Tipps für die Runde / Blog

Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

In meiner Tätigkeit als Golf-Referee sind mir strittige Situationen in Turnieren bestens bekannt. Ich habe für Dich die häufigsten Regelverstöße zusammengestellt – vielleicht erspart es Dir den ein oder anderen Strafschlag … oder gibt Dir mehr Sicherheit in Regel-Diskussionen.

Regelirrtum Nummer 1

Ein Ball muss immer vor dem Aufnehmen markiert werden!

Nein, nicht grundsätzlich: Die Regel verlangt nur ein Markieren der Balllage, wenn der Ball nach dem Aufnehmen an die gleiche Stelle zurückgelegt werden muss.

Regelirrtum Nummer 2

Beim Ausmessen darf keine Schlägerhaube auf dem Schläger sein

Auch falsch. Die Regeln sagen klar innerhalb einer bzw. zwei Schlägerlängen. Diese müssen laut Regeln nicht mal gemessen werden. Der Drop muss nur innerhalb der Länge sein, wobei die Haube nicht dazu zählt. Beim Ausmessen darf die Haube also dran bleiben. Achte nur darauf, dass Du innerhalb der ein bzw. zwei Schlägerlängen bleibst.

Regelirrtum Nummer 3

Lochspiel ist gleich Zählspiel!

Nein, im Zählspiel spielst Du gegen den Platz. Beim Lochspiel NUR gegen einen Gegner. So kannst Du beim Lochspiel über einen Regelverstoß Deines Gegners hinwegsehen. Beispiel: Beim Ansprechen bewegt sich der Ball ein paar Millimeter zur Seite. Der Spieler legt den Ball aber nicht zurück und spielt. Sein Gegner sieht dies, beanstandet es aber nicht und lässt den Regelverstoß einfach durchgehen. Im Zählspiel ist dieses Verhalten undenkbar.

Es wird übrigens als unsportlich angesehen, wenn Du im Lochspiel einen Regelverstoß begehst, der von Deinem Gegner nicht bemerkt wird.

Regelirrtum Nummer 4

Der nächste Punkt der Erleichterung ist eine Stelle, die mich frei schwingen und spielen lässt.

Das ist natürlich Quatsch. Die nächstgelegene Stelle kann auch vor einem Baum sein.

Regelirrtum Nummer 5

Der Zähler muss Regelverstöße ahnden und ist zugleich Schiedsrichter

Der Zähler muss den Score notieren, den der Spieler ihm meldet. Bei Zweifeln kann dieser verweigern, die Scorekarte zu unterzeichnen, bis die Spielleitung informiert ist. Danach muss er sie unterzeichnen, auch wenn er das Ergebnis weiterhin für falsch hält.

Regelirrtum Nummer 6

Das Identifizieren des Balles kann jederzeit erfolgen.

Das stimmt, sofern der Ball nicht eindeutig als der eigene erkannt werden kann. Gleichzeitig muss jedoch der Zähler oder ein Mitbewerber informiert werden, damit dieser die Gelegenheit hat, das Identifizierungsverfahren zu beobachten.

Das Ankündigen wird sehr häufig vergessen. Die Strafschläge werden als unfair angesehen.

Regelirrtum Nummer 7

Auf dem Grün wird der Ball immer gelegt.

Falsch. Bei Wasser (Inselgrün) wird der Ball auch auf dem Grün gedroppt. Auch bei Regel 28 wird ein Ball auf dem Grün beim Erleichterungsverfahren fallen gelassen.

Regelirrtum Nummer 8

Wasserhindernis

Wenn ich meinen Ball rund um ein Wasserhindernis nicht gefunden habe, darf ich nach der Wasserhindernis-Regel weiterspielen.

Viele Spieler wollen den Ball, nachdem sie diesen nicht gefunden haben, nach der Wasserhindernis-Regel spielen. Rund um das Wasser sind häufig Büsche oder höheres Gras. Sucht ein Spieler seinen Ball außerhalb des Wassers, ist nicht bekannt oder so gut wie sicher, das der Ball im Wasser ist.

Einzig, wenn der Ball nicht woanders verloren sein kann als im Wasser, beispielsweise auf einem Inselgrün ohne Rough, Büsche oder Landzungen auf Fairwayhöhe, kann nach der Wasserhindernis-Regel weiter gespielt werden.

In anderen Fällen gilt der Ball als verloren. Es ist nach Regel 27 zu verfahren (Strafschlag und so nah wie möglich an der zuletzt gespielten Stelle droppen, nicht näher zur Fahne).

Übrigens: Wenn Du Deinen Ball im Wasser vermutest, darfst Du keinen provisorischen Ball hinterher spielen!

Regelirrtum Nummer 9

Ich darf im Wasserhindernis kein Gras berühren.

Regel 13-4 sagt folgendes:

„Jederzeit, einschließlich beim Ansprechen und beim Rückschwung zum Schlag, darf der Spieler jedes Hemmnis, jede von der Spielleitung zum Bestandteil des Platzes erklärte Anlage, jederlei Gras, Busch, Baum oder Sonstiges, das wächst, mit einem Schläger oder sonst wie berühren.“

Also: Du darfst den Boden oder das Wasser nicht berühren. Gras gehört nicht dazu.

Tim Schneider

Tim Schneider

Tim ist Golf-Referee und Experte für alle Regelfragen. Bei Turnieren hat er schon die verrücktesten Regelauslegungen erlebt.

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5 Kommentare


  1. Warning: trim() expects parameter 1 to be string, object given in /kunden/550741_12101/webseiten/golfstunde.alt/wp-includes/class-wp-user.php on line 208

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    Joachim Zondler says:

    Irrtum Nr. 5

    …..danach muss der Zähler die Zählkarte unterzeichnen.

    Siehe Dec. 6-6a/4


  2. Warning: trim() expects parameter 1 to be string, object given in /kunden/550741_12101/webseiten/golfstunde.alt/wp-includes/class-wp-user.php on line 208

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    Tim Schneider Tim Schneider says:

    Sehr geehrter Herr Zondler,
    gute Einwand. In der Decision steht tatsächlich drin, das ein Zähler nach einer Spielleitungsentscheidung den Score aber für die anderen Löcher trotzdem bestätigen muss. Allerdings geht es in Dec 6-6a/4 vielweniger um eine Strafe für den Spieler als vielmehr, und das ist an dieser Stelle auch das Entscheidende an dieser Stelle, ob der Zähler eine Strafe dafür bekommt, die Scorekarte nicht zu unterschreiben. Die Regelhüter haben in diesem Fall die Entscheidung getroffen, wenn der Zähler den Score an Bahn 15 aus Gewissensgründen nicht bestätigen möchte, zieht er sich dafür keine Strafe zu.
    Vergleichen wir das mit Dec 6-6d/6, in der ggf. eine Scorekarte auch ohne Unterschrift des Zählers anerkannt werden sollte, dienen die beiden Entscheidungen vor allem dem Schutz des Spielers. Denn sonst hätte der Zähler immer die Entscheidungsgewalt über Disqualifikation seines Spielers.

    Ferner möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, die Decisions sind eine Entscheidungshilfe zu explizit eingereichten Regelfällen, wo ggf. aus dem Regeltext Interpretationsspielraum besteht. Ich übernehme gerne auch die ein oder andere Decision im Spielaltag, refelktiere aber, ob der „Entschiedene Fall“ auch mit den Umständen und Tatsachen im aktuellen Regelfall, der zur Entscheidung in der Spielleitung vorliegt, auch vergleichbar ist. Sehe ich gravierende Abweichungen, muss die Spielleitung auch eine abweichende Entscheidung fällen, oder die Entscheidung vertagen und die Regelfall vom DGV oder R&A entscheiden lassen.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und freue mich natürlich immer über aufmerksame Leser. Abschließend gebe ich Ihnen natürlich für den in Dec 6-6/4 beschrieben Regelfall klar recht. Hier ist ist in diesem konkreten Fall für den Zähler entschieden worden Es sei Ihnen aber Versichert, in 15 Jahren Spielleitung haben ich diese Situation nie erleben müssen. Bei Regelunklarheiten habe ich als Spielleitungsmitglied sowohl Zähler als auch Spieler immer in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen können und es hat immer korrekt unterschriebene Scorekarten gegeben.


  3. Warning: trim() expects parameter 1 to be string, object given in /kunden/550741_12101/webseiten/golfstunde.alt/wp-includes/class-wp-user.php on line 208

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    Christian says:

    zu #1
    muss der Marker hinter den Ball gelegt werden?


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    Tim Schneider Tim Schneider says:

    Hallo Christian,
    der Marker muss nicht hinter den Ball gelegt werden. Er kann auch genauso gut daneben gelegt werden. Wichtig dabei ist nur, das beim Zurücklegen der Ball auch wieder auf die Stelle kommt, wo der Ball auch vorher gelegen hat.
    In der Rege 20-1 unter der Anmerkung steht folgender Text:
    Die Lage eines aufzunehmenden Balls SOLLTE dadurch gekennzeichnet werden, dass ein Ballmarker, eine kleine Münze oder ein ähnlicher Gegenstand unmittelbar hinter den Ball gelegt wird.

    Das sollte zeigt, das es ein durchaus wünschenswertes Verfahren ist, aber keine Muss-Bestimmung. Dazu gibt es eine schöne und auf diesen Fall identische Regelentscheidungen in den Decisions.
    Denn in der Dec 20-1/19 wird gefragt:
    Muss der Ballmarker beim Kennzeichnen der Lage eines Balls hinter den Ball oder darf er auch seitlich neben oder vor den Ball gelegt werden?“
    Antwort: Hierzu gibt es keine Einschränkung.
    Legt jedoch ein Spieler den Ballmarker auf dem Grün vor seinen Ball und unternimmt dabei irgendetwas auf dem Grün, was die Puttlinie verbessert könnte, (z. B. ein hochstehendes Grasbüschel niederdrückt), verstößt er gegen Regel 13-2.

    Ich hoffe, ich konnte Dir weiter helfen 🙂


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    hearingsolutionsofaltoona says:

    Entscheidend ist nach dem BFH allein, dass die Verbände dieselbe angebotene Leistung – die Spielleitung als Schiedsrichter – nachfragen und eine Vergütung anbieten.

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