Golfschwung-Technik

Der Divot-Mythos beim Eisenschlag (Teil 2 von 3)

· Video 9 Min. · 3 Min. Lesezeit · 9 Kommentare

Du stehst am Ball, willst einen sauberen Eisenschlag spielen – und dann kommt er: Der Boden zu früh, der Ball kullert nur, oder Du triffst ihn dünn. Das satte Klack, das Du bei den Profis hörst, bleibt bei Dir aus. Frustrierend, oder?

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Der häufigste Fehlschlag mit dem Eisen ist nämlich nicht der Slice und nicht der Hook. Es ist der zu frühe Bodenkontakt oder der dünne Ballkontakt. Und dahinter steckt ein hartnäckiger Mythos, der Dich wirklich Länge kostet.

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Der große Denkfehler beim Eisenschlag

Frage ich meine Schüler, mit welchem Winkel sie meinen, den Ball treffen zu müssen, zeigen sie mir meistens 20° oder mehr. Die Vorstellung dahinter: »Ich muss den Ball von oben nach unten schlagen, damit ein Divot entsteht.«

Genau diese Vorstellung ist falsch. Sie führt dazu, dass Du:

  • Loft verlierst und der Ball flacher fliegt
  • Weniger Weite erzielst
  • Den Boden zu früh triffst
  • Den Ball dünn erwischst

Wer bewusst nach unten hackt, macht sich also kürzer. Nicht länger.

So flach schlagen die Tour-Profis wirklich

Jetzt kommt die Zahl, die alles verändert: Der durchschnittliche Eintreffwinkel eines Pitching Wedge oder Eisen 8 liegt bei den besten Spielerinnen und Spielern der Welt bei nur 3° bis 4° zur Horizontalen.

Stell Dir das auf einer Uhr vor: Von der 9 zur 3 wäre die Horizontale. 3° bis 4° darunter sind winzig – weniger als eine Minute auf dem Ziffernblatt. Der Schläger kommt also praktisch parallel zum Boden an den Ball. Von »steil nach unten hacken« kann keine Rede sein.

Woher kommt dann das Divot?

Wenn der Schläger so flach ankommt, wieso fliegt bei den Profis dann dieser saubere Rasenfetzen nach dem Ball weg? Die Antwort ist überraschend – und sie ändert Dein Verständnis komplett.

Nicht Du drückst den Schläger nach unten. Der Ball macht das für Dich. Der Ablauf sieht so aus:

  1. Der Schläger kommt in einem flachen Winkel an, der Schaft leicht nach vorne gelehnt
  2. Die Masse des Balles trifft auf die schräge Schlagfläche
  3. Diese Wucht drückt den Schläger einen halben bis einen Zentimeter nach unten
  4. Genau dort entsteht das Divot – kurz nach dem Ball

Das Divot ist also die Folge des Treffmoments, nicht die Ursache. Deshalb hörst Du bei guten Spielern zuerst das laute Klack – und erst danach kommt der Rasen.

Der Schlüssel: Der tiefste Punkt liegt vor dem Ball

Damit dieses Gefühl entsteht, muss Dein tiefster Punkt im Schwung leicht in Zielrichtung liegen. Also nicht dort, wo der Ball liegt, sondern ein paar Zentimeter davor.

Übung für den richtigen Treffmoment:

Nutze diese Routine bei jedem Schlag:

  1. Setze den Schläger hinter den Ball und ziehe ihn dann zurück
  2. Mache einen Probeschwung und streife den Boden bewusst links vom Ball (in Zielrichtung)
  3. Stell Dich schmaler hin, stolz und aufrecht
  4. Simuliere das Gefühl noch einmal, dann spiele den Schlag

Wichtig: Nicht steiler werden, sondern den tiefsten Punkt nach vorne verlagern.

Ballposition und Gewichtsverlagerung

Damit der tiefste Punkt vor dem Ball landet, brauchst Du zwei Dinge. Erstens: Die Ballposition. Der Ball sollte selbst beim Eisen 8 nicht rechts in Deinem Stand liegen. Lege ihn leicht links der Mitte, bei mir etwa unter dem vorderen Schlüsselbein.

Zweitens: Die Gewichtsverlagerung. Du musst Dich früh im Durchschwung nach links abschieben und Deine Hände vor den Ball bringen. Dadurch kommt der Schaft in die leicht vorgelehnte Position – und der tiefste Punkt wandert automatisch nach vorne.

Vergiss das steile Nach-unten-Schlagen. Denk stattdessen an einen flachen Schwung mit einem tiefsten Punkt vor dem Ball. Genau so treffen die Profis.

Wie fühlt sich Dein Eisenschlag aktuell an – triffst Du eher fett oder dünn? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!