Der Pitch – die 4 wichtigsten Annäherungsschläge (Teil 3 von 4)

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

50 Meter zur Fahne, kurze, feste Lage – und in Deinem Kopf spukt der Gedanke: »Pitch = hoch, Chip = flach.« Genau das führt zu Unsicherheit, dünnen Treffern und Bällen ohne Spin. Lass uns das geradeziehen: Pitchen ist keine Hochspieltechnik. Es geht darum, den Ball einzuklemmen, viel Reibung zu erzeugen und ihn mit Spin schnell stoppen zu lassen.

Die 4 wichtigsten Annäherungsschläge
  1. Der Puttchip
  2. Der Chip
  3. Der_Pitch
  4. Der Lob

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Was ein Pitch wirklich ist

»Pitch« bedeutet im Englischen einklemmen / kneifen. Du triffst den Ball mit einem abwärtsgerichteten Eintreffwinkel und erzeugst dadurch hohen Rückwärtstrall. Das Ergebnis: Der Ball fliegt mittelhoch, macht einen kurzen Hops und bleibt sofort liegen – oder kommt sogar zurück. In Zahlen: Je nach Schlag und Material sind 8.000–10.000 U/min Spin möglich.

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Mehr Informationen

Wann Du pitchen solltest

  • Distanz: Typisch um die 50 Meter (auch 40–60 m). Du brauchst Länge und Spin.
  • Lage: Kurz geschorenes Fairway ist ideal. Semirough ist ungeeignet, da Gras zwischen Schlagfläche und Ball Reibung frisst.
  • Spezialfall: Aus einem Divot oder von einer harten Lage ist Pitchen oft die beste Wahl – der steilere Eintreffwinkel „packt“ den Ball. Dann darf der Ball im Stand etwas weiter rechts liegen: je schlechter die Lage, desto rechter.

Material-Check für maximalen Spin

  • Ball: Nimm einen hochwertigen Tourball mit griffiger Schale (z.B. vergleichbar mit Pro V1x).
  • Wedges: Saubere, scharfe Rillen sind Pflicht. Abgenutzte Wedges kosten Spin – Profis tauschen regelmäßig.
  • Schlagfläche: Vor jedem Schlag reinigen – ein Sandkorn zu viel mindert Reibung deutlich.
Setup: die Basis für Spin
  • Stand: Sehr schmal (etwa eine Fußbreite) – das stabilisiert und erleichtert die Rotation.
  • Ausrichtung: Neutral und parallel zur Ziellinie (Schultern, Arme, Augen).
  • Ballposition: Zentral bis leicht links; aus schlechter Lage weiter nach rechts.
  • Griff: Normaler Griff, Hände weich und lebendig, nicht verkrampft.
  • Haltung: Stolzer Oberkörper, weiche Knie, Hüfte entspannt drehbar.

Die Bewegung: einklemmen statt „unter den Ball“
  1. Winkel aufbauen: Im Ausholen zwischen linkem Arm und Schläger ein deutliches L („Hinge“) setzen.
  2. Hände vor dem Ball: In den Treffmoment mit Vorwärtsdrang – der Schaft steht leicht nach vorn geneigt, Loft wird reduziert.
  3. Abwärts treffen: Zuerst Ball, dann Boden. Ein Divot nach dem Ball ist ein gutes Zeichen.
  4. Rumpf führt: Dreh den Oberkörper aktiv durch – nicht mit den Händen „umklappen“.
  5. Schläger vor dem Körper: Der Schlägerkopf bleibt gefühlt vor Dir; kein „Flip“ hinter die Hände.
  6. Tempo: Plane ca. 5 % mehr Schwungtempo als beim gleich langen Chip ein. Viel Energie „wandert“ in den Spin (Stichwort dezentraler Stoß).

50-Meter-Pitch: Schritt für Schritt
  1. Richtung wählen, neutral aufbauen, sehr schmal stehen.
  2. Ball zentral, Hände weich, Blick auf die Treffzone (Gedanke: „erst Ball, dann Boden“).
  3. Im Probeschwung prüfen: Der Schläger streift den Boden erst nach der gedachten Ballposition.
  4. Ausholen mit L-Winkel, dann aggressiv nach vorne in den Ball – Rumpf dreht, Hände bleiben stabil.
  5. Durchschwingen, ohne den Winkel früh „aufzuwerfen“. Divot nach dem Ball akzeptieren.

Typische Fehler – und die schnelle Korrektur
  • „Unter den Ball kommen“ wollen: Nimmt Spin weg. Lösung: Ball-dann-Boden denken, Hände vor den Ball.
  • Früher Bodenkontakt: Meist durch zu frühes Umklappen der Hände. Lösung: Winkel halten, Schaft vor dem Ball, Rumpf dreht durch.
  • Zu viel Loft im Treffmoment: Ball startet hoch, stoppt nicht. Lösung: Leichte Vorwärtsneigung, divotfreundlicher, abwärts treffen.
  • Semirough pitchen: Gras nimmt Reibung. Lösung: Bessere Lage wählen – oder Technik/Schlagwahl anpassen.

Deine Mini-Übungsroutine

  1. Treffstreifen: Markiere eine Linie auf dem Boden (oder stell sie Dir vor). Ziel: Der Schläger streift die Linie nach der Ballposition.
  2. L-Check: Im Spiegel/Handy den Winkel im Ausholen kontrollieren. Im Durchschwung bleibt der Schaft vor den Händen.
  3. Spin-Test: Starte mit 30–40 m. Triff den Ball knackig, beobachte, ob er schnell stoppt oder sogar kurz zurückrollt.

Merksatz für den Platz

Pitchen ist flach gedacht, spinreich getroffen. Du klemmst den Ball zwischen Schlagfläche und Boden ein, nutzt den Rumpf, hältst die Hände stabil – und vertraust darauf, dass der Spin die Höhe (und v. a. das Stoppen) erledigt.

Welche Distanz macht Dir aktuell am meisten zu schaffen – und warum? Schreib mir Deine Erfahrung und gern eine Frage in die Kommentare!

Text: CSP

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Kommentare

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5 Kommentare
Ulrich Weissmann

Ich finde den Pitch gut erklärt und demonstriert.
Bei der geschilderten Situation (über den Bunker, 4m zur Fahne und auch nicht vie Grün dahinter, vielleicht auch wieder Bunker) würde ich aber den Lob für angebrachter halten

Mel W

Dankeschön ???? toll erklärt, vor allem gut herausgestellt, was die meisten über einen Pitch denken ????

Wolfgang Bok

Sehr gut erklärt. Heißt das P oder W auf dem (Ping)Wedge, dass man für Pitchen ein P-Wedge nimmt. > 40 Meter werden mit dem Sandwedge schwierig, da oft zu kurz. Dank & Gruß Wolfgang