Tipps für die Runde

Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

· 4 Min. Lesezeit · 12 Kommentare

Tim SchneiderTim Schneider

In meiner Tätigkeit als Golf-Referee sind mir strittige Situationen in Turnieren bestens bekannt. Ich habe für Dich die häufigsten Regelverstöße zusammengestellt – vielleicht erspart es Dir den ein oder anderen Strafschlag … oder gibt Dir mehr Sicherheit in Regel-Diskussionen.

regelirrtuemer 700x445 - Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

Regelirrtum Nummer 1

ball markieren - Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

Ein Ball muss immer vor dem Aufnehmen markiert werden!

Nein, nicht grundsätzlich: Die Regel verlangt nur ein Markieren der Balllage, wenn der Ball nach dem Aufnehmen an die gleiche Stelle zurückgelegt werden muss.

Regelirrtum Nummer 2

Beim Ausmessen darf keine Schlägerhaube auf dem Schläger sein.

Auch falsch. Die Regeln sagen klar: innerhalb einer bzw. zwei Schlägerlängen. Diese müssen laut Regeln nicht mal gemessen werden. Der Drop muss nur innerhalb der Länge sein, wobei die Haube nicht dazu zählt. Beim Ausmessen darf die Haube also dranbleiben. Achte nur darauf, dass Du innerhalb der ein bzw. zwei Schlägerlängen bleibst.

Regelirrtum Nummer 3

Lochspiel ist gleich Zählspiel!

Nein, im Zählspiel spielst Du gegen den Platz. Beim Lochspiel NUR gegen einen Gegner. So kannst Du beim Lochspiel über einen Regelverstoß Deines Gegners hinwegsehen. Beispiel: Beim Ansprechen bewegt sich der Ball ein paar Millimeter zur Seite. Der Spieler legt den Ball aber nicht zurück und spielt. Sein Gegner sieht dies, beanstandet es aber nicht und lässt den Regelverstoß einfach durchgehen. Im Zählspiel ist dieses Verhalten undenkbar.

Es wird übrigens als unsportlich angesehen, wenn Du im Lochspiel einen Regelverstoß begehst, der von Deinem Gegner nicht bemerkt wird.

Regelirrtum Nummer 4

Der nächste Punkt der Erleichterung ist eine Stelle, die mich frei schwingen und spielen lässt.

Das ist natürlich Quatsch. Die nächstgelegene Stelle kann auch vor einem Baum sein.

Regelirrtum Nummer 5

Der Zähler muss Regelverstöße ahnden und ist zugleich Schiedsrichter.

Der Zähler muss den Score notieren, den der Spieler ihm meldet. Bei Zweifeln kann dieser verweigern, die Scorekarte zu unterzeichnen, bis die Spielleitung informiert ist. Danach muss er sie unterzeichnen, auch wenn er das Ergebnis weiterhin für falsch hält.

Regelirrtum Nummer 6

Das Identifizieren des Balles kann jederzeit erfolgen.

Das stimmt, sofern der Ball nicht eindeutig als der eigene erkannt werden kann. Vor dem Aufnehmen musst Du die Lage des Balles markieren, reinigen darfst Du ihn nur so weit, wie es zum Identifizieren nötig ist (Regel 7.3). Ankündigen musst Du das seit 2019 nicht mehr.

Regelirrtum Nummer 7

Auf dem Grün wird der Ball immer gelegt.

Meistens richtig: Nimmst Du auf dem Grün Erleichterung, etwa von zeitweiligem Wasser (Regel 16.1d), oder spielst Du nach Schlag und Distanz vom Grün erneut (Regel 14.6), wird der Ball hingelegt. Gedroppt wird auf dem Grün nur, wenn ein Erleichterungsbereich von außerhalb bis aufs Grün reicht – etwa bei einem Inselgrün.

Regelirrtum Nummer 8

Wasserhindernis

Wenn ich meinen Ball rund um eine Penalty Area (früher Wasserhindernis) nicht gefunden habe, darf ich nach der Penalty-Area-Regel weiterspielen.

Viele Spieler wollen den Ball, nachdem sie diesen nicht gefunden haben, nach der Penalty-Area-Regel (Regel 17) spielen. Rund um das Wasser sind häufig Büsche oder höheres Gras. Sucht ein Spieler seinen Ball außerhalb des Wassers, ist nicht bekannt oder so gut wie sicher, dass der Ball im Wasser ist.

Nur wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball im Wasser liegt – beispielsweise bei einem Inselgrün ohne Rough, Büsche oder Landzungen auf Fairwayhöhe –, darfst Du nach Regel 17 weiterspielen.

In anderen Fällen ist der Ball verloren. Dann gilt Schlag und Distanz nach Regel 18.2: ein Strafschlag, und Du droppst innerhalb einer Schlägerlänge um die Stelle des letzten Schlags, nicht näher zur Fahne.

Übrigens: Ist bekannt oder so gut wie sicher, dass der Ball in der Penalty Area liegt, darfst Du keinen provisorischen Ball spielen. Könnte er aber auch außerhalb verloren sein, ist ein provisorischer Ball erlaubt (Regel 18.3a).

Regelirrtum Nummer 9

Ich darf in einer Penalty Area (früher Wasserhindernis) nichts berühren.

Seit 2019 gelten in der Penalty Area dieselben Regeln wie im Gelände (Regel 17.1b): Du darfst Gras, Boden und Wasser berühren, den Schläger vor dem Ball aufsetzen und lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter oder Äste entfernen. Verboten bleibt, die Bedingungen für den Schlag zu verbessern (Regel 8.1).

Aktualisiert auf die Golfregeln 2023.