Der Ball liegt knapp vor dem Grün. 15 Meter, flaches Vorgrün, eigentlich eine einfache Situation. Doch der Schläger erwischt den Boden zu früh, der Ball bleibt liegen – und Du ärgerst Dich über einen Schlag, der eigentlich kein Problem sein sollte.
Genau das passiert den meisten Golfern regelmäßig beim Chippen. Dabei ist dieser Schlag einer der wichtigsten überhaupt. Wer nur ein bis drei Grüns in Regulation trifft, steht schnell 15 Mal oder öfter in einer Chip-Situation. Deshalb lohnt es sich, hier gezielt zu üben.
Was ein Chip überhaupt ist
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Kurz zur Definition, damit keine Missverständnisse entstehen: Ein Chip ist ein Schlag, bei dem der Ball nach dem Aufkommen ausrollt. Ob der Ball flach oder hoch fliegt, hängt vom verwendeten Schläger ab – nicht von der Technik. Die Schlagtechnik selbst bleibt dabei immer gleich.
Die zwei häufigsten Fehler beim Chippen
Wenn ein Chip schiefgeht, passiert meist eines von beiden: Du triffst den Boden zu früh (ein fetter Ballkontakt) oder Du toppst den Ball. Viele denken, der Grund sei eine zu frühe Kopfbewegung. Das stimmt so nicht.
Was wirklich passiert:
- Die hintere Hand streckt sich zu früh – dadurch geht der Schläger nach oben und der Ball wird getoppt
- In dem Glauben, man habe zu früh hochgeschaut, bleibt man übertrieben unten – und trifft den Boden zu früh
Beides führt also zu schlechten Ergebnissen. Der eigentliche Schlüssel liegt im Set-up und in der Körperbewegung.
Das richtige Set-up und die Grundbewegung
Beim Chippen stellst Du Dich sehr schmal hin. Stell Dir eine gerade Linie vom Gürtel bis zu den Mittelfüßen vor – auf der baust Du Dich auf. Das linke Bein steht dabei leicht zurück.
Aus dieser Position bewegst Du das Arm-Schulter-Dreieck als Einheit nach rechts. Wenn die Arme fallen, setzt Du gleichzeitig die Körperbewegung über das linke Bein ein. In der Endstellung gilt:
- Dein Schläger bildet eine Linie mit Deinem linken Arm
- Die rechte Körperhälfte ist entlastet
- Die Hände wirken passiv – lebendig, aber nicht aktiv
Wenn Du stattdessen mit den Händen arbeitest, bricht die Linie zwischen Schläger und linkem Arm zusammen. Genau das erzeugt die Fehler, die oben beschrieben wurden.
Drill 1: Der Step
Dieser Drill hilft Dir, den Körper besser durch den Ball zu bewegen.
- Nimm Dein normales Chip-Set-up ein
- Beim Ausholen hebst Du das linke Bein vom Boden
- Das Absetzen des linken Fußes löst die Vorwärtsbewegung aus – noch in der Ausholphase
- Schwing durch den Ball und verharr in der Endstellung
- Prüfe: Schläger und linker Arm in einer Linie? Rechte Seite entlastet?
Wiederhole diesen Drill regelmäßig, auch ohne Ball. Die Endstellung zu kontrollieren ist dabei genauso wichtig wie der Treffmoment selbst.
Drill 2: Linker und rechter Arm einzeln verstehen
Dieser Drill zeigt Dir, was jede Seite beim Chippen leistet – und warum sie zusammenarbeiten müssen.
Mit dem linken Arm allein ist die Bewegung einfach: Die linke Schulter führt, der Schläger streift den Boden durch, der Ball wird mitgenommen. Keine große Körperbewegung nötig.
Mit dem rechten Arm allein sieht das anders aus. Der Drehpunkt ist die rechte Schulter. Wenn Du Dich dabei nicht nach vorne bewegst, trifft der Schläger zu früh auf den Boden. Deshalb braucht die rechte Seite zwingend die Körperbewegung nach links – sonst entsteht ein fetter Ballkontakt.
Egal welche Hand zu welchem Zeitpunkt aktiver ist – beide müssen immer zusammenarbeiten. Der linke Arm gibt die Richtung vor, die rechte Seite unterstützt die Körperbewegung nach vorne.
Drill 3: Rechte Hand anlegen
Als dritter Drill fässt Du den Schläger zunächst nur mit dem linken Arm. Die rechte Hand legst Du dann locker daneben, ohne richtig zu greifen. So chippst Du den Ball an.
Du spürst sofort, ob die rechte Hand passiv bleibt und dem linken Arm hilft – oder ob sie aktiv wird und den Schlag ruiniert. Das ist ein direktes Feedback, das kein Spiegel ersetzen kann.
Welcher dieser drei Drills fällt Dir am schwersten? Schreib es in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!
Text: CSP




Kommentare
Warum werden die Erläuterungen immer nur für Rechtshänder gemacht? Ist es nicht möglich von der vorderen Hand und dem vorderen Bein zu sprechen? Das ewige Umdenken beim lesen macht die Sache schon schwierig.
Sehr gut präsentiert! Ich bin begeistert von ihnen zu lernen!
Danke
Beste Grüße
Dr.Eugen Jetzfellner
München