Stell Dir vor, Du stehst auf dem Abschlag, bereit, den perfekten Drive zu schlagen. Doch eine Frage beschäftigt Dich: Woher kommt die Kraft? Ist es der vordere Arm, der den Schläger wie eine Schleuder führt, oder ist es der hintere, der wie beim Werfen oder Flitschen eines Steins über das Wasser die Bewegung anführt? Die Antworten auf diese Fragen sind so individuell wie Dein eigener Schwung.
Warum der richtige Arm entscheidend ist
Im Golf ist es wie in einer gut geführten Firma: Es muss Klarheit darüber herrschen, wer das Kommando hat. Wenn beide Arme um die Dominanz im Schwung kämpfen, verlierst Du nicht nur Präzision, sondern auch Länge. Das Ziel ist es, einen dominanten Arm zu bestimmen, damit Dein Schwung harmonisch und kraftvoll abläuft. Aber wie findest Du heraus, ob der vordere oder der hintere Arm Dein Power-Arm ist?
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der Selbsttest: Finde Deinen dominanten Arm
Die Lösung liegt im Experimentieren. Nimm Dir einen Eimer Bälle und schlage 25 Schläge mit dem Fokus auf den vorderen Arm, dann 25 mit dem Fokus auf den hinteren. Beobachte, wie sich Deine Schläge verändern. Neigen sich Deine Schläge nach rechts, wenn Du den vorderen Arm dominieren lässt? Oder fühlt sich der Schwung kraftvoller an, wenn der hintere Arm die Führung übernimmt? Dieses Vorgehen gibt Dir eine klare Rückmeldung darüber, welcher Arm in Deinem Golfschwung die Hauptrolle spielen sollte.
Es geht nicht nur darum, mit welchem Arm Du mehr Kraft generierst, sondern auch um Präzision und die Fähigkeit, den Ball aufs Fairway zu bringen. Vielleicht findest Du heraus, dass Dein linker Arm (für Rechtshänder) 20 bis 30 % der Präzision und Bewegungsführung liefert, während der rechte Arm die restliche Kraft und Koordination übernimmt. Eine 50/50-Aufteilung ist oft schwer zu erreichen und nicht immer effektiv. Stattdessen solltest Du eine Balance finden, die Deinem natürlichen Schwung und Deiner Körpermechanik entspricht.
- Verstehe die Bedeutung: Erkenne, dass in Deinem Golfschwung entweder der vordere oder der hintere Arm dominieren sollte, um maximale Präzision und Kraft zu erzielen.
- Bereite Dich vor: Besorge ausreichend Bälle für das Experimentieren – etwa 50 Bälle (25 für jeden Arm).
- Führe den Selbsttest durch: Schlage zuerst 25 Bälle mit Fokus auf den vorderen Arm, dann 25 Bälle mit Fokus auf den hinteren Arm. Achte dabei auf die Flugbahn und das Gefühl jedes Schlages.
- Beobachte die Ergebnisse: Achte auf Muster in den Flugbahnen und der Schlagkraft. Geht der Ball häufiger nach rechts oder links? Fühlen sich die Schläge kraftvoller oder kontrollierter an?
- Bewerte die Dominanz: Bestimme, welcher Arm die besseren Ergebnisse liefert. Dieser Arm sollte als Dein Power-Arm für den Golfschwung fungieren.
- Feintuning: Experimentiere mit der Kraftverteilung zwischen den Armen. Es muss keine 50/50-Aufteilung sein. Suche die Balance, die für Deinen Schwung am besten funktioniert.
- Kontinuierliche Anpassung: Sei offen für ständige Anpassungen und Verbesserungen, basierend auf weiterer Übung und Erfahrung.
Anpassung und Feintuning
Auch nachdem Du Deinen dominanten Arm gefunden hast, ist das Feintuning entscheidend. Manchmal kann eine kleine Anpassung in der Kraftverteilung oder im Timing einen großen Unterschied machen. Es ist ein ständiges Austarieren zwischen Kontrolle und Kraft, zwischen stabilem Griff und lockerem Schwung.
Experimentiere, beobachte und passe an. Das ist der Weg, um Deinen individuell besten Golfschwung zu entwickeln. Und vergiss nicht: Golf ist ein Spiel der Geduld und der stetigen Verbesserung. Nimm Dir die Zeit, Dich auf dem Übungsgelände mit verschiedenen Techniken auseinanderzusetzen, und Du wirst auf dem Platz die Früchte ernten. In diesem Sinne, viel Spaß beim Austesten und auf dem Weg zu besseren, kraftvolleren und präziseren Schlägen!
Text: CSP




Kommentare
Was für ein wichtiges, tolles Video!
Chuck Quinton sagt übrigens, dass der linksseitig dominierte und der rechtsseitig dominierte Schwung zwei völlig unterschiedliche Schwünge sind. Beim linksseitigen entsteht die Schleuderbewegung, das Schnappen des linken Handgelenks vor allem durch die bewusste Streckung des linken Beins. Beim rechtsseitigen Schwung sind die entscheidende Kraftquelle das Heranziehen des rechten Ellbogens und das Hämmern mit dem rechten Handgelenk.
Und wie Du Robin richtig sagst: je nach Körpertyp passt ein Bewegungsmuster besser. Deshalb ist das Lehren eines Einheitsschwung-Typs veraltet.
Hallo, schöne Anleitung. Was aber ist wenn einer wie ich feststellt das man ein umerzogener Linkshänder ist? Werde jetzt 69 und habe dies erst festgestellt, als ich mit 62 Jahren anfing Golf zu spielen, wobei mein Linker Arm wohl der dominantere ist ich aber weiterhin m it rechts schreibe, usw.
Danke für das Video. Das werde ich testen. Wenn nun aber die rechte Seite, wie in deinem Fall, die dominierende ist, trägst du dann nicht den Handschuh an der falschen Seite? Müsste nicht im Umkehrschluss die dominierende Hand den Handschuh tragen?