Grundlagen

Bunker – Technik, Golfregeln und alles Wissenswerte über den Bunkerschlag

· 8 Min. Lesezeit · 6 Kapitel · 2 Kommentare

ChristopheChristophe

Ein Bunker ist eine mit Sand gefüllte Fläche auf dem Golfplatz, die als Hindernis dient. Je nach Platzierung des Bunkers wird zwischen Grünbunkern und Fairwaybunkern unterschieden. Grünbunker »verteidigen« das Grün. Fairway-Bunker befinden sich auf dem Fairway und erschweren beim Abschlag das Treffen ebensolcher.

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Alles, was Du beim Golf über Bunker wissen solltest, findest Du in diesem Artikel:

Der Schlag aus dem Grünbunker

Der Bunkerschlag wird von vielen Spielern gefürchtet. Das liegt häufig daran, dass die Übung fehlt bzw. bereits Fehler im Setup gemacht werden. Es gibt verschiedene Techniken, den Bunkerschlag zu spielen. Golflehrer und PGA Professional Marcus Bruns empfiehlt für den Standardschlag aus dem Grünbunker folgende Punkte:

Ansprechposition und Setup

  • Ballposition unter der vorderen Brustpartie.
  • Etwas breiterer Stand, um die Stabilität zu verbessern.
  • Etwas schwächerer Griff.
  • Griffende im Ansprechen über dem Ball.
  • 60 bis 70% des Gewichts auf das vordere Bein.

Schwungtechnik

  • Schlagfläche zuerst etwas öffnen, um den Bounce zu nutzen und mehr Höhe zu generieren – dann greifen.
  • Breiter und etwas tiefer stehen
  • Wenig Unterkörperrotation.
  • Aber immer durch den Ball beschleunigen.

Körperbewegung

  • Wenig Unterkörperrotation im Aufschwung.
  • Gewicht eher links - auch in der Bewegung.
  • Schulterrotation um Energie aufzubauen.

Mehr zur Technik im Bunker

Hier gibt es weitere Videos und Tipps, wie Du den Ball aus den Bunker spielst. Baue die Übungen regelmäßig in Dein Training ein. Deine Bunkerschläge werden nur besser, wenn Du sie vorher übst. Nur dann gehst Du mit Selbstvertrauen an den Schlag!

Podcast-Folgen zum Bunkerschlag

In unserem Golf-Podcast haben wir schon in mehreren Folgen über Bunkerschläge gesprochen. Hier kannst Du Dir die entsprechenden Folgen anhören.

Die richtige Technik aus dem Fairwaybunker

Beim Schlag aus dem Fairwaybunker ist der Gedanke hilfreich, erst den Ball und dann den Boden treffen zu wollen. Dementsprechend sollte sich der Ball nicht mittig, sondern einen Tick weiter hinten im Stand liegen. Greife außerdem den Schläger etwas kürzer und wähle einen Schläger mehr als normal. Wenn Du für die gewünschte Distanz mit einem Eisen 8 schlagen würdest, solltest Du für den Fairwaybunkerschlag also ein Eisen 7 nehmen. Bei der Schlägerwahl solltest Du auch auf die Höhe der Bunkerkante achten. Wähle einen Schläger, mit dem der Abflugwinkel hoch genug ist, um über die Bunkerkante zu spielen.

So gelingt der Schlag aus dem Fairwaybunker
  • Erst den Ball, dann den Boden treffen (am besten einen Punkt hinter dem Ball fixieren)
  • Ballposition einen Tick weiter hinten im Stand
  • Schläger kürzer greifen
  • Ein Eisen mehr nehmen

Wichtige Golfregeln im Bunker

Im Bunker gibt es eine Vielzahl von Besonderheiten zu beachten. Doch zunächst stellt sich die Frage, ab wann ein Ball eigentlich im Bunker liegt. Regel 12.1 besagt folgendes:

Wann liegt ein Ball im Bunker?
Ein Ball liegt dann im Bunker, wenn der Ball zum Teil den Boden des Bunkers berührt oder innerhalb der Grenzen des Bunkers liegt.

Je nach Pflegezustand des Golfplatzes kann es vorkommen, dass die Bunkerkante ausgefranst ist. Hierbei gilt zu beachten:

Ein Ball ist auch dann im Bunker, wenn...
  • ... an der Stelle normalerweise Sand liegen würde und dieser bspw. durch Wind oder Wasser weggespült wurde.
  • ... auf Grund von losen hinderlichen Naturstoff, einem beweglichen Hemmnis oder ungewöhnlichen Platzverhältnissen den Sand im Bunker nicht berührt, sonst aber berühren würde. Zum Beispiel: Der Ball liegt auf einem Rechen, der im Bunker liegt.

Bewegliche Hemmnisse (zum Beispiel ein Rechen) und lose hinderliche Naturstoffe (zum Beispiel ein Blatt oder ein Stein) dürfen aus dem Bunker entfernt werden. Dabei darf aber nicht der Ball bewegt oder der Sand geprüft werden.

Einen Strafschlag gibt es für:
  • Das Berühren des Sandes mit dem Schläger ist verboten (sowohl beim Ansprechen des Balles, beim Rückschwung als auch beim Probeschwung).
  • Das absichtliche Berühren des Sandes mit der Hand oder einem Gegenstand, um die Beschaffenheit des Sandes zu prüfen.

Unspielbarer Ball im Bunker

Dein Ball liegt so nah an der Bunkerkante, dass Du Dir den Schlag nicht zutraust? Du kannst Deinen Ball im Bunker für jederzeit für unspielbar erklären und in innerhalb (+1 Strafschlag) oder auch außerhalb des Bunkers (+2 Strafschläge) droppen lassen.

Unspielbarer Ball im Bunker

Fragen zu den Golfregeln

In unserem Golfforum kannst Du kostenlos Fragen zu den Golfregeln stellen. Folgende Fragen und Antworten zum Bunker wurden bereits gestellt:

Frage im Forum stellen

Etikette und das richtige Verhalten im Bunker

Vor dem Schlag im Bunker ist zu beachten, dass Du den Sand nicht berühren darfst, um die Beschaffenheit zu prüfen. Auch darfst Du nicht die Balllage verändern. Mit dem Schläger darfst Du weder vor dem Schlag, noch beim beim Ausholen den Sand berühren.

Du darfst aber:

  • Die Füße in den Sand eingraben, um den Stand für einen Übungsschwung oder den Schlag einzunehmen.
  • Den Bunker zum Zweck der Platzpflege einebnen.
  • Schläger, Ausrüstung oder andere Gegenstände in den Bunker legen (sogar das Hinwerfen ist erlaubt).
  • Auf einen Schläger zu stützen, um sich auszuruhen, das Gleichgewicht zu halten oder einen Sturz zu vermeiden.
  • Aus Enttäuschung oder Ärger in den Sand schlagen.

Nur, weil es für ein bestimmtes Verhalten keine Strafschläge kassiert, sind folgende Punkte jedoch No-Gos:

Bitte vermeiden!
  • Golftasche in den Bunker stellen.
  • Bunker nach dem Schlag nicht harken.
  • Zwischen Bunkerkante und Grünrand mit dem Trolley entlang gehen.

Übrigens: Bei der Frage, wohin die Harke hingelegt werden sollte, gehen die Meinungen auseinander. Greenkeeper freuen sich, wenn die Harke im Bunker liegt, weil dadurch die Platzpflege beschleunigt wird. Auf der anderen Seite kann eine am Bunkerrand liegende Harke den Ball stoppen.

Schwierige Lagen im Bunker meistern

Das Meistern der schwierigen Lagen erfordert Übung. Es gilt also vor dem entsprechenden Schlag das Risiko abzuwägen: Den Ball für unspielbar zu erklären und ihn mit einem Strafschlag im bzw. mit zwei Strafschlägen außerhalb des Bunkers zu droppen, ist hierbei stets eine Alternative. Für die jeweiligen Lagen, empfiehlt Golflehrer Marcus Bruns folgende Punkte.

Harter Sand

Wenn es geregnet hat und der Bunkersand nass und hart ist, sollte das Wedge eher über den Sand geleiten. Hierfür empfiehlt sich ein Schläger mit wenig Bounce wie das Lob Wedge.

Bunkerschlag bei hartem Stand
  • Wähle einen Schläger mit wenig Bounce, wie zum Beispiel das Lob-Wedge
  • Nicht die Schlagfläche öffnen, sondern normal ansetzen
  • Ball mittig im Stand

Eingebohrter Ball / Spiegelei

Wenn der Ball tief eingebohrt im Bunkersand liegt, wird dies als »Spiegelei« bezeichnet. In dieser Situationen ist es wenig sinnvoll, den Ball auf einem Sandpolster rauszuspielen. Vielmehr hilft es, in dieser Lage direkt den Ball zu treffen.

Technik beim Spiegelei
  • Versuche, den Ball direkt zu treffen
  • Greife den Schläger etwas kürzer
  • Nicht die Schlagfläche öffnen, sondern normal ansetzen
  • Ball einen Tick weiter hinten im Stand
  • Aufrechter Stand und Brustbein über dem Ball
  • Kurze, schwungvolle Bewegung gegen den Ball

Bergauf an der Bunkerkante

Liegt der Ball direkt an der Bunkerkante, neigen viele Golferinnen und Golfer zum Löffeln. Sie haben den falschen Gedanken, sie müssten den Ball mit dem Schläger anheben, um ihn aus dem Bunker zu spielen. Genau das ist verkehrt! Der Loft des Schlägers beeinflusst die Höhe des Ballfluges. Wichtig ist, das Gewicht vorne im Stand zu lassen.

Wenn der Ball an der Bunkerkante liegt:
  • Ball einen Tick weiter vorne im Stand
  • Vorderes Bein nach hinten versetzen
  • Nicht nach hinten kippen, sondern das Körpergewicht in den Hang legen
  • Brustbein über dem Ball
  • Schlagfläche neutral ansetzen (nicht öffnen)

Informationen rund um den Bunker

Die allerersten Golfanlagen wurden auf Dünenlandschaften errichtet. Diese bestanden aus vielen Sandlöchern und so kristallisierten sich auch die ersten Bunker im Golfsport heraus, da es an diesen Stellen wegen äußerer Einflüsse keine Vegetation gab. Eigentlich sollten Bunker ja nur auf Plätzen in Dünenlandschaften existieren, da sie aber für die Strategie und den Schwierigkeitsgrad im Golf so wichtig sind, findet man sie heutzutage eigentlich auf jeder Golfanlage.

Unterschiedliche Bunkerarten

Es existieren Senken, welche mit Erde als auch Gras gefüllt sind und in der Regel als sogenannte Grasbunker bezeichnet werden. Auf einer Golfanlage zählen diese besonderen Stellen jedoch zum normalen Gelände – sind also keine Bunker im herkömmlichen Sinn. Des Weiteren existieren auf Plätzen in trockenen Wüstengebieten große Sandareale, die sogenannten "Waste Areas", welche ebenso nicht als Bunker bezeichnet werden.

Um es Golfspielern zu ermöglichen, Bunker schon vor dem Schlag aus der Ferne zu erkennen, sind deren Rückseiten in die Höhe gezogen. Dies ist in Ausnahmefällen nicht immer so, da es auch versteckte bzw. getarnte Bunker gibt, die auf große Distanz nicht einsehbar sind. Dies wird aber generell als unsportlich angesehen und beim Bau einer Golfanlage eher selten so eingeplant. Dafür ist es aber meistens so, dass man aus einem Bunker eine eingeschränkte Sicht sowie Spielbahn auf das Grün hat.

Fairway- und Topfbunker

Zudem gibt es spezielle Arten von Bunker, wie zum Beispiel die sogenannten Fairwaybunker. Diese sind, wie der Name schon sagt, am Fairway angelegt und befinden sich an den Seiten der Landegebiete von langen Bällen, die eigentlich nur gute Golfer nach ihrem Abschlag spielen können. Die sogenannten Grünbunker sind rund ums Grün angelegt. Diese dienen dazu, um den Schwierigkeitsgrad bei Schlägen zum Loch zu erhöhen. Außerdem sind diese Senken meist noch tiefer als am Fairway. Dann gibt es noch die ungeliebten Topfbunker, welche wohl am schwierigsten zu bespielen sind. Topfbunker sind tief, steil und lassen wenig Platz. Häufig müssen Spieler dort sogar auf einer Leiter hinabsteigen.