Schlechte Drives? Hier ist die Lösung
Du stehst am Abschlag, hast eben noch drei richtig gute Drives geschlagen – und plötzlich segelt der Ball wieder scharf nach rechts ins Aus. Der Schwung fühlte sich doch genauso an wie vorher. Was ist da los?
Die Antwort liegt fast immer im Treffmoment. Zwischen einem Eisen und einem Driver besteht nämlich ein riesiger Unterschied – und wer beide Schläger gleich spielt, produziert genau diese frustrierenden Streuschläge.
Der große Unterschied: Eisen vs. Driver
Beim Eisen willst Du immer einen Ball-Boden-Kontakt haben. Das heißt: Du triffst zuerst den Ball, danach den Boden. Der tiefste Punkt Deines Schwungs liegt also vor dem Ball. Dadurch bekommst Du Spin, Höhe und Kontrolle. Der Klang ist satt und knackig.
Beim Driver ist es genau umgekehrt. Hier willst Du den Ball in der Aufwärtsbewegung treffen. Der tiefste Punkt Deines Schwungs liegt hinter dem Ball. Genau deshalb liegt der Ball beim Driver auf dem Tee – und Deine Ballposition ist in Verlängerung Deiner linken Innenferse.
Das Brustbein ist der Schlüssel
Wenn Du am Ball stehst, steht Dein Körper eigentlich genauso da wie beim Eisen. Der einzige Unterschied: Du bist weiter nach rechts gegangen, damit der Ball weiter links liegt. Dein Brustbein zeigt dadurch nicht auf den Ball, sondern deutlich rechts davon.
Und genau da soll es auch im Treffmoment bleiben. Wenn Du versuchst, mit dem Oberkörper mehr Power zu generieren, passiert genau das Gegenteil:
- Du schlägst von oben auf den Ball
- Du unterschlägst ihn und produzierst hässliche Skymarks
- Du triffst den Ball an der Hacke – er fliegt scharf nach rechts
- Du erzeugst zu viel Backspin und verlierst Länge
Kurz gesagt: Zu viel Oberkörper zerstört Deinen Drive.
Die richtige Bewegung im Treffmoment
Bleib mit Deinem Brustbein hinter dem Ball. Der Druck bleibt gefühlt länger auf Deinem rechten Bein. Deine Hände und Arme schwingen unter Deinem Körper durch – nicht der Oberkörper vorneweg.
Wichtig ist außerdem: Greif den Schläger so locker wie möglich. Nur so bekommt der Schlägerkopf richtig Bewegung und damit Geschwindigkeit. Kraft ist der Tod des Drivers.
- Nimm Dein normales Set-up mit dem Driver ein
- Hole aus und bleib oben stehen – Dein Rücken zeigt zum Ziel
- Der Druck bleibt bewusst auf Deinem rechten Fuß
- Schwinge langsam bis zur Ballposition durch
- Prüfe: Ist Dein Brustbein noch rechts vom Ball? Kommt Dein Schläger von unten?
Diese Position ist Dein Referenzgefühl. Wiederhol den Probeschwung ein paar Mal, bevor Du wirklich zum Ball gehst.
Die Tee-Übung für den perfekten Eintreffwinkel
Jetzt kommt ein einfacher Trick, mit dem Du sofort spürst, ob Du den Ball wirklich in der Aufwärtsbewegung triffst. Du brauchst nur ein zweites Tee.
- Tee Deinen Ball wie gewohnt in Höhe Deiner linken Innenferse auf
- Steck ein zweites Tee eine Fußbreite vor dem Ball in den Boden
- Das zweite Tee kann halbhoch oder ganz hoch stecken
- Dein Ziel: Den Ball schlagen, ohne das vordere Tee zu berühren
Wenn das vordere Tee stehen bleibt, hast Du den Ball sauber in der Aufwärtsbewegung getroffen. Fällt es um, warst Du mit dem tiefsten Punkt zu weit vorne – also im Eisen-Modus.
Was Du im Kopf haben solltest
Beim nächsten Drive denk an drei Dinge: Brustbein bleibt hinter dem Ball, Griff bleibt locker, Hände und Arme schwingen unter dem Körper durch. Denk nicht über Länge nach, sondern arbeite an diesem Gefühl.
Und ganz wichtig: Gib Dir Zeit. Auf der Driving Range findest Du das Gefühl schneller als auf dem Platz. Erst wenn es sich locker und selbstverständlich anfühlt, nimmst Du es mit auf die Runde.
Verlierst Du Länge, weil Du mit Kraft arbeitest? Fliegt Dein Ball flach oder immer wieder nach rechts weg? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!



