedem Loch das bessere von zwei Ergebnissen – mit voller Vorgabe wäre das Team im Vorteil. Beim Vierer, Greensome oder Scramble spielen mehrere Spieler einen Ball, die Teamvorgabe setzt sich deshalb aus Anteilen ihrer Spielvorgaben zusammen. Die internationale Empfehlung von 95 Prozent im Einzel-Zählspiel hat einen anderen Grund: In großen Feldern würden sonst überdurchschnittlich oft Spieler mit hohem Handicap gewinnen, weil ihre Ergebnisse stärker schwanken. Im Lochspiel Mann gegen Mann (oder Frau) gibt es diesen Effekt nicht, dort gilt die volle Differenz.

Playing Handicap, Netto und Handicap-Berechnung

  • Dein Nettoergebnis im Turnier ist Dein Bruttoergebnis minus Playing Handicap.
  • Für die Berechnung Deines Handicaps spielt das Playing Handicap keine Rolle: Das Score Differential rechnet mit der vollen Spielvorgabe – auch wenn im Turnier nur ein Anteil davon galt.