Chippen aus einer schlechten Lage vor dem Grün
Der Ball fliegt schön Richtung Grün, landet sauber – und rollt einen Tick zu weit. Hinter dem Grün angekommen, liegt er plötzlich in einer Mulde vor einem Grasbüschel. Bergab, die Fahne nah an der hinteren Kante, das Vorgrün hoch und dicht. Ein Schlag, der viele Golfer zur Verzweiflung bringt.
Genau diese Situation zeige ich Dir heute. Und ich verrate Dir, warum das klassische Sand Wedge hier oft die falsche Wahl ist – und mit welchen zwei Varianten Du diesen Ball wirklich nah an die Fahne bekommst.
Warum die Situation so schwierig ist
Bevor Du zum Schläger greifst, solltest Du Dir immer beide Seiten anschauen. Also nicht nur, wie Dein Ball liegt, sondern auch, was zwischen Dir und der Fahne passiert.
In meiner Situation kamen mehrere Probleme zusammen:
- Der Ball lag in einer kleinen Mulde im Rough
- Das Gras vor dem Ball war deutlich höher als das Grün
- Das Grün fiel wellig nach rechts und links ab
- Zusätzlich ging es stark bergab
- Die Fahne stand sehr nah an der hinteren Grünkante
Solche Lagen findest Du auch, wenn der Ball direkt an einer Kante liegt oder das Gras hinter dem Ball höher steht. Also alles Situationen, bei denen der Standard-Chip einfach nicht funktioniert.
Warum das Sand Wedge hier oft scheitert
Die meisten Golfer greifen automatisch zum Sand Wedge, stellen sich hin und versuchen den Ball über die Handgelenke nach oben zu schlagen. Der Gedanke dahinter: mehr Höhe, weniger Roll.
Das Problem: Du kippst dabei nach hinten auf Dein rechtes Bein und arbeitest viel zu viel mit den Handgelenken. Dadurch triffst Du den Ball häufig mit der Schlägerkante. Das Ergebnis ist ein Schlag, der viel zu weit fliegt und auf der anderen Seite des Grüns landet.
Je mehr Du versuchst, unter den Ball zu kommen, umso schlechter triffst Du ihn. Nach hinten kippen, viel Handgelenkseinsatz und ein großer Bewegungsumfang führen fast immer zu einem fetten Ballkontakt oder einem geschossenen Ball weit über das Grün hinaus.
Variante 1: Der Chip mit Holz oder Hybrid
Meine erste Empfehlung: Nimm ein kurzes Holz oder Deinen Hybrid. Warum? Weil der Ball genug Energie braucht, um durch das hohe Vorgrün zu kommen. Mit dem Putter würdest Du hier gar nicht durchkommen. Das Holz gibt dem Ball Schwung, er springt kurz an und rollt dann sauber wie mit dem Putter aus.
So gehst Du technisch vor:
- Greife den Schläger sehr kurz, fast am Schaft
- Lege den Ball weit zu Deinem hinteren Fuß
- Stelle den Schläger sehr aufrecht, fast auf die Spitze
- Schiebe das Griffende leicht nach vorne, sodass Arm und Schläger eine Linie bilden
- Oberarme eng am Körper halten
- Mache eine kurze, knackige Putt-Bewegung
Der Ball rollt dadurch kontrolliert durchs Vorgrün, nimmt den Hang mit und läuft nah an die Fahne. Und das Beste: Der Bewegungsumfang bleibt klein. Kein Ausholen, kein Kippen – nur eine saubere kleine Bewegung.
Variante 2: Der Chip mit dem Wedge – aber richtig
Wenn Du lieber mit dem Sand Wedge, Gap Wedge (50°) oder Pitching Wedge (42° bis 44°) chippst, dann brauchst Du einen Trick. Denn wenn Du den Schläger einfach so hinstellst, wie er gebaut ist, steht er zu sehr auf der Ferse. Dadurch kommt der Schläger zu früh in den Boden und Du bekommst zu viel Gras zwischen Schlagfläche und Ball.
Die Folge: ein fetter Ballkontakt oder ein Ball, der viel zu weit rollt. Stattdessen stellst Du Dich genauso hin wie mit dem Holz. Also Schläger aufrecht auf die Spitze, Ball weit rechts, enger Stand, Oberarme eng am Körper und dann eine kurze, knackige Bewegung mit stabilen Händen.
Was Du daraus mitnehmen solltest
Egal ob Holz, Hybrid oder Wedge – die Grundtechnik ist identisch. Ballposition weit rechts, aufrechter Stand, Oberarme dicht am Körper, Griffende nach vorne. Dann eine kurze, kontrollierte Bewegung ohne großes Ausholen. Die Wahl des Schlägers hängt davon ab, wie viel Gras Du überspielen musst und wie viel Roll Du haben willst.
Ganz wichtig: Diese Schläge musst Du vorher trainieren. Auf dem Platz im Turnier zum ersten Mal auszuprobieren, geht garantiert schief. Übe die Bewegung auf der Range oder rund ums Übungsgrün. Ich bin mir sicher, danach wird das einer Deiner neuen Lieblingsschläge.
Welche Variante spielst Du bisher bei so einer Lage? Und mit welchem Schläger fühlst Du Dich am wohlsten – Holz, Hybrid oder Wedge? Schreib es mir in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!



