Ziehen oder Werfen? Welcher Golfschwung passt zu Dir

Detlef

Detlef

Prof. Dr. Detlef Stronk ist Mitglied der Seniorenmannschaft vom GLC Semlin am See (bestes Handicap 9,2) und erfolgreicher Golfbuchautor.

Du holst kräftig aus, der Körper dreht, der Schläger kommt – aber der Ball will einfach nicht so fliegen, wie Du es Dir vorstellst. Vielleicht liegt es nicht an Deiner Fitness oder Deinem Timing. Vielleicht liegt es daran, dass Du den falschen Schwungtyp für Dich trainierst.

In meinem Buch »Golfschwung DNA« habe ich beschrieben, dass es grundlegend unterschiedliche Methoden gibt, den Golfschläger zum eigenen Körpertyp passend zu bewegen. Heute möchte ich diesen Gedanken um eine wichtige Unterscheidung ergänzen: »Ziehen« oder »Werfen« – und warum diese Frage für Dich persönlich entscheidend sein könnte.

Zwei Bewegungsmuster – ein entscheidender Unterschied

Der amerikanische Golflehrer John Dero beschreibt zwei gänzlich unterschiedliche Schwungprinzipien. Beide funktionieren, aber für unterschiedliche Spielertypen. Die entscheidende Frage lautet: Bist Du ein »Puller« oder ein »Thrower«?

Beim »Ziehen« wird im Rückschwung viel Energie durch eine Stretch-Bewegung aufgebaut. Der Abschwung beginnt mit einer kraftvollen Zug-Bewegung aus Beinen und Unterkörper nach unten und vorn. Dadurch wird der Körper zur Rotation gezwungen – und diese Rotation schleudert Arme und Schläger mit. Es ist die Methode der meisten Profis und Longhitter. John Dero empfiehlt sie vor allem jüngeren, athletischen Spielerinnen und Spielern, die früh mit Golf begonnen haben.

Beim »Werfen« läuft es umgekehrt: Hier nehmen die Arme den Körper mit – nicht der Körper die Arme.

Kurz zusammengefasst:
»Ziehen« = Körper führt, Arme folgen → ideal für athletische, bewegliche Spieler
»Werfen« = Arme führen, Körper folgt → ideal für Einsteiger im fortgeschrittenen Alter
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Werfen – So funktioniert die Technik

Die Wurfbewegung klingt simpel – und das ist sie im Kern auch. Dero beschreibt sie so: Der Schläger wird im Rückschwung locker nach oben und hinten über die Schulter geführt. Ellbogen und Handgelenke winkeln dabei ganz natürlich ab. Der Griffdruck ist leicht, die Bewegung insgesamt entspannt.

Im Abschwung beginnt alles mit einer leichten Vorwärtsbewegung des Unterkörpers und einem Absenken von Ellbogen und Handgelenk. Sobald der Griff tiefer ist als der Arm, wird der Schläger aus Arm und Handgelenk durch den Ball geschleudert. Die Wurfrichtung ist langgestreckt, genau Richtung Ziel. Der Schläger fliegt jenseits der Brust – und zieht den Körper dabei in ein natürliches Finish.

Meine persönliche Ergänzung zu Deros Beschreibung: Die Wurfbewegung kann bereits kurz nach dem Start des Abschwungs beginnen – nicht erst, wenn der Griff die tiefste Position erreicht hat. Dadurch lässt sich die volle Schlägerkopfgeschwindigkeit besser ausnutzen.

Meine eigene Erfahrung – und 251 Meter

Ich war Leichtathlet und Tennisspieler. Mit Golf angefangen habe ich erst mit 45 Jahren. Ich habe damals das »Ziehen« gelernt – wie die meisten. Erst später bin ich auf das »Werfen« gestoßen.

Das Ergebnis: Den längsten Drive meines Lebens habe ich im fortgeschrittenen Alter geschlagen – 251 Meter an Bahn 24 in Semlin. Mit einer Wurfbewegung, primär aus dem rechten Handgelenk und mit Streckung des rechten Arms. Kein maximaler Krafteinsatz, kein Verdrehen des Körpers – sondern eine flüssige, natürliche Wurfbewegung.

Bekannte Profis, die ähnlich schwingen: Bubba Watson, Vijay Singh und Phil Mickelson. Alle drei sind für ihre charakteristische Schwungform bekannt – und für ihre Weite trotz individueller Technik.

Padraig Harrington und der einfachste Drill der Welt

Wenn noch ein Zeuge gesucht wird: Mehrfach-Major-Sieger Padraig Harrington empfiehlt in mehreren YouTube-Videos die Wurfbewegung. In seinem jüngsten Video »Wrist action in the golf swing« zeigt er einen Drill, der so simpel ist, dass man ihn sofort ausprobieren möchte:

Der Harrington-Drill:
Nimm einen Golfball in die Wurfhand – direkt in die Finger. Wirf ihn etwa 2 Meter vor Dir Richtung Ziel auf den Boden. Ganz natürlich.

Du wirst Dich automatisch perfekt drehen und das mit einer idealen Handgelenksbewegung. Einfach so machen.

Welcher Schwungtyp bist Du?

Die Antwort hängt weniger von Deinem Handicap ab als von Deiner körperlichen Geschichte. Bist Du jung, beweglich und schon lange dabei? Das »Ziehen« könnte Dein Weg sein. Hast Du später mit Golf angefangen, bist vielleicht nicht mehr ganz so flexibel wie mit 20? Dann lohnt es sich, die Wurfbewegung ernsthaft auszuprobieren.

Probiere den Harrington-Drill einfach mal auf der Range aus. Wirf ein paar Bälle auf den Boden Richtung Deines Balles. Und dann nimm den Schläger in die Hand und versuche, genau diese Bewegung zu wiederholen.

Was ist Deine Erfahrung mit diesen beiden Schwungprinzipien? Hast Du das »Werfen« schon mal ausprobiert – und was hat es gebracht? Schreib es in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!

golfschwung dna 722x1024 - Ziehen oder Werfen? Welcher Golfschwung passt zu DirGolfschwung DNA – Schalte Deinen Schwung auf Autopilot
  • 116 Seiten
  • ISBN: 978-3-9819631-4-4
  • Autor: Prof. Dr. Detlef Stronk
  • Preis: 19,99 Euro

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Text: CSP

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Prof. Dr. Detlef Stronk ist Mitglied der Seniorenmannschaft vom GLC Semlin am See (bestes Handicap 9,2) und erfolgreicher Golfbuchautor.

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