Der Ball rollt wieder mal vorbei am Loch. Nicht knapp – sondern deutlich. Dabei hat die Linie gestimmt, die Länge auch irgendwie. Trotzdem kein Einlocher. Was viele in diesem Moment nicht wissen: Das Problem beginnt oft nicht im Schwung selbst, sondern schon beim Griffaufbau und der Armhaltung.
Ich zeige Dir die wichtigsten Grundlagen für ein stabiles Putt-Pendel – damit der Ball endlich so rollt, wie Du es Dir vorstellst.
Der häufigste Fehler beim Griffaufbau
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Schau Dir Deine Armhaltung am Putter mal genau an. Sehr viele Golfer halten den linken Arm so an den Schläger, dass ein Knick im Handgelenk entsteht – und der rechte Arm ist dabei fast vollständig gestreckt. Das klingt erstmal harmlos, hat aber eine klare Konsequenz.
Durch diesen Knick streckt sich der rechte Arm im Treffmoment durch den Ball hindurch. Dadurch verändert sich der Loft der Schlagfläche im entscheidenden Moment. Der Ball hebt leicht ab, anstatt sauber zu rollen – und stoppt deshalb früher als gewünscht.
Die Lösung ist eindeutig: Der vordere Arm – also der linke Arm beim Rechtshänder – bleibt während der gesamten Pendelbewegung gerade. Das linke Handgelenk ist gerade, der linke Arm in sich gerade. Die rechte Seite darf gebeugt sein. Streckt sich die rechte Hand, beugt sich automatisch die linke. Deshalb ist es so wichtig, diesen Aufbau von Anfang an korrekt auszuführen.
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Der »lange Finger« hilft nicht
Viele Golfer legen beim Putten einen langen Zeigefinger der rechten Hand außen am Griff entlang – in der Hoffnung, dadurch stabiler zu werden. Tatsächlich verstärkt dieser Griff aber genau den Fehler, der oben beschrieben ist. Nahezu kein Spieler unter den besten 100 der Welt verwendet diese Griffvariante. Die rechte Hand gehört seitlich an den Schläger – wie genau, das kannst Du variieren. Aber der Finger gehört nicht außen hin.
Endlich gutes Golf spielen
Stand, Ballposition und das Pendel
Neben dem Griff gibt es drei weitere Grundlagen, die Du beim Putten beachten solltest:
- Stand: Stell Dich stabil hin – mit einem etwas breiteren Stand, der Dir das Gefühl eines festen Fundaments gibt. Ein schmaler Stand verleitet zum Kippen, und das stört das gesamte Pendel.
- Ballposition: Der Ball liegt beim Rechtshänder auf der linken Seite – optimalerweise ungefähr unter dem linken Auge. An dieser Position befindet sich der Putterkopf bereits leicht in der Aufwärtsbewegung, was dem Ball einen sauberen Anfangsimpuls gibt.
- Das Pendel: Die Bewegung kommt ausschließlich aus Arm und Schulter. Die Handgelenke bleiben weich, werden aber nicht aktiv eingesetzt. Der Radius auf beiden Seiten – also Ausholen und Durchschwingen – ist dabei annähernd gleich groß.
Augen und Kopf richtig einsetzen
Den Kopf während des gesamten Putts unten zu halten klingt nach einem guten Tipp – ist aber ungünstig. Du siehst den Ball viel zu spät und bekommst kein Feedback darüber, was er tatsächlich gemacht hat.
Die bessere Methode: Trenne die Kopfbewegung von der Armbewegung. Solange der Putterkopf vor Deinem vorderen Bein vorbeiläuft, bleibt der Kopf ruhig. Danach drehst Du den Kopf in der Schulterachse hinterher – Du hebst ihn nicht an, Du drehst ihn. Und Du verlässt diese Haltung erst, wenn der Ball zur Ruhe gekommen ist.
Der Champagner-Tablett-Test
Hier kommt ein einfacher Trick, mit dem Du Deinen Griffaufbau auf der Runde jederzeit schnell resetten kannst:
- Halte den Putter parallel zum Boden vor Dir – mit der linken Hand so greifen, dass der Schaft in der Verlängerung Deines Unterarms liegt (nicht in den Fingern!)
- Füge die rechte Hand hinzu und achte darauf, dass die Unterarme eine gemeinsame, flache Ebene bilden
- Stell Dir vor, Du könntest auf dieser Ebene ein Tablett mit Champagnergläsern abstellen – es darf nicht kippen
- Gehe aus dieser Haltung nach vorne unten in Deine Ansprechposition
Sobald die rechte Hand zu weit oben auf dem Daumen liegt, fällt das Tablett. Dann ist der Griffaufbau nicht korrekt.
Die Reihenfolge, die alles zusammenhält
Wenn Du auf der Runde merkst, dass Deine Putts unruhig werden, hilft Dir diese einfache Routine zum Zurückfinden:
- Griff korrekt aufbauen – linker Arm gerade, Unterarme bilden eine Ebene
- Stabilen Stand einnehmen, Ballposition unter dem linken Auge prüfen
- Zur Linie schauen, zurückschauen auf den Ball
- Pendel zurück, Pendel durch – Kopf erst hinterherdrehen, wenn der Putterkopf am vorderen Bein vorbei ist
- In der Endposition bleiben, bis der Ball rollt
Diese Reihenfolge immer wieder durchzuführen gibt Dir Struktur – besonders dann, wenn der Druck auf dem Platz steigt.
Welcher dieser Punkte fühlt sich bei Dir am unvertrautesten an – die Armhaltung, der Kopfeinsatz oder das Pendel selbst? Schreib es mir in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!
Text: CSP


Dankeschön, sehr gut erklärt. Werde ich probieren
Danke für deinen Kommentar! Gib mir doch Feedback, wie es funktioniert!
Frohe Ostern!
StQ
Danke für die wirklich hilfreiche Information. Die ruhige Art ist sehr sehr angenehm.
Es freut mich, das du das so empfindest! Danke!
Hallo Stephan
Sehr gute Anleitung.
Nur eine Frage:
Warum puttest du mit Kondome 😃an deiner linken Hand.
Ich kenne keinen Profi mit Handschuh
Grüße Bernd
Hallo Bernd,
Prima, das das dir auffällt! ich bin froh, das du mich das fragst. Ich kenne keine Untersuchung, die jemals nachgewiesen hat, das das Putten ohne Handschuh besser sei als mit.
Meiner Meinung nach ist es sogar ein Vorteil, den Handschuh anzubehalten, denn aufgrund der Dicke des Handschuhs reduziert sich der Bewegungsfreiheitsgrad der linken Hand noch ein wenig mehr.
Probiere es mal aus und schreibe mir, ob es funktioniert.
lg
Stefan
Vielen Dank! Brillant erklärt - das ist der Unterschied zum gewohnten Putt-Unterricht: Gute Übungen und Kontrollen und klare Parameter. Putten mit geschärftem Bewusstsein, was wichtig ist und was eigentlich beim Putten passiert.
Danke für dein Lob!
Probiere es aus und gib mir Feedback!
lg
Stefan
Endlich mal jemand der es sehr gut erklärt und zeigt.