Du stehst 130 Meter vor dem Grün, greifst zum Eisen 7 – und der Ball rollt flach über den Boden. Kein sauberer Kontakt, keine Höhe, keine Kontrolle. Und das, obwohl Du mit dem Driver eigentlich richtig gut zurechtkommst.
Das ist kein Zufall. Ein Eisen verlangt eine völlig andere Technik als ein Fairwayholz oder ein Driver. Und weil die meisten Spieler ihre Eisen viel zu selten in die Hand nehmen, fehlt schlicht die Übung. Ich zeige Dir, worauf es ankommt.
Der Unterschied zum Driver
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Bei einem Eisen liegt der Schaft vor der Schlagfläche. Das klingt technisch, hat aber eine ganz konkrete Konsequenz: Deine Hände müssen im Treffmoment vor dem Ball sein. Stell Dir eine Lichtschranke direkt über dem Ball vor. Dein Griffende, also Deine Hände, müssen zuerst durch diese Lichtschranke gehen – erst danach folgt der Schlägerkopf.
Machst Du das Gegenteil und lehnst den Schaft im Treffmoment zurück, passiert eines von zwei Dingen:
- Du triffst den Boden zu früh (fetter Ballkontakt)
- Du toppst den Ball und er rollt flach über den Rasen
Genau deshalb wirkt das Eisen so schwer spielbar. Es verzeiht Dir keine falsche Schafthaltung.
Warum das Eisen 5 fast unspielbar geworden ist
Die Hersteller haben in den letzten 15 Jahren die Loft-Zahlen der Eisen massiv reduziert. Ein Pitching Wedge hatte früher rund 52°, heute liegt es oft bei nur noch 42°. Dadurch entspricht ein modernes Eisen 5 vom Loft her einem alten Eisen 3 – und das kann kaum ein normaler Spieler noch sauber vom Boden treffen.
Deshalb findest Du in modernen Sets zusätzliche Schläger wie das Gap Wedge (50°) oder sogenannte Utility-Schläger. Sie füllen die Lücken, die durch die veränderten Lofts entstanden sind.
Der Griff entscheidet über die Schlagfläche
Viele denken, die Schwungbahn sei der wichtigste Faktor. Stattdessen ist es die Stellung der Schlagfläche im Treffmoment. Die vordere Kante, also die »Leading Edge«, muss exakt dorthin zeigen, wohin Du den Ball spielen willst.
Deine beiden Hände haben dabei unterschiedliche Aufgaben. Für den Rechtshänder gilt:
- Die obere Hand (die linke) steuert die Stellung der Schlagfläche
- Die untere Hand (die rechte) erzeugt den Druck
Ein Merksatz von mir dazu: »Oben steuert, unten feuert.« Wenn Deine obere Hand den Schläger nicht sauber führt, verdreht sich die Schlagfläche im Treffmoment. Dein Körper versucht dann unbewusst, den Fehler auszugleichen – und der Ball geht nach links, nach rechts oder wird schlecht getroffen.
Die richtige Reihenfolge beim Aufstellen
Wie Du den Schläger fasst und Dich zum Ball stellst, ist keine Nebensache. Fast jeder gute Spieler folgt einer festen Routine – und die solltest Du Dir ebenfalls angewöhnen.
- Stell Dich hinter den Ball und suche Dein Ziel
- Finde ein Zwischenziel, das maximal 1 Meter vor dem Ball liegt
- Nimm zuerst die obere Hand an den Schläger und halte ihn vor Deine Brust
- Füge die untere Hand hinzu
- Richte den Schläger auf das Zwischenziel aus
- Positioniere erst dann Deinen Körper zum Schläger
Ein kleines Wackeln mit den Beinen entspannt Dich – und dann folgt der Schlag.
Ganz wichtig: Zuerst fassen, dann stehen. Nicht umgekehrt! Wenn Du erst stehst und dann greifst, veränderst Du unbewusst die Stellung der Schlagfläche.
Nach dem Schlag durchschwingen
Ein weiterer Punkt, den ich oft sehe: Viele Spieler wollen sofort wissen, wohin der Ball geflogen ist. Sie heben den Kopf, brechen den Schwung ab und beobachten den Flug. Das führt zu schlechten Treffmomenten.
Mach es stattdessen so:
- Schwinge komplett durch
- Bleib vorne stehen und halte die Endposition
- Erst danach beurteilst Du den Ballflug
Jeder gute Spieler macht das so. Der Schwung ist zuerst fertig, dann kommt die Bewertung.
Und jetzt Du
Wie geht es Dir mit Deinen Eisenschlägen? Triffst Du den Ball fett, dünn oder findet Deine Schlagfläche im Treffmoment einfach nicht die richtige Stellung? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!
Text: CSP




Kommentare
Wieder ein sehr gutes, verständliches Video. Danke!
Den beschriebenen Ablauf halte ich eigentlich ein, verliere aber sehr oft das Zwischenziel, welches vielleicht nur ein längerer, breiterer oder braunerer Grashalm sein kann, aus den Augen, bis ich dann am Ball stehe. Suche mein Zwischenziel aber auch deutlich näher (20 bis 30 cm) vom Ball.
Tolles Video. Auch für den Anfänger klar verständlich
Sehr gut erklärt als Wiederholung
Danke für das Video.
Ich schlage die Bälle fett. Beim Probeschwung schaffe ich es den Boden nach dem imaginären Ball zu treffen. Beim Schlag schlage ich dann häufig 5cm davor in den Boden und der Ball fliegt 5m 😂