Kurze Putts üben – drei Drills für mehr Selbstvertrauen
Ein Meter vom Loch. Die Runde läuft gut. Und dann verfehlt der Ball knapp das Loch – wieder. Genau dieser Moment kostet Dich Punkte, Nerven und Selbstvertrauen. Die gute Nachricht: Kurze Putts sind kein Talent, sondern eine Frage des richtigen Trainings.
Mit den drei folgenden Drills wirst Du gezielt und messbar besser. Außerdem zeige ich Dir, wie Du Dein Training sinnvoll aufteilst – denn die meisten Golfer üben die falschen Distanzen zu lange.
Wie Du Deine Putt-Übungen richtig aufteilst
Wenn Du Putten trainierst, solltest Du mindestens zweimal pro Woche eine halbe Stunde auf dem Putting Green verbringen. Und hier kommt der entscheidende Punkt: Verteile diese Zeit nicht gleichmäßig. Stattdessen gilt folgende Aufteilung:
- 20 Minuten für lange Putts ab 10 Meter
- 10 Minuten für kurze Putts unter 2 Meter
Der Grund dafür ist einfach. Langes Putten schult Dein Dosierungsvermögen – also das Gefühl für Kraft und Weite. Dieses Gefühl überträgt sich direkt auf die kurzen Putts. Wer viel auf langen Distanzen übt, hat danach deutlich mehr Kontrolle auf kurzen. Mittlere Distanzen zwischen 3 und 8 Metern brauchst Du dabei kaum separat zu trainieren.
Drill 1: Die Serien-Methode aus einem Meter
Dieser Drill geht auf Colin Montgomerie zurück. Er soll jeden Tag 100 Putts aus einem Meter hintereinander eingelocht haben – und wenn einer danebenging, fing er von vorne an. Du musst nicht gleich mit 100 starten. Setz Dir stattdessen ein realistisches Ziel.
- Markiere einen Punkt genau einen Meter vom Loch entfernt
- Baue für jeden Ball das komplette Set-up neu auf – kein Abkürzen
- Versuche, zehn Putts hintereinander einzulochen
- Schaffst Du mehr, zum Beispiel 18, ist das Deine neue Zielvorgabe beim nächsten Training
- Schaffst Du die Serie nicht, bleibst Du so lange, bis Du sie abgeschlossen hast
Wichtig: Jeder Ball wird mit vollständiger Routine gespielt – Set-up aufbauen, Schläger auf die Puttlinie stellen, Handstellung kontrollieren, Probeschwung, dann einlochen.
Das klingt simpel, ist aber wirkungsvoller als jede andere Methode. Denn Du baust echtes Selbstvertrauen nur dann auf, wenn Du wiederholbare Erfolge erlebst.
Drill 2: Die 4-3-2-Staffel
Dieser Drill bringt eine weitere Zutat ins Spiel, die im echten Spiel immer vorhanden ist: Druck. Du legst drei Tees auf dem Grün aus – auf einem Meter, eineinhalb Metern und zwei Metern Entfernung vom Loch.
- Station 1 (1 Meter): Loche vier von vier Bällen ein
- Schaffst Du das, weiter zu Station 2 (ca. 1,5 Meter): Loche drei von vier ein
- Schaffst Du das, weiter zu Station 3 (2 Meter): Loche zwei von vier ein
- Verfehlst Du das Ziel an einer Station, gehst Du zurück zur vorherigen Station
Das Ziel lautet 4 – 3 – 2. Erst wenn Du die komplette Staffel durchgehst, hast Du den Drill erfolgreich abgeschlossen.
Was diesen Drill so wertvoll macht: Du wirst irgendwann an einem Punkt stehen, an dem Du unter echtem Druck einlochen musst. Genau das simuliert das Gefühl auf dem Platz.
Drill 3: Mit vier verschiedenen Absichten putten
Der dritte Drill klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber besonders wirkungsvoll für die Feinsteuerung Deiner Schlagfläche. Du nimmst vier Bälle und lochst jeden mit einer anderen Absicht ein:
- Ball 1: Den Ball von rechts ins Loch fallen lassen
- Ball 2: Den Ball von links ins Loch fallen lassen
- Ball 3: Den Ball mit der letzten Umdrehung ins Loch sterben lassen – also ganz knapp mit minimalem Tempo
- Ball 4: Den Ball fest einlochen, direkt gegen die hintere Lochkante
Es geht hier nicht darum, alle vier einzulochen. Stattdessen sensibilisiert Dich dieser Drill dafür, wie viel Einfluss Deine Absicht auf Richtung und Tempo hat. Wer diese vier Varianten bewusst übt, entwickelt ein deutlich feineres Gefühl für die Steuerung des Putters.
Was alle drei Drills gemeinsam haben
Bei jedem dieser Drills gilt dasselbe Prinzip: Führe jeden einzelnen Putt mit vollständiger Routine aus. Das bedeutet Set-up aufbauen, Ausrichtung prüfen, Handstellung kontrollieren – und erst dann schlagen. Wer das beim Üben überspringt, trainiert schlechte Gewohnheiten. Denn Drills helfen Dir nur dann, wenn Du genau das einübst, was Du später auf dem Platz abrufen willst.
Welcher der drei Drills fällt Dir am schwersten – die Serien-Methode, die Staffel unter Druck oder das Putten mit verschiedenen Absichten? Schreib mir Deine Erfahrung in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!



