Der Ball liegt bereit, Du holst aus, willst ihn sauber treffen – und trotzdem landet der Schläger zu früh im Boden oder Du toppst den Ball. Das Ergebnis: kurze, flache Schläge ohne Kompression.
Das Problem liegt fast immer am Treffmoment. Genauer gesagt daran, dass der tiefste Punkt Deines Schwungs nicht hinter, sondern vor dem Ball liegen muss. Genau dieses Gefühl kannst Du mit drei einfachen Drills trainieren. Los geht's!
Warum der Treffmoment über alles entscheidet
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Bevor wir zu den Übungen kommen, kurz zur Erinnerung: Beim Eisenschlag bewegst Du Deinen Körper aktiv durch den Ball in Richtung Ziel. Dadurch kommt der Schläger in einem flachen Eintreffwinkel von etwa 3 bis 4° leicht von oben auf den Ball.
Entscheidend ist dabei, dass der Schaft leicht nach vorne gelehnt ist. Der tiefste Punkt Deines Schwungs liegt also nach dem Ball, nicht davor. Das Gewicht des Balls drückt die Schlagfläche zusätzlich nach unten – so entsteht die Kompression, die für Höhe und Weite sorgt.
Und ganz wichtig: Nach unten schlagen macht Dich nicht kürzer. Im Gegenteil. Je höher der Ball bei richtigem Eintreffwinkel fliegt, umso weiter geht er.
Drill 1: Der Alignment Stick als Druckhilfe
Für diese Übung brauchst Du einen Alignment Stick – ein Werkzeug, das in jeder Golftasche liegen sollte. So funktioniert es:
- Hole aus und setze den Stick vor Dir auf den Boden
- Drücke jetzt mit Deiner hinteren Hand die vordere Hand nach unten
- Ziehe dabei eine lange Linie über den Boden nach vorne in Richtung Ziel
- Spüre, wie Deine Hüfte automatisch aus dem Weg dreht
Denke nicht daran, dass Deine Hände drehen oder »die Peitsche kommen« muss. Konzentriere Dich nur auf den Druck nach vorne durch den Ball.
Wenn Du das Gefühl ein paar Mal geübt hast, nimm Deinen Schläger und simuliere die Bewegung direkt vor dem Schlag. Der Schaft wird sich dabei sichtbar biegen – ein Zeichen, wie kräftig Du nach unten und vorne arbeitest.
Drill 2: Zwei Tees für den perfekten Treffmoment
Für den zweiten Drill brauchst Du zwei Tees. Stecke das erste Tee wie gewohnt in den Boden und tee den Ball auf. Das zweite Tee steckst Du etwa eine Schlägerkopfbreite in Richtung Ziel vor den Ball.
Deine Aufgabe: Triff beim Schlag beide Tees. Deine Orientierung liegt also auf dem zweiten Tee, nicht auf dem Ball selbst. Wenn Du beide Tees erwischst und das zweite Tee sogar aus dem Boden fliegt, weißt Du: Der tiefste Punkt lag richtig – nämlich vor dem Ball.
Schaffst Du das zwei- bis dreimal hintereinander, geh direkt zurück auf einen normalen Ball auf dem Boden und versuche dasselbe Gefühl zu simulieren. Gelingt Dir das, bleib dabei. Fällst Du zurück in ein frühes Aufschlagen, wechsle wieder zurück zur Zwei-Tee-Übung.
Drill 3: Das Handtuch als Bestrafung
Der dritte Drill ist der anspruchsvollste. Statt einer Belohnung wie bei den Tees gibt es hier eine klare Rückmeldung, wenn Du zu früh schlägst.
- Lege ein Handtuch etwa zwei Schlägerkopf-Breiten hinter den Ball
- Baue Dich sauber auf und simuliere den gewünschten Treffmoment
- Schlage den Ball, ohne das Handtuch zu berühren
Kommst Du zu früh auf den Boden, landet Dein Schläger auf dem Handtuch – ein deutliches Feedback, dass Dein tiefster Punkt zu weit hinten lag.
Je besser Du über das Handtuch hinweg arbeitest und den Ball sauber komprimierst, umso weiter und höher fliegt er. Gute Spieler meistern diesen Drill zuverlässig, deshalb lohnt sich das Training gerade hier.
Was Dir diese Drills wirklich bringen
Diese drei Übungen helfen Dir nicht nur bei den Eisen. Sie sind die Grundlage für ein besseres Verständnis Deines gesamten Schwungs:
- Hybride schlägst Du vom Boden fast identisch – nur mit etwas flacherem Eintreffwinkel
- Beim Driver willst Du dieselben Positionen erreichen, allerdings leicht nach oben durch den Ball
- Deine Kontrolle über Ballkontakt und Ballflugbahn verbessert sich spürbar
Übe die Drills regelmäßig auf der Driving Range und Du wirst schnell merken, wie viel sauberer Deine Ballkontakte werden.
Welcher der drei Drills hat Dir am meisten geholfen – der Stick, die zwei Tees oder das Handtuch? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!
Text: CSP




Kommentare
Hallo Herr Quirmbach,
vielen Dank für die anschaulichen Videos, Ich lasse die Videos in einem bildfüllendem Format laufen. Parallel zu Ihrem gesprochen Wort, läuft am unteren Bildrand lautmalerisch ein Textband, welches aber genau dorthin projiziert wird, wo der Ball liegt und die Tees gesteckt werden. Das heißt die Laufschrift verhindert den Blick auf den interessantesten Teil der Erklärungen. Liegt das im System von YouTube, oder an meiner Darstellung ?
Viele Grüße, Johannes Weyhmann
Top! Freue mich auf deine Trainingsserie zu den Hölzern.
Gruss, Beat