Golf-Glossar Golfspiel und Golfregeln
Hemmnis
Ein Hemmnis ist im Golf jeder künstliche Gegenstand auf dem Platz – ausgenommen Ausmarkierungen wie die weißen Aus-Pfosten und Gegenstände, die die Spielleitung zum Bestandteil des Platzes erklärt hat. Behindert ein Hemmnis die Lage des Balls, den Stand oder den Schwung, darf der Spieler in den meisten Fällen straflose Erleichterung in Anspruch nehmen. In der Praxis sind dabei bewegliche und unbewegliche Hemmnisse zu unterscheiden.
Hemmnisse geben dem Spieler die Möglichkeit eines Free-Drops
Wird dem Spieler zuerkannt, dass ein Hemmnis ihn am Weiterspielen hindert, kann er einen Free-Drop in Anspruch nehmen. Hierbei wird der Ball in die Hand genommen und auf einer neuen Lage fallengelassen, damit die Runde fortgesetzt werden kann. In der Praxis ist es häufig streitig und kann nur durch Offizielle entschieden werden, ob tatsächlich ein Hemmnis vorliegt.
Was als ein Hemmnis angesehen werden kann, ist von Platz zu Platz sehr unterschiedlich und vielfältig. In Frage kommen hier zum Beispiel Sprinkleranlagen, Kameras und Tribünen sowie eine Vielzahl anderer Objekte wie etwa Dosen, Harken oder auch Carts. Nicht zu den Hemmnissen zählen die weißen Aus-Pfosten: Sie sind Ausmarkierungen, von denen es keine straflose Erleichterung gibt. Rote und gelbe Pfosten einer Penalty Area und blaue Pfosten, die Boden in Ausbesserung kennzeichnen, sind dagegen in der Regel bewegliche Hemmnisse.
Unbewegliche Hemmnisse zählen zusammen mit drei weiteren Umständen zu den ungewöhnlichen Platzverhältnissen. Diese drei – bis 2018 „ungewöhnlich beschaffener Boden“ genannt – sind keine künstlichen Gegenstände, dennoch darf der Spieler auch von ihnen straflose Erleichterung in Anspruch nehmen: zeitweiliges Wasser, etwa nach Regen, Löcher, die Tiere gegraben haben, und Boden in Ausbesserung. Boden in Ausbesserung haben die Greenkeeper in der Regel mit blauen Markierungen wie etwa Pfählen oder Linien versehen.
Hemmnisse werden in beweglich und unbeweglich unterschieden
Ein bewegliches Hemmnis liegt immer dann vor, wenn ein künstliches Objekt innerhalb einer angemessenen Zeit von der zu spielenden Lage wegbewegt werden kann. Das ist zum Beispiel bei einer Harke der Fall oder bei einem Cart.
In diesem Fall ist ein Drop nicht notwendig, sondern lediglich das Wegbewegen des störenden Objekts. Sollte es bei der Fortbewegung des Hemmnisses zu einer Bewegung des Balles kommen, muss dieser an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden, ohne dass hierfür ein Schlag angerechnet würde (Regel 15.2a). Die Bewegung des Balles muss jedoch als direkte Folge der Fortbewegung des Hemmnisses aufgetreten sein.
Möglich ist auch der Fall, dass der Ball auf dem Hemmnis selbst zum Liegen gekommen ist: Hier darf der Ball aufgenommen und das Hemmnis bewegt werden. Ist das Hemmnis entfernt worden, wird der Ball innerhalb einer Schlägerlänge von der Stelle gedroppt, die direkt unter seiner früheren Lage liegt – nicht näher zum Loch. Nur auf dem Grün wird er genau an diese Stelle hingelegt.
Liegt ein unbewegliches Hemmnis vor wie etwa eine Tribüne oder eine Sprinkleranlage, darf der Spieler Erleichterung in Form eines Free-Drops in Anspruch nehmen – außer sein Ball liegt in einer Penalty Area. Er darf den Ball aber auch spielen, wie er liegt.
So werden die Drops auf Grund eines Hemmnisses durchgeführt
Wird straflose Erleichterung in Anspruch genommen, wird der Ball innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung gedroppt, nicht näher zum Loch (siehe Erleichterungsbereich). Im Bunker gilt die Besonderheit, dass der Ball nur wieder im Bunker selbst gedroppt werden darf, auch wenn ein Punkt in der Entfernung einer Schlägerlänge außerhalb des Bunkers erreichbar wäre.


