Mehr Power und Kraft im Golfschwung
Man sieht es leider viel zu häufig: Ein Golfer steht selbstbewusst am Ball, hat ein sauberes Set-up und eine gute Linie. Doch der Schwung wird mit einer heftigen und viel zu schnellen Bewegung eingeleitet, die Arme werden nach oben gerissen, im Abschwung wirft der Spieler seinen Oberkörper in Richtung Ball. Er glaubt, damit Geschwindigkeit und Kraft zu generieren.
Dass dabei viel mehr Energie verloren geht, als an den Ball gebracht werden kann, ist den meisten von uns in der Theorie klar.
Mit Druck in den Golfschwung
Im folgenden Video zeige ich Dir, wie es mit Hilfe einiger Drills gelingt, echten Druck und zielgerichtete Power an den Ball zu bringen.
Auf folgende Punkte solltest Du achten, wenn Du mit mehr Geschwindigkeit an den Ball kommen willst.
Aufschwung:
- Achte darauf, den Schläger langsam und in einer Rotationsbewegung zu führen. Wenn Du den Schläger schnell in die Höhe reißt, geht Kraft und Kontrolle verloren.
- Am Ende des Aufschwungs sollte das Brustbein über dem hinteren Fuß sein. Die Schulterlinie sollte parallel zur Innenlinie des hinteren Fußes sein.
- Versuche Dein Gewicht stabil und mittig zu halten.
- Der Aufschwung ist eine Drehbewegung. Achte darauf, nicht zu schwanken – oder gar das Gewicht auf den hinteren Fuß zu verlagern.
Rhythmus:
Ein guter Rhythmus muss und kann nicht forciert werden. Ohne viel dafür zu tun, kannst Du den Kopf, also den schwersten Teil des Schlägers, die Arbeit machen lassen.
Pendelübung für einen guten Rhythmus.
- Stelle Dich – vorerst ohne Ball – mit einem mittleren Eisen in eine normale Ansprechposition, ohne den Boden zu berühren.
- Lasse den Schläger leicht hin und her pendeln.
- Vergrößere die Pendelbewegung langsam, bis Du in eine volle Schwungbewegung kommst.
- Hierbei wirst Du bald bemerken, wie Du ohne große Kraftanstrengung schneller wirst.
- Versuche diese Übung nun mit einem Ball.
Abschwung:
Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt ist eine gute Bewegung im Abschwung.
Hierbei gilt es, die Arme aus dem Spiel zu nehmen. Denn auch wenn viele Amateure versuchen, mit Hilfe der Arme Geschwindigkeit zu erzeugen, ist das in vielen Fällen nicht zielführend.
Sieht man hingegen Pros zu, kann man beobachten, dass der Abschwung mit dem Unterkörper eingeleitet wird. Die Arme folgen der Bewegung eher.
Hierzu zwei Drills:
Der Peitscheneffekt:
- Greif Deinen Schläger mit der Führungshand.
- Lege einen oder zwei Finger Deiner anderen Hand kurz vor dem Kopf unter den Schaft.
- Hole aus.
- Spüre, wie sich im Arm und in der Führungshand am höchsten Punkt des Aufschwungs Spannung aufbaut.
- Wenn Du nun den Abschwung mit Hüftrotation und Gewichtsverlagerung in Richtung Ziel einleitest, wirst Du fühlen, wie der Schlägerkopf nach vorne peitschen will. Dieses Gefühl gilt es in den Schwung zu übertragen.
Eine zweite Übung, die Dir helfen wird, Drehung und Gewichtsverlagerung zu trainieren, ist
Ein Korbdrill für die richtige Rotation und Gewichtsverlagerung
- Stelle einen Ballkorb jeweils an die Außenseite Deiner Fersen. Die Korbseiten sollten Deine Unterschenkel berühren.
- Beim Aufschwung darf der hintere Korb nicht umfallen.
- Beim Durchschwung sollte der vordere Korb jedoch in Richtung Ziel umkippen.
- Diese Übung hilft Dir, ein Gefühl für die richtige Rotation im Rückschwung und die entsprechende Gewichtsverlagerung im Durchschwung zu entwickeln.
Baue diese drei einfachen Drills in Dein regelmäßiges Training ein. Mit etwas Geduld und Übung wirst Du bald feststellen, wie sich Dein Rhythmus verbessert, wie Du mehr Druck an den Ball bringst und Deine Schlägerkopf- und Ballgeschwindigkeit höher wird.
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Trainieren!
