Du hast vielleicht schon gehört: »Den Driver soll man flacher schwingen als ein Eisen.« Klingt logisch, oder? Schließlich ist der Schläger länger und der Ball liegt auf einem Tee. Aber genau hier entstehen viele Missverständnisse – die oft zu Fehlschlägen führen.
Ich zeige Dir heute, warum der Driver zwar optisch flacher geschwungen wird, Du aber dennoch denselben Bewegungsgrundsatz wie beim Eisen brauchst – und wie Du den Driver korrekt aus der Seitenperspektive ansetzt.
Der optische Trugschluss: »Ich muss flacher schwingen«
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Viele meiner Schüler meinen, sie müssten mit dem Driver flacher ausholen – und fangen an, deutlich unterhalb der rechten Schulter auszuholen. Was passiert? Der Ball wird zu früh getroffen, es gibt Bodenkontakt, Hackentreffer und »Skys« (Ballabdruck oben auf dem Driverkopf).
Der Grund: ein Irrtum. Denn wenn ich ein Eisen und einen Driver gleichzeitig schwinge, siehst Du, dass die Arme den gleichen Weg nach oben und nach unten schwingen. Aufgrund der jeweiligen Bauweise kommen Driver und Eisen an einer anderen Position an. Der Unterschied in der Optik der Schwungbahn liegt also an der Schlägerlänge und dem flacheren bzw. steileren Lie-Winkel. /p>
Endlich gutes Golf spielen
Der ideale Schwungweg: von innen und leicht nach außen
Beim Abschwung sollte der Schläger ein klein wenig unterhalb der Ausholbahn kommen – das nennt man »von innen«. Dieser Weg führt zu einem leichten Schwungbogen von innen nach außen. Das Resultat:
- Ein neutraler oder leichter Draw
- Weniger Rückwärtsdrall
- Mehr Ausrollverhalten nach der Landung
Das Ziel: Der Schläger soll oberhalb der rechten Schulter ausholen und durch den Ball über die linke Schulter hinweg ausschwingen.
Denk an eine Vorhand im Tennis: Der Schläger wird nach oben genommen, fällt locker nach unten und wird mit viel Energie nach vorne beschleunigt. Genau diese Bewegung findest Du bei fast allen guten Golfern im Driver-Schwung wieder.
Der Versuch, absichtlich „flach“ zu schwingen, führt dagegen oft zu übertriebenen Korrekturen – mit gegenteiliger Wirkung.
Der Schwung ins hohe Tee – mehr Mut, mehr Länge
Willst Du noch mehr Länge herausholen? Dann wage Dich an ein höheres Tee – aber bitte nur, wenn Dein Driver weniger als 10° Loft hat.
Profis wie Bryson DeChambeau oder Martin Borgmeier spielen Driver mit nur 2 bis 5° Loft und nutzen ein extrem hohes Tee. Der Schlüssel: Der Treffmoment findet in einer aktiven Aufwärtsbewegung statt – mit gestrecktem Bein, aufsteigender Schulter und maximalem Einsatz der Bodenreaktion.
So baust Du Dich für das hohe Tee auf:
- Etwas breiterer Stand als gewöhnlich
- Leichtes Kauern im Setup – „in den Boden setzen“
- Große Ausholbewegung mit Fokus auf Aufwärtsbewegung im Treffmoment
- Gedanklich nach oben durch den Ball „springen“ – nicht in ihn hineinfallen
Was tun bei Fehlschlägen?
Auch Profis treffen mal schlecht – z. B. an der Hacke. Das Wichtigste ist: Bleib fokussiert. Baue Dich neu auf, achte auf Deinen Griff und versuch es noch einmal. Nur durch Wiederholung entsteht Sicherheit.
Trainingsideen für den perfekten Driver-Schwung
Willst Du die Bewegung besser verstehen und automatisieren? Hier zwei Übungen für Dich:
1. Einarmige Schleife
- Schwinge nur mit der rechten Hand gerade zurück, lass den Schläger locker „fallen“
- Dann schwinge ihn aktiv nach vorne – hoch und durch die Zone
- Wiederhole dasselbe mit der linken Hand
- Dann mit beiden Händen – rechte Hand zuerst nur locker aufgelegt
2. Die Schleifenbewegung erfühlen
Stell Dir vor, der Schläger beschreibt einen weiten Bogen: hoch, fallen lassen, durch. Diese Vorhandschleife hilft Dir, den Schwung nicht zu „ziehen“, sondern ihn fließen zu lassen.
Der Driver verlangt keine neue Schwungtechnik – sondern nur ein bisschen mehr Mut zur Weite, zur Bewegung nach oben und zum Loslassen alter Glaubenssätze. Es ist nicht der flache Schwung, der die Länge bringt – es ist der richtige Treffmoment mit einer klaren Vorstellung von Aufbau, Ausholen und Durchschwingen.
Was ist Deine größte Herausforderung mit dem Driver? Fällt Dir das »von innen kommen« schwer – oder bist Du zu flach unterwegs? Erzähl es mir in den Kommentaren – ich freue mich auf Deine Rückmeldung!
Text: CSP


Sehr gute Schwung Beschreibung . Mein Problem ist meine Schwungbahn von außen kommend ( Schulterwurf) und gefühlt ein zu manipuliertes abflachen. Daraus resultierend unsaubere Ballkontakte.
Hallo Franz!
Der sogenannte „Schiuterwurf“ entsteht NICHT durch die Schulter, sondern zumeist durch eine falsche Arm- Handbewegung. Die Schulter folgt den Armen …
Die tiefere Ursache ist ein ungünstiger „Slice-Griff“.. .
Check deinen Griff als erstes!
Stefan
Sorry, es sollte Schulterwurf heißen..
Hi, ich mache beim Driverschlag beim oder kurz vor dem Abschwung sehr oft eine kleine Körperbewegung nach vorne ?
Das ist eine gute Idee! Schau dir mal Schwünge von Martin Borgmeier an. Er nutzt diesen „Forward Press“ um
Beschleunigung zu steigern! Es muss nur gut getimed werden!
StQ
Mir fällt es schwer, von innen an den Ball zu kommen.
Hallo Gerd,
Marcus hat dazu eine vierteilige Reihe gemacht: https://golfstun.de/aussenschwung/