Leiter-Drill: So dosierst Du beim Chippen richtig

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Der Ball liegt kurz vor dem Grün, die Entfernung ist überschaubar – und trotzdem landest Du mal zu kurz, mal zu weit. Beim Chippen ist Dosierung alles. Aber die meisten Golfer trainieren genau das nie gezielt.

Dabei steckt das eigentliche Problem oft in einem Denkfehler. Und den lösen wir heute.

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Der Mythos mit der Ausholbewegung

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Fast alle Anfänger glauben dasselbe: Wer weiter ausholt, chippt weiter. Wer kürzer ausholt, chippt kürzer. Klingt logisch – stimmt aber nicht.

Dem Ball ist es vollkommen egal, wie weit Du ausholst. Es kommt einzig auf das Tempo der Bewegung an. Du kannst mit einer kurzen Ausholbewegung sehr hart chippen. Und Du kannst mit einer langen Ausholbewegung sehr langsam chippen. Beides ist möglich – beides musst Du trainieren.

Was die Weite wirklich bestimmt, ist das Zusammenspiel von Rumpf und Armen. Das Tempo, das beide gemeinsam erzeugen, entscheidet, wie weit der Ball fliegt.

Zwei einfache Stellschrauben für mehr Kontrolle

Wenn Du die Weite feinjustieren willst, gibt es zwei praktische Möglichkeiten, ohne den gesamten Schwung zu verändern:

  • Kürzer greifen: Ein Inch weiter unten am Griff macht den Schläger etwa 5 % langsamer – der Ball fliegt also kürzer.
  • Schlägerwahl: Ein Sand Wedge (54°) erzeugt weniger Flug und weniger Ausrollen als ein Pitching Wedge (42° bis 44°) oder ein Eisen 8. Deshalb lohnt es sich, mit verschiedenen Schlägern zu chippen und zu beobachten, was jeweils passiert.

Beide Strategien helfen Dir, Dein Repertoire zu erweitern – ohne Deinen Schwung grundlegend zu verändern.

Der Leiterdrill: Dosierung gezielt üben

Wissen allein reicht nicht. Du musst das Gefühl für Weite aktiv trainieren. Dafür eignet sich der Leiterdrill hervorragend.

So funktioniert der Leiterdrill:
  1. Lege vier Stöcke oder Schläger parallel auf den Boden – sie bilden drei Felder von je etwa 2 Metern.
  2. Chippe den ersten Ball in das erste Feld.
  3. Chippe den zweiten Ball in das zweite Feld – etwas mehr Tempo.
  4. Chippe den dritten Ball in das dritte Feld.
  5. Beobachte nach jedem Schlag, wo der Ball landet und wie weit er ausrollt.

Wenn Du besser wirst, kannst Du die Felder kleiner machen. Auch Handtücher oder flache Gegenstände funktionieren als Ziel.

Das klingt simpel – ist aber hocheffektiv. Profis trainieren Präzision auf genau diese Weise. Björn Borg soll beim Tennis zehn Bierdeckel ins Aufschlagfeld gelegt und versucht haben, sie nacheinander zu treffen. Dasselbe Prinzip gilt hier.

Der häufigste Fehler: Der Schläger kommt nach hinten

Es gibt einen Fehler, der fast alle Anfänger beim Chippen trifft: Im Ausholen wandert der Schläger zu weit nach innen hinter den Körper. Das ist der Hauptgrund für einen fetten Ballkontakt – der Schläger trifft also den Boden vor dem Ball – oder für schlecht getroffene Chips insgesamt.

Typischer Fehler: Schläger geht nach hinten

Wenn der Schläger beim Ausholen hinter Dich kommt, verlierst Du die Kontrolle über den Tiefpunkt der Bewegung. Das Ergebnis ist ein fetter Ballkontakt oder ein unsauber getroffener Chip.

Achte beim Ausholen darauf, dass der Schläger immer vor Dir bleibt – also sichtbar auf der Linie zwischen Dir und dem Ball. Nie hinter den Körper.

Eine hilfreiche Übung: Stecke einen Stock schräg in den Boden, sodass er der Neigung Deines Schlägers entspricht. Beim Ausholen prüfst Du dann, ob Dein Schläger davor bleibt oder dahinter verschwindet. Bleibt er vorne, triffst Du den Ball sauber.

Gewicht und Treffmoment zusammendenken

Ein gleichmäßiger Chip entsteht, wenn Du das Gewicht frühzeitig auf Dein linkes Bein verlagerst. Dadurch wandert der Tiefpunkt der Bewegung automatisch nach vorne – und Du triffst den Ball zuverlässig zuerst, bevor der Schläger den Boden berührt.

Kombiniere das mit dem Bild, dass der Schläger beim Ausholen immer vor Dir bleibt. Dann hast Du die wichtigsten Zutaten für einen sauberen Chip zusammen: richtiger Tiefpunkt, Gewicht links, Schläger vorne.

Welcher dieser Punkte ist für Dich beim Chippen gerade die größte Herausforderung – das Dosieren der Weite oder das saubere Treffen? Schreib es in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!

Text: CSP

Stefan Quirmbach

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Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

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