Du triffst den Ball eigentlich ganz gut – und trotzdem fliegt er gnadenlos nach links? Dann hast Du vielleicht auch schon gedacht: »Wahrscheinlich habe ich mich wieder nicht richtig gedreht.« Genau dieser Gedanke kann Dein Spiel mehr sabotieren, als Du denkst. Denn das große Missverständnis lautet: Rotation ist das Ziel. Dabei ist sie in Wahrheit oft das Problem.
Warum Rotation im falschen Moment schadet
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Viele Golfer setzen im Abschwung zu früh auf Rotation – vor allem mit der Hüfte. Vielleicht hast auch Du schon versucht, Deine linke Hüfte schnell „wegzudrehen“, um mehr Power zu erzeugen. Das Problem dabei ist: Dein Körper kippt dabei automatisch zurück auf das rechte Bein. Das Gewicht bleibt hinten, und Du musst mit Händen und Armen stark kompensieren, um den Ball überhaupt zu treffen.
Die Folge:
- Die Schlagfläche schließt sich unkontrolliert
- Der Ball fliegt hart nach links (bei Rechtshändern)
- Dein Treffmoment verliert an Druck und Präzision
Endlich gutes Golf spielen
Was stattdessen passieren muss
Statt an Drehung solltest Du zuerst an Translation denken – also an eine Bewegung in Richtung Ziel. Dein Ziel im Abschwung ist es nicht, möglichst schnell zu rotieren, sondern Dein Gewicht frühzeitig und bewusst auf das linke Bein zu verlagern.
Wenn Du das schaffst, passiert die Rotation automatisch – und zwar aus einer stabilen Position heraus. Du nutzt den Boden besser, stehst sicher im Treffmoment und bekommst mehr Länge, ohne mehr Kraft aufwenden zu müssen.
- Hole normal aus – Dein Gewicht ist dabei auf dem rechten Bein.
- Im Abschwung verlagerst Du zuerst Deinen Druckpunkt auf das linke Knie und den linken Fuß.
- Erst danach beginnst Du mit der Drehung – nicht vorher!
Dein Körper bleibt so im Gleichgewicht, Deine Hände müssen nicht retten, und Du bekommst einen knackigen Ball-Boden-Kontakt.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Drill hilft Dir dabei, das richtige Bewegungsmuster zu verinnerlichen:
- Stell Dich normal auf – greife Deinen Schläger.
- Hole aus und hebe währenddessen leicht Deinen linken Fuß.
- Setze den linken Fuß wieder ab und beginne zeitgleich den Abschwung.
Durch diesen »Step in Richtung Ziel« trainierst Du Deinen Körper, automatisch das Gewicht zu verlagern, bevor die Drehung beginnt. Der Schläger kommt dadurch auf der richtigen Ebene an den Ball, Deine Hände arbeiten entspannt – und Du bekommst einen kraftvollen, sauberen Treffmoment.
Zusätzlicher Effekt: Bessere Schwungebene
Wenn Du die Bewegung richtig ausführst, passiert noch etwas Entscheidendes: Deine Hände und der Schläger bewegen sich nicht mehr von außen an den Ball, sondern kommen von innen. Das verbessert nicht nur den Treffmoment, sondern auch die Richtung und den Ballflug deutlich.
Der Schlüssel zu besseren Schlägen liegt nicht in hektischer Rotation, sondern in einer klaren Gewichtsverlagerung nach vorn. Erst verlagern, dann drehen – und schon hast Du eine völlig neue Kontrolle über Deinen Ballkontakt.
Probier den Step-Drill aus, nimm Dir Zeit und wiederhole ihn regelmäßig. Du wirst merken, wie Du mehr Länge, bessere Treffmomente und ein ganz neues Gefühl für Deinen Schwung bekommst – ohne Dich zu verkrampfen oder an Tempo zu verlieren.
Wie gehst Du aktuell an den Abschwung heran? Drehst Du – oder verlagerst Du? Schreib mir gerne in die Kommentare, ob Dir der Drill geholfen hat!
Text: CSP


Hallo Markus,
in wie weit ist es überhaupt nötig am Anfang das Gewicht auf dem rechten Fuß zu haben? Viele Golfpros, die ich aus anderen Videos kenne (Florian Raggl, Einfach besser golfen usw., empfehlen schon beim Aufschwung das Gewicht auf den linken Fuß zu verlagern. Entstehen dadurch Nachteile für die Weite?
Hallo Rudi
Es ist nicht wichtig. Es kommt immer darauf an, was für dich richtig und wichtig ist. Ich glaube und denke, dass es für die meisten Golfer leichter ist, sich natürlich zu bewegen und daher sollte im setup das Gewicht 50 50 sein und beim Ausholen etwas mehr auf dem hinteren Fuß sein.
Sehr gutes Video, weil Marcus sehr gut zeigte und erklärte, was die Ursachen für links fliegende Bälle sind und wie dies behoben werden kann. Ich kann es kaum erwarten, das auf der Ränge auszuprobieren. Vielen Dank, Marcus!
Hallo Jens,
Vielen Dank für das tolle Feedback und viel Spaß beim Training.