Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

Tim Schneider
Über den Autor
Tim ist Golf-Referee und Experte für alle Regelfragen. Bei Turnieren hat er schon die verrücktesten Regelauslegungen erlebt.

In meiner Tätigkeit als Golf-Referee sind mir strittige Situationen in Turnieren bestens bekannt. Ich habe für Dich die häufigsten Regelverstöße zusammengestellt – vielleicht erspart es Dir den ein oder anderen Strafschlag … oder gibt Dir mehr Sicherheit in Regel-Diskussionen.

Regelirrtum Nummer 1

ball markieren - Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

Ein Ball muss immer vor dem Aufnehmen markiert werden!

Nein, nicht grundsätzlich: Die Regel verlangt nur ein Markieren der Balllage, wenn der Ball nach dem Aufnehmen an die gleiche Stelle zurückgelegt werden muss.

Regelirrtum Nummer 2

Beim Ausmessen darf keine Schlägerhaube auf dem Schläger sein

Auch falsch. Die Regeln sagen klar innerhalb einer bzw. zwei Schlägerlängen. Diese müssen laut Regeln nicht mal gemessen werden. Der Drop muss nur innerhalb der Länge sein, wobei die Haube nicht dazu zählt. Beim Ausmessen darf die Haube also dran bleiben. Achte nur darauf, dass Du innerhalb der ein bzw. zwei Schlägerlängen bleibst.

Regelirrtum Nummer 3

Lochspiel ist gleich Zählspiel!

Nein, im Zählspiel spielst Du gegen den Platz. Beim Lochspiel NUR gegen einen Gegner. So kannst Du beim Lochspiel über einen Regelverstoß Deines Gegners hinwegsehen. Beispiel: Beim Ansprechen bewegt sich der Ball ein paar Millimeter zur Seite. Der Spieler legt den Ball aber nicht zurück und spielt. Sein Gegner sieht dies, beanstandet es aber nicht und lässt den Regelverstoß einfach durchgehen. Im Zählspiel ist dieses Verhalten undenkbar.

Es wird übrigens als unsportlich angesehen, wenn Du im Lochspiel einen Regelverstoß begehst, der von Deinem Gegner nicht bemerkt wird.

Regelirrtum Nummer 4

Der nächste Punkt der Erleichterung ist eine Stelle, die mich frei schwingen und spielen lässt.

Das ist natürlich Quatsch. Die nächstgelegene Stelle kann auch vor einem Baum sein.

Regelirrtum Nummer 5

Der Zähler muss Regelverstöße ahnden und ist zugleich Schiedsrichter

Der Zähler muss den Score notieren, den der Spieler ihm meldet. Bei Zweifeln kann dieser verweigern, die Scorekarte zu unterzeichnen, bis die Spielleitung informiert ist. Danach muss er sie unterzeichnen, auch wenn er das Ergebnis weiterhin für falsch hält.

Regelirrtum Nummer 6

Das Identifizieren des Balles kann jederzeit erfolgen.

Das stimmt, sofern der Ball nicht eindeutig als der eigene erkannt werden kann. Gleichzeitig muss jedoch der Zähler oder ein Mitbewerber informiert werden, damit dieser die Gelegenheit hat, das Identifizierungsverfahren zu beobachten.

Das Ankündigen wird sehr häufig vergessen. Die Strafschläge werden als unfair angesehen.

Regelirrtum Nummer 7

Auf dem Grün wird der Ball immer gelegt.

Falsch. Bei Wasser (Inselgrün) wird der Ball auch auf dem Grün gedroppt. Auch bei Regel 28 wird ein Ball auf dem Grün beim Erleichterungsverfahren fallen gelassen.

Regelirrtum Nummer 8

wasserhindernis regeln - Die 9 häufigsten Regelirrtümer bei Turnieren

Wenn ich meinen Ball rund um ein Wasserhindernis nicht gefunden habe, darf ich nach der Wasserhindernis-Regel weiterspielen.

Viele Spieler wollen den Ball, nachdem sie diesen nicht gefunden haben, nach der Wasserhindernis-Regel spielen. Rund um das Wasser sind häufig Büsche oder höheres Gras. Sucht ein Spieler seinen Ball außerhalb des Wassers, ist nicht bekannt oder so gut wie sicher, das der Ball im Wasser ist.

Einzig, wenn der Ball nicht woanders verloren sein kann als im Wasser, beispielsweise auf einem Inselgrün ohne Rough, Büsche oder Landzungen auf Fairwayhöhe, kann nach der Wasserhindernis-Regel weiter gespielt werden.

In anderen Fällen gilt der Ball als verloren. Es ist nach Regel 27 zu verfahren (Strafschlag und so nah wie möglich an der zuletzt gespielten Stelle droppen, nicht näher zur Fahne).

Übrigens: Wenn Du Deinen Ball im Wasser vermutest, darfst Du keinen provisorischen Ball hinterher spielen!

Regelirrtum Nummer 9

Ich darf im Wasserhindernis kein Gras berühren.

Regel 13-4 sagt folgendes:

„Jederzeit, einschließlich beim Ansprechen und beim Rückschwung zum Schlag, darf der Spieler jedes Hemmnis, jede von der Spielleitung zum Bestandteil des Platzes erklärte Anlage, jederlei Gras, Busch, Baum oder Sonstiges, das wächst, mit einem Schläger oder sonst wie berühren.“

Also: Du darfst den Boden oder das Wasser nicht berühren. Gras gehört nicht dazu.

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Tim Schneider

Tim Schneider

Tim ist Golf-Referee und Experte für alle Regelfragen. Bei Turnieren hat er schon die verrücktesten Regelauslegungen erlebt.

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9 Kommentare
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Joachim Zondler

Irrtum Nr. 5

.....danach muss der Zähler die Zählkarte unterzeichnen.

Siehe Dec. 6-6a/4

Tim Schneider

Sehr geehrter Herr Zondler, gute Einwand. In der Decision steht tatsächlich drin, das ein Zähler nach einer Spielleitungsentscheidung den Score aber für die anderen Löcher trotzdem bestätigen muss. Allerdings geht es in Dec 6-6a/4 vielweniger um eine Strafe für den Spieler als vielmehr, und das ist an dieser Stelle auch das Entscheidende an dieser Stelle, ob der Zähler eine Strafe dafür bekommt, die Scorekarte nicht zu unterschreiben. Die Regelhüter haben in diesem Fall die Entscheidung getroffen, wenn der Zähler den Score an Bahn 15 aus Gewissensgründen nicht bestätigen möchte, zieht er sich dafür keine Strafe zu. Vergleichen wir das mit… Weiterlesen »

Christian

zu #1
muss der Marker hinter den Ball gelegt werden?

Tim Schneider

Hallo Christian, der Marker muss nicht hinter den Ball gelegt werden. Er kann auch genauso gut daneben gelegt werden. Wichtig dabei ist nur, das beim Zurücklegen der Ball auch wieder auf die Stelle kommt, wo der Ball auch vorher gelegen hat. In der Rege 20-1 unter der Anmerkung steht folgender Text: Die Lage eines aufzunehmenden Balls SOLLTE dadurch gekennzeichnet werden, dass ein Ballmarker, eine kleine Münze oder ein ähnlicher Gegenstand unmittelbar hinter den Ball gelegt wird. Das sollte zeigt, das es ein durchaus wünschenswertes Verfahren ist, aber keine Muss-Bestimmung. Dazu gibt es eine schöne und auf diesen Fall identische Regelentscheidungen… Weiterlesen »

Entscheidend ist nach dem BFH allein, dass die Verbände dieselbe angebotene Leistung – die Spielleitung als Schiedsrichter – nachfragen und eine Vergütung anbieten.

Jürgen Krüger

Sehr geehrter Herr Schneider,
es gibt Patter die alleine stehen, darf ich in der verlängerten Pattline mich begeben und den Patter Richtung Loch ausrichten und mehrmals korrigieren?
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Krüger

Christophe

Ja, das ist regelkonform.

Ueli Sperl

Hallo Tim ! Darf ein Greenkeeper das Fahnenloch in eine Schräge bohren? Bei uns passiert…..Ergebnis mit unzähligen 3 Putts

Christophe

Ist nicht nett vom Greenkeeper, aber kann er machen.

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