Der Divot-Mythos beim Eisenschlag (Teil 2 von 3)

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Du stehst am Ball, willst einen sauberen Eisenschlag spielen – und dann kommt er: Der Boden zu früh, der Ball kullert nur, oder Du triffst ihn dünn. Das satte Klack, das Du bei den Profis hörst, bleibt bei Dir aus. Frustrierend, oder?

Der häufigste Fehlschlag mit dem Eisen ist nämlich nicht der Slice und nicht der Hook. Es ist der zu frühe Bodenkontakt oder der dünne Ballkontakt. Und dahinter steckt ein hartnäckiger Mythos, der Dich wirklich Länge kostet.

Anzeige (Mitglieder sehen diesen Beitrag ohne Werbung)

PXG 0311XF Gen5 Driver

8036c9587c3112e8f409b7d99db70589a7e097a0 300 - Der Divot-Mythos beim Eisenschlag (Teil 2 von 3)
53% Rabatt:
269,99 EUR
inkl. Mwst zzgl. Versand bei ALL4GOLF

Details

Kjus Apex Flip Jacket Daunen

539e727d0ace7d2c679b8a1836c17be057489cab 300 - Der Divot-Mythos beim Eisenschlag (Teil 2 von 3)
50% Rabatt:
349,00 EUR
inkl. Mwst zzgl. Versand bei Golf House

Details

Sportalm Thermo Jacke hellblau

e2aee2ab05c681a7c380a6e13c206d687582fac1 300 - Der Divot-Mythos beim Eisenschlag (Teil 2 von 3)
60% Rabatt:
159,95 EUR
inkl. Mwst zzgl. Versand bei Golf House

Details

Der große Denkfehler beim Eisenschlag

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Frage ich meine Schüler, mit welchem Winkel sie meinen, den Ball treffen zu müssen, zeigen sie mir meistens 20° oder mehr. Die Vorstellung dahinter: »Ich muss den Ball von oben nach unten schlagen, damit ein Divot entsteht.«

Genau diese Vorstellung ist falsch. Sie führt dazu, dass Du:

  • Loft verlierst und der Ball flacher fliegt
  • Weniger Weite erzielst
  • Den Boden zu früh triffst
  • Den Ball dünn erwischst

Wer bewusst nach unten hackt, macht sich also kürzer. Nicht länger.

So flach schlagen die Tour-Profis wirklich

Jetzt kommt die Zahl, die alles verändert: Der durchschnittliche Eintreffwinkel eines Pitching Wedge oder Eisen 8 liegt bei den besten Spielerinnen und Spielern der Welt bei nur 3° bis 4° zur Horizontalen.

Stell Dir das auf einer Uhr vor: Von der 9 zur 3 wäre die Horizontale. 3° bis 4° darunter sind winzig – weniger als eine Minute auf dem Ziffernblatt. Der Schläger kommt also praktisch parallel zum Boden an den Ball. Von »steil nach unten hacken« kann keine Rede sein.

Woher kommt dann das Divot?

Wenn der Schläger so flach ankommt, wieso fliegt bei den Profis dann dieser saubere Rasenfetzen nach dem Ball weg? Die Antwort ist überraschend – und sie ändert Dein Verständnis komplett.

Nicht Du drückst den Schläger nach unten. Der Ball macht das für Dich. Der Ablauf sieht so aus:

  1. Der Schläger kommt in einem flachen Winkel an, der Schaft leicht nach vorne gelehnt
  2. Die Masse des Balles trifft auf die schräge Schlagfläche
  3. Diese Wucht drückt den Schläger einen halben bis einen Zentimeter nach unten
  4. Genau dort entsteht das Divot – kurz nach dem Ball

Das Divot ist also die Folge des Treffmoments, nicht die Ursache. Deshalb hörst Du bei guten Spielern zuerst das laute Klack – und erst danach kommt der Rasen.

Der Schlüssel: Der tiefste Punkt liegt vor dem Ball

Damit dieses Gefühl entsteht, muss Dein tiefster Punkt im Schwung leicht in Zielrichtung liegen. Also nicht dort, wo der Ball liegt, sondern ein paar Zentimeter davor.

Übung für den richtigen Treffmoment:

Nutze diese Routine bei jedem Schlag:

  1. Setze den Schläger hinter den Ball und ziehe ihn dann zurück
  2. Mache einen Probeschwung und streife den Boden bewusst links vom Ball (in Zielrichtung)
  3. Stell Dich schmaler hin, stolz und aufrecht
  4. Simuliere das Gefühl noch einmal, dann spiele den Schlag

Wichtig: Nicht steiler werden, sondern den tiefsten Punkt nach vorne verlagern.

Ballposition und Gewichtsverlagerung

Damit der tiefste Punkt vor dem Ball landet, brauchst Du zwei Dinge. Erstens: Die Ballposition. Der Ball sollte selbst beim Eisen 8 nicht rechts in Deinem Stand liegen. Lege ihn leicht links der Mitte, bei mir etwa unter dem vorderen Schlüsselbein.

Zweitens: Die Gewichtsverlagerung. Du musst Dich früh im Durchschwung nach links abschieben und Deine Hände vor den Ball bringen. Dadurch kommt der Schaft in die leicht vorgelehnte Position – und der tiefste Punkt wandert automatisch nach vorne.

Vergiss das steile Nach-unten-Schlagen. Denk stattdessen an einen flachen Schwung mit einem tiefsten Punkt vor dem Ball. Genau so treffen die Profis.

Wie fühlt sich Dein Eisenschlag aktuell an – triffst Du eher fett oder dünn? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!

Text: CSP

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Kommentare

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
8 Kommentare
Christa Pistor

Hallo Stefan

Danke für deine ruhige und klare Ansage, wie Ausführung.

Kurze Bemerkung: Der schriftliche Text bedeckt leider den Schlägerkopf bei deiner Ausführung. Entweder den Text mehr nach rechts schieben, nicht vor deinen Körper oder einen Schritt weiter entfernt von der Kamera, damit man deine Ausführung mit dem Schläger auch komplett sieht.

Wünsche dir einen wunderbaren Tag.
Christa

Bernd Mikolajetz

Leider konnte ich die von dir gezeigte Schlägerstellung am Boden nicht verfolgen, weil der schriftliche Text die Schlägerstellung verdeckte. Bitte Ändern!

D. Scheller

Sehr gut erklärt und vor allem Infos die nicht so häufig so gut erklärt werden. Vielen Dank!

Wer den Link zu Video Minute 8:23 Dave Tutelman "Newton and the Divot" sucht:

https://www.tutelman.com/golf/ballflight/downdeflect.php