Der Drive aus der seitlichen Perspektive: schwing flach – aber richtig! (Teil 3 von 4)

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach

Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Du hast vielleicht schon gehört: »Den Driver soll man flacher schwingen als ein Eisen.« Klingt logisch, oder? Schließlich ist der Schläger länger und der Ball liegt auf einem Tee. Aber genau hier entstehen viele Missverständnisse – die oft zu Fehlschlägen führen.

Ich zeige Dir heute, warum der Driver zwar optisch flacher geschwungen wird, Du aber dennoch denselben Bewegungsgrundsatz wie beim Eisen brauchst – und wie Du den Driver korrekt aus der Seitenperspektive ansetzt.

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Der optische Trugschluss: »Ich muss flacher schwingen«

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Viele meiner Schüler meinen, sie müssten mit dem Driver flacher ausholen – und fangen an, deutlich unterhalb der rechten Schulter auszuholen. Was passiert? Der Ball wird zu früh getroffen, es gibt Bodenkontakt, Hackentreffer und »Skys« (Ballabdruck oben auf dem Driverkopf).

Der Grund: ein Irrtum. Denn wenn ich ein Eisen und einen Driver gleichzeitig schwinge, siehst Du, dass die Arme den gleichen Weg nach oben und nach unten schwingen. Aufgrund der jeweiligen Bauweise kommen Driver und Eisen an einer anderen Position an. Der Unterschied in der Optik der Schwungbahn liegt also an der Schlägerlänge und dem flacheren bzw. steileren Lie-Winkel. /p>

Der ideale Schwungweg: von innen und leicht nach außen

Beim Abschwung sollte der Schläger ein klein wenig unterhalb der Ausholbahn kommen – das nennt man »von innen«. Dieser Weg führt zu einem leichten Schwungbogen von innen nach außen. Das Resultat:

  • Ein neutraler oder leichter Draw
  • Weniger Rückwärtsdrall
  • Mehr Ausrollverhalten nach der Landung

Das Ziel: Der Schläger soll oberhalb der rechten Schulter ausholen und durch den Ball über die linke Schulter hinweg ausschwingen.

Denk an eine Vorhand im Tennis: Der Schläger wird nach oben genommen, fällt locker nach unten und wird mit viel Energie nach vorne beschleunigt. Genau diese Bewegung findest Du bei fast allen guten Golfern im Driver-Schwung wieder.

Der Versuch, absichtlich „flach“ zu schwingen, führt dagegen oft zu übertriebenen Korrekturen – mit gegenteiliger Wirkung.

Der Schwung ins hohe Tee – mehr Mut, mehr Länge

Willst Du noch mehr Länge herausholen? Dann wage Dich an ein höheres Tee – aber bitte nur, wenn Dein Driver weniger als 10° Loft hat.

Profis wie Bryson DeChambeau oder Martin Borgmeier spielen Driver mit nur 2 bis 5° Loft und nutzen ein extrem hohes Tee. Der Schlüssel: Der Treffmoment findet in einer aktiven Aufwärtsbewegung statt – mit gestrecktem Bein, aufsteigender Schulter und maximalem Einsatz der Bodenreaktion.

So baust Du Dich für das hohe Tee auf:

  1. Etwas breiterer Stand als gewöhnlich
  2. Leichtes Kauern im Setup – „in den Boden setzen“
  3. Große Ausholbewegung mit Fokus auf Aufwärtsbewegung im Treffmoment
  4. Gedanklich nach oben durch den Ball „springen“ – nicht in ihn hineinfallen

Was tun bei Fehlschlägen?

Auch Profis treffen mal schlecht – z. B. an der Hacke. Das Wichtigste ist: Bleib fokussiert. Baue Dich neu auf, achte auf Deinen Griff und versuch es noch einmal. Nur durch Wiederholung entsteht Sicherheit.

Trainingsideen für den perfekten Driver-Schwung

Willst Du die Bewegung besser verstehen und automatisieren? Hier zwei Übungen für Dich:

1. Einarmige Schleife

  • Schwinge nur mit der rechten Hand gerade zurück, lass den Schläger locker „fallen“
  • Dann schwinge ihn aktiv nach vorne – hoch und durch die Zone
  • Wiederhole dasselbe mit der linken Hand
  • Dann mit beiden Händen – rechte Hand zuerst nur locker aufgelegt

2. Die Schleifenbewegung erfühlen

Stell Dir vor, der Schläger beschreibt einen weiten Bogen: hoch, fallen lassen, durch. Diese Vorhandschleife hilft Dir, den Schwung nicht zu „ziehen“, sondern ihn fließen zu lassen.

Der Driver verlangt keine neue Schwungtechnik – sondern nur ein bisschen mehr Mut zur Weite, zur Bewegung nach oben und zum Loslassen alter Glaubenssätze. Es ist nicht der flache Schwung, der die Länge bringt – es ist der richtige Treffmoment mit einer klaren Vorstellung von Aufbau, Ausholen und Durchschwingen.

Was ist Deine größte Herausforderung mit dem Driver? Fällt Dir das »von innen kommen« schwer – oder bist Du zu flach unterwegs? Erzähl es mir in den Kommentaren – ich freue mich auf Deine Rückmeldung!

Text: CSP

Stefan Quirmbach

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Stefan Quirmbach spielt seit über 50 Jahren Golf, ist PGA Masterprofessional und PGA Health Pro. Er leitet die Golfschule im GolfResort Hardenberg.

Kommentare

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7 Kommentare
Franz Strausberger

Sehr gute Schwung Beschreibung . Mein Problem ist meine Schwungbahn von außen kommend ( Schulterwurf) und gefühlt ein zu manipuliertes abflachen. Daraus resultierend unsaubere Ballkontakte.

Klaus

Hi, ich mache beim Driverschlag beim oder kurz vor dem Abschwung sehr oft eine kleine Körperbewegung nach vorne ?

gerd heller

Mir fällt es schwer, von innen an den Ball zu kommen.