Fairwaybunker: So gelingt Dir der Schlag!
Dein Drive landet im Fairwaybunker. Du greifst zur Tasche, ziehst das Holz 7 oder das Hybrid – schließlich sind es noch 130 Meter bis zum Grün. Du gehst in den Bunker, denkst nur an eins: Länge. Dann der Schlag – und der Ball knallt gegen die Bunkerkante.
Diese Situation kenne ich von unzähligen Runden. Das eigentliche Problem liegt nicht an Deiner Technik. Stattdessen fehlt Dir die richtige Strategie, bevor Du überhaupt zum Schläger greifst.
Der Denkfehler beginnt am Abschlag
Bevor wir über den Schlag aus dem Bunker sprechen, müssen wir kurz zurück zum Abschlag. Oft entsteht die schwierige Bunkerlage nämlich dadurch, dass Du am Abschlag den falschen Schläger wählst.
Auf einem Loch mit Bunkern rechts und links liegt die schmalste Stelle des Fairways häufig genau dort, wo Dein Driver landet. Hättest Du stattdessen ein Holz gewählt, wärst Du fünf bis sechs Meter kürzer – dafür aber sicher auf dem Fairway. Deshalb gilt: Loch einteilen ist entscheidend.
Vier Fragen, bevor Du zuschlägst
Wenn Du trotzdem im Fairwaybunker liegst, hilft Dir keine Panik und kein blinder Griff zum längsten Schläger. Stelle Dir stattdessen diese Fragen der Reihe nach:
- Wie liegt der Ball? (Bergauf, bergab, sauber, halb eingegraben?)
- Wie weit ist die Fahne entfernt?
- Wie weit liegt der Ball von der Bunkerkante entfernt?
- Schaffe ich es realistisch, mit einem Schläger, der die Distanz bringt, auch über die Kante zu kommen?
Erst wenn Du diese vier Punkte durchgegangen bist, entscheidest Du Dich für einen Schläger. Nicht vorher.
Der entscheidende Winkel zur Kante
Der häufigste Fehler ist, den Abstand zur Bunkerkante zu unterschätzen. Auch wenn die Kante niedrig aussieht: Ein Holz 7 oder ein Hybrid hat eine lange Steigphase. Der Ball geht also flach los und braucht Meter, bis er Höhe erreicht.
Liegst Du nur 3 Meter von der Kante entfernt, hat der Ball keine Chance, schnell genug hochzukommen. Er knallt gegen die Kante – und Du liegst schlechter als vorher. Deshalb brauchst Du bei kurzem Abstand zur Kante einen Schläger mit viel Loft, damit der Ball steil aufsteigt.
Du denkst nur an die Distanz zur Fahne und blendest die Bunkerkante aus. Das Ergebnis: Der Ball trifft die Kante und rollt zurück in den Sand – oder bleibt sogar liegen. Statt eines Schlags verlierst Du gleich zwei.
Clever vorlegen statt riskant angreifen
Manchmal musst Du akzeptieren, dass das Grün außer Reichweite ist. Das ist keine Niederlage, sondern kluges Golf. In meiner Situation heute lag ich 3 Meter von der Kante entfernt, hatte 130 Meter zur Fahne – und habe mich für ein Pitching Wedge entschieden.
Das Pitching Wedge (42° bis 44°) bringt den Ball schnell nach oben. Er kommt sicher aus dem Bunker heraus und landet auf dem Fairway. Von dort spielst Du den nächsten Schlag entspannt aufs Grün.
- Wähle einen Schläger mit ausreichend Loft (Pitching Wedge oder Eisen 9)
- Greife etwas kürzer am Griff
- Ballposition in der Mitte der Füße, ganz leicht links
- Probeschwung außerhalb des Bunkers – im Bunker den Sand dabei nicht berühren (sonst zwei Strafschläge)
- Sauberen Ballkontakt anstreben, nicht in den Sand schlagen
Wann Du doch das lange Eisen wagen kannst
Es gibt Situationen, in denen ein längerer Schläger funktioniert. Zum Beispiel dann, wenn Du weiter hinten im Bunker liegst und dadurch mehr Abstand zur Kante hast. Dann sind auch ein Eisen 8 oder Eisen 7 denkbar.
Trotzdem gilt: Die Steigphase muss immer eingerechnet werden. Lieber einen Schläger weniger nehmen und sicher rauskommen, als alles auf eine Karte zu setzen.
Wie gehst Du normalerweise aus dem Fairwaybunker vor? Spielst Du eher auf Sicherheit oder greifst Du an? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!



