Golf-Glossar Golfspiel und Golfregeln

Handicap

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ChristopheChristophe

Das Handicap (auch Handicap-Index oder umgangssprachlich »Vorgabe«) beschreibt die Spielstärke eines Amateurgolfers. Mit ihm lassen sich die Ergebnisse verschieden starker Spieler vergleichen. Profigolfer haben kein Handicap – sie spielen ohne Vorgabe.

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Was bedeutet die Handicap-Zahl?

Vereinfacht drückt das Handicap die Anzahl der Schläge aus, die Du auf einer 18-Loch-Runde »Vorsprung« bekommst – bezogen auf einen Spieler mit Handicap 0 (»Scratch-Golfer«), der eine Runde im Schnitt in Par spielt (auf einem Par-72-Platz also 72 Schläge).

Nach bestandener Platzreife startest Du mit Handicap 54 – dem höchsten Wert. Je niedriger die Zahl, desto besser. Ein Handicap kann auch im Plusbereich liegen (»Plus-Handicapper«): Ein Golfer mit +1 braucht im Schnitt einen Schlag weniger als die Platzvorgabe.

  • Handicap 54 → rund 3 Schläge über Par pro Loch
  • Handicap 36 → rund 2 Schläge über Par pro Loch
  • Handicap 18 → rund 1 Schlag über Par pro Loch
  • Handicap 0 → jede Bahn im Schnitt Par

Handicap-Tabelle

Wie viele Vorgabeschläge ein Handicap auf einer 18-Loch-Runde grob bedeutet:

Handicap Schläge über Par (18 Loch) Niveau
+3 bis 0 0 oder besser Turnier-/Spitzenamateur
1 – 9 1 – 9 sehr gut (»Single Handicap«)
10 – 18 10 – 18 fortgeschritten
19 – 26 19 – 26 Klubgolfer
27 – 36 27 – 36 Fortschreitende
37 – 54 37 – 54 Anfänger (nach Platzreife)

Die auf einen konkreten Platz umgerechnete Zahl der Vorgabeschläge heißt Spielvorgabe. Wie viele davon im Turnier gelten, zeigt das Playing Handicap: im Einzel meist alle, in Team-Spielformen nur ein Anteil.

Was ist ein gutes Handicap?

Ein einstelliges Handicap (»Single Handicap«) gilt als sehr gut – das erreichen nur wenige Klubgolfer. Der Schnitt der aktiven deutschen Klubgolfer liegt grob im Bereich Handicap 20–30. Für Einsteiger ist der Sprung von 54 auf unter 36 das erste realistische Ziel: Ab dann gibt es die Zahl mit einer Nachkommastelle.

Wie wird das Handicap berechnet?

Seit 2021 gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz das weltweit einheitliche World Handicap System. Der Handicap-Index folgt dann aus dem Durchschnitt der besten 8 von 20 zuletzt gespielten, handicap-relevanten Runden – eine schlechte Runde zieht ihn also nicht sofort nach oben.

Die vollständige Formel mit Score Differential, Course Rating und Slope steht auf der Seite Handicap berechnen: das World Handicap System.

Handicap nach einer längeren Golf-Pause

Innerhalb von vier Jahren kann das Handicap über den letzten Ausweis einfach weitergeführt werden. Danach ist eine erneute Ermittlung der Spielstärke nötig (vorgabenwirksames Turnier oder RPR-Runde) – eine neue Platzreife aber nicht. Das gilt auch für Golfer aus Österreich und der Schweiz.

Vorgabenklassen (altes System, bis 2020)

Bis zur Einführung des World Handicap Systems teilte der DGV die Spieler in sechs Vorgabenklassen ein. Unter dem WHS gibt es keine Vorgabenklassen mehr – der Vollständigkeit halber:

Klasse Spielstärke (bis 2020)
Klasse I bis 4,4
Klasse II 4,5 – 11,4
Klasse III 11,5 – 18,4
Klasse IV 18,5 – 26,4
Klasse V 26,5 – 36,0
Klasse VI 37 – 54 (Clubvorgabe)