Garmin Approach R10 – Launch-Monitor und Golfsimulator
In den 2000er-Jahren entwickelte sich Garmin zum Spezialisten für GPS-Lösungen im Bereich der mobilen Navigationssysteme. Heute glänzt das amerikanische Unternehmen mit Schweizer Firmensitz unter anderem mit innovativen Golfprodukten. Das neuste Highlight: der Launch-Monitor »Garmin Approach R10«.
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Mit einem Launch-Monitor lassen sich Ballflug- und Golfschwungdaten ermitteln und auswerten. Je nach Umfang und Genauigkeit der erhobenen Daten sind unterschiedliche Einsatzzwecke möglich. Was der R10 alles kann – und wie genau er misst, erfährst Du in diesem Testbericht.
Messung der Schlagdaten
Um die Daten zu messen, muss der R10 etwa zwei Meter hinter dem Ball positioniert werden. Für die Ausrichtung des Gerätes solltest Du Dir eine Minute Zeit nehmen. Wie das funktioniert und wie genau das Gerät misst, zeigt Dir PGA-Professional Marcus Bruns im folgenden Video:
Dank des mitgelieferten Stativs lässt sich der äußerst kompakte Launch-Monitor stabil aufstellen. Über ein Display verfügt das akku-betriebene (bis zu 10 Stunden Laufzeit) Gerät nicht, die Daten werden direkt auf das Smartphone bzw. die Garmin übertragen. Dies sind:
- Schlägerkopfgeschwindigkeit
- Schlagflächenwinkel
- Schwungbahnwinkel
- Anstellwinkel
- Ballgeschwindigkeit
- Abflugwinkel
- Abflugrichtung
- Drehachse (Spin-Achse)
- Drehrate (Spin-Rate)
- Höhe des Scheitelpunktes
- Smash Factor
- Carry-Distanz (Flugweite)
- Gesamtdistanz
- Distanz der Abweichung (links bzw. rechts vom Ziel)
Der Umfang der Daten ist für ein Gerät dieser Preisklasse (UVP 600 Euro) mehr als beeindruckend und eher im Preissegment um die 2.000 bis 3.000 Euro üblich.

Je besser die Ausrichtung des Gerätes, desto genauer die Daten
Garmin gibt sogar selbst die Genauigkeit der Messdaten an und beziffert die Abweichung in der Ermittlung der Flugweite auf plus-minus 4,5 Meter. Dies konnten wir im Test bestätigen! Die durchschnittliche Abweichung war sogar deutlich geringer.
Wir haben den R10 mit einem TrackMan (Preisklasse ca. 20.000 Euro) verglichen. Erfahrungsgemäß wird die Messung ungenauer, je weiter der Ball fliegt. Bei einem Drive kann es bei günstigen Geräten daher zu größeren Abweichungen kommen. Nicht so beim R10! Der Schlag (ein Slice) mit der größten(!) Abweichung in unserem Test war wie folgt:
| TrackMan | Approach R10 | |
| Carry | 197 Meter | 199 Meter |
| Gesamtdistanz | 207 Meter | 209 Meter |
| Spinrate | 3880 rpm | 3957 rpm |
| Abweichung Ziel | 23 Meter rechts | 20 Meter rechts |
| Abweichung Start | 4,4 Meter rechts | 4,2 Meter rechts |
| Abflugwinkel | 16,9 Grad | 15,9 Grad |
Die Daten werden sehr übersichtlich auf der App dargestellt und lassen sich bei Bedarf ein- und ausblenden.

Die Schlagdaten werden übersichtlich dargestellt
Die App ist nicht nur übersichtlich, sondern auch sehr durchdacht. Die Daten werden automatisch gespeichert und lassen sich mit Trainingsnotizen anreichern. Das Highlight ist jedoch, dass Garmin einen Smartphone-Halter in den Lieferumfang gelegt hat, so dass sich der eigene Schwung zusätzlich per Video aufzeichnen lässt. Der Halter lässt sich per Clip am Bag befestigen. Die App zeichnet dann automatisch nur die Schwungsequenz auf, so dass Du Dir nicht nur die Daten, sondern auch den dazugehörigen Schwung anschauen kannst. Bei Bedarf kannst Du alles auch an Deinen Pro weiterleiten.

Im Lieferumfang ist sogar eine Smartphone-Halterung. Damit lässt sich der Schwung aufzeichnen.
Virtuelle Driving-Range und Golfsimulator
Wahrscheinlich ist Dir schon aufgefallen, dass der R10 auch die Abweichung zum Ziel nach links oder rechts misst. Das ist nicht nur für die Auswertung der Trainingsdaten auf der Driving Range hilfreich. Die Garmin-App lässt sich sogar als Golfsimulator nutzen. Und das Beste: Das funktioniert sogar indoor, wenn Du die Bälle in ein Netz schlägst. Damit die Daten hierbei nicht zu ungenau werden, sollte der Ball etwa drei Meter fliegen können, bevor er vom Netz abgefangen wird.
Auf der virtuell dargestellten Driving Range wird sowohl in 3D-Perspektive die Flugbahn jedes Schlages als auch die Streuung aller Schläge visualisiert.

Virtuelle Driving Range und Golf-Simulation
Wem das nicht reicht, der kann gegen Aufpreis seine Garmin-App erweitern. Für 9,99 Euro monatlich oder 99,99 Euro jährlich kannst Du über 42.000 virtuelle Golfplätze im integrierten Simulator spielen – sogar Dein Heimatplatz wird mit großer Sicherheit dabei sein! Wer genug Platz hat, kann somit auch zu Hause mit dem R10 sehr vielseitig trainieren und Spaß haben.
Die Grafik in der Garmin Golfsimulation ist sehr einfach gehalten und erinnert optisch an etwas in die Jahre gekommene Spielkonsolen. Wer Wert auf fotorealistische Grafiken legt, kann aber auch die kostenpflichtige E6-Golfsimulator-Software mit dem R10 nutzen.
Um die App als einfachen Golfsimulator mit 42.000 Plätzen zu nutzen, fallen zusätzliche Kosten von 9,99 Euro pro Monat oder 99,99 Euro pro Jahr an. Der grafisch anspruchsvolle E6-Golfsimulator lässt sich ab 300 Dollar pro Jahr mit dem Garmin R10 nutzen.
Mit der Golf-App von Garmin lässt sich nicht nur der R10, sondern auch andere Geräte wie Golfuhren, Entfernungsmesser und GPS-Geräte verbinden, so dass in der App nicht nur die Daten Deiner Trainingseinheiten, sondern auch die Daten Deiner echten Golfrunden zur späteren Rundenanalyse gespeichert werden können.

Der R10 kann auch mit dem E6-Simulator am PC genutzt werden.
Garmin setzt einen neuen Standard
Ein Launch-Monitor inklusive Golfsimulator für 600 Euro wäre vor einigen Jahren unvorstellbar gewesen. Garmin setzt mit dem Approach R10 einen neuen Standard im Amateurbereich! Vorbildlicher Lieferumfang (Stativ, Smartphone-Halterung, Ladekabel), beeindruckende Messgenauigkeit und ein unvergleichlicher Funktionsumfang (automatische Schwungaufzeichnung, virtuelle Driving Range) sowie die Möglichkeit, die Software um einen Golfsimulator zu erweitern, machen den R10 zu einem Pflichtkauf für alle, die ihren Schwung verbessern möchten (oder Spaß an Golfsimulationen haben).
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