Handgelenke beim Driver – winkeln oder nicht?
Du stehst am Abschlag, der Driver in der Hand, bereit für den großen Schlag. In Deinem Kopf kreist der Gedanke: »Mehr Handgelenkswinkel = mehr Länge.« Klingt logisch? Ist es aber nicht! Genau dieser Denkfehler raubt Dir wertvolle Meter.
Warum zu viel Handgelenkswinkel schadet
Viele Golfer winkeln beim Ausholen ihre Handgelenke zu früh und zu stark. Das führt zu einer steilen Schlagbahn, zu viel Druck auf dem vorderen Bein und oft zu unsauberem Ballkontakt – Slice, dünne Treffer oder flache Schläge sind die Folge. Statt mehr Länge zu gewinnen, verlierst Du sie.
Der Schlüssel: Passives Handgelenk
Beim Ausholen solltest Du Deine Handgelenke nicht bewusst anwinkeln. Starte die Bewegung mit einer Schulterrotation, drehe die rechte Schulter (bei Rechtshändern) zusammen mit der Hüfte nach hinten und halte den Abstand zwischen Griffende und Körper konstant. Dein rechter Arm bleibt dabei relativ gestreckt – so baust Du automatisch mehr Radius auf. Der Handgelenkswinkel entsteht dann von allein, ohne dass Du darüber nachdenken musst.
- Du bekommst mehr Radius im Schwung – und damit mehr Energie.
- Du verlagerst Dein Gewicht besser auf den rechten Fuß.
- Du hältst Spannung im Körper, ohne zu überdrehen.
- Dein Treffmoment wird sauberer und konstanter.
- Du kannst im Abschwung mehr Handgelenkswinkel aufbauen und den „Peitscheneffekt“ nutzen.
Ob Speerwurf, Tennis oder ein einfacher Ballwurf – kein Sportler würde den Arm eng am Körper halten. Länge im Arm bedeutet mehr Hebel und mehr Kraft. Gleiches gilt für Deinen Golfschwung.
So trainierst Du den Peitscheneffekt
- Greife den Schläger ganz unten, dort, wo der Schaft in den Kopf übergeht.
- Nimm Deine Ansprechposition ein, der Schläger ist etwa auf Bauchnabelhöhe.
- Hole mit Radius und passivem Handgelenk aus.
- Im Abschwung „peitscht“ der Schlägerkopf nach unten – spüre, wie das Griffende fast in Deinen Nacken fällt.
- Wiederhole, bis sich die Bewegung locker und rhythmisch anfühlt.
Weniger Handgelenk, mehr Länge
Mehr Länge mit dem Driver bekommst Du nicht durch mehr Handgelenkswinkel beim Ausholen – sondern durch weniger. Lass die Handgelenke passiv, halte den Radius groß und nutze den Peitscheneffekt im Abschwung. So triffst Du sauberer, baust mehr Geschwindigkeit auf und gewinnst Meter – ganz ohne mehr Kraft.
Wie fühlt sich Dein Schwung an, wenn Du die Handgelenke bewusst passiv lässt – merkst Du einen Unterschied in Länge oder Treffmoment? Schreib’s gerne in die Kommentare!



