Putt

Lange Putts sicher an die Fahne spielen

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Zehn-Meter-Putt. Das Loch wirkt winzig. Der Ball liegt, Du richtest Dich aus – und irgendwie landet der Putt wieder zwei Meter links vorbei. Beim nächsten Versuch auch. Und beim übernächsten. Genau da liegt das eigentliche Problem: nicht die Distanz, sondern das fehlende Gefühl.

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Langes Putten ist lernbar. Und es ist sogar der Teil des Spiels, den Du am schnellsten verbessern kannst. Zwei konkrete Drills helfen Dir dabei – und das ohne großen Aufwand.

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Das Ziel beim langen Putt: der Ein-Meter-Radius

Bevor Du anfängst zu üben, brauchst Du einen klaren Maßstab. Steck drei Alignment-Sticks oder Tees einen Meter rund ums Loch. Das ist Dein Zielbereich.

Ein Meter Radius entspricht etwa 3,14 Quadratmetern – so groß wie ein kleines Hotelbadezimmer mit Toilette, Dusche und Waschbecken. Da passt einiges rein. Dein Ziel ist also nicht, jeden langen Putt zu lochen. Dein Ziel ist, den Ball konsequent in diesem Radius zum Liegen zu bringen.

Dabei gilt außerdem eine einfache Lernregel: Wenn der erste Putt zu kurz war, muss der nächste länger werden. War er links vorbei, zielst Du beim nächsten etwas weiter rechts. Du wertest jeden Putt aus – und passt Dich an. Wer fünfmal hintereinander dieselbe Seite verfehlt, hat nichts gelernt.

Das richtige Setup für lange Putts

Am Setup ändert sich beim langen Putt nichts Grundsätzliches. Trotzdem lohnt es sich, die wichtigsten Punkte kurz zu wiederholen:

  • Griff in normaler Länge, Armdreieck klar definiert
  • Unterarme bilden eine gleichmäßige Linie
  • Ball steht links im Stand, Körper entspannt aufgestellt
  • Der Kopf pendelt mit durch, dreht sich erst nach dem Treffmoment Richtung Loch

Das Pendel läuft gleichmäßig: ein Drittel zurück, zwei Drittel durch. Der Schlüssel ist, nicht zu schlagen, sondern den Schlägerkopf des Putters frei mitschwingen zu lassen – immer über das vordere Bein hinaus.

Drill 1: Nur mit der rechten Hand putten

Dieser Drill macht vielen Anfängern sofort klar, wie sich ein freies Pendel anfühlt. Du nimmst den Putter nur in die rechte Hand, greifst etwas kürzer und lässt den Schlägerkopf gleichmäßig durchpendeln.

So führst Du den Ein-Hand-Drill aus:
  1. Putter nur in der rechten Hand halten, Griff etwas kürzer
  2. Aufbauen wie gewohnt, Ball links im Stand
  3. Einen oder zwei Probeschwünge machen – auf das freie Durchpendeln achten
  4. Nach dem Putt vorne bleiben und den Ball beobachten
  5. Ergebnis auswerten und den nächsten Putt anpassen

Wichtig: Nicht versuchen, den Ball zu steuern. Der Arm pendelt, der Schlägerkopf folgt.

Am Anfang landen die Bälle oft zu weit, weil Du plötzlich wirklich frei durchpendelst – ohne die gewohnte Kontrolle durch die zweite Hand. Das ist normal und legt sich schnell.

Drill 2: Den ganzen Putt zum Loch schauen

Dieser Drill klingt ungewöhnlich, ist aber erstaunlich effektiv. Du schaust beim Putten nicht auf den Ball, sondern die ganze Zeit zum Loch.

Klingt verrückt? Denk mal an andere Sportarten. Beim Bowling, beim Kegeln, beim Bogenschießen, beim Fußball – überall schaust Du auf Dein Ziel. Nur im Golf heißt es oft, man müsse den Ball anschauen. Aber beim Putten geht es nicht darum, den Ball zu treffen. Es geht darum, mit dem Ball das Ziel zu treffen.

So funktioniert der Ziel-Blick-Drill:
  1. Aufbauen, Griff und Körperwinkel prüfen
  2. Beim Probeschwung bereits zum Loch schauen
  3. An den Ball gehen, aufbauen – und dann den Blick zum Loch richten
  4. Nicht mehr zurückschauen: Pendeln, treffen, vorne bleiben
  5. Ergebnis beobachten und auswerten

Das Gefühl für Distanz und Richtung verbessert sich dadurch deutlich. Dein Gehirn bekommt in dem Moment, in dem Du puttest, direkte visuelle Information über Distanz und Linie – ähnlich wie beim Werfen eines Balls.

Variiere Deine Übungen auf dem Grün

Beide Drills entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn Du sie konsequent aus verschiedenen Situationen übst. Putte also nicht immer von derselben Stelle:

  • Bergauf und bergab
  • Von links und von rechts (mit unterschiedlichem Break)
  • Immer mit dem Ein-Meter-Kreis als Zielbereich

So baust Du echtes Distanzgefühl auf – nicht nur für eine Situation, sondern für das Spiel da draußen.

Welcher der beiden Drills hilft Dir persönlich mehr – der Ein-Hand-Drill oder der Ziel-Blick-Drill? Schreib es in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!