Warum Du keine Angst vor dem Lob Wedge haben musst

Marcus Bruns

Marcus Bruns

Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

Viele Golfer schrecken davor zurück, ein Lob Wedge zu benutzen. Zu riskant, zu schwierig, zu fehleranfällig – so lauten oft die Vorurteile. Doch stimmt das wirklich? Ich sage ganz klar: Nein. Und ich möchte Dir erklären, warum Du Dein Lob Wedge viel öfter einsetzen solltest – und wie es Dir helfen kann, schwierige Schläge souverän zu meistern.

Wozu ein Lob Wedge?

Ein Lob Wedge ist ein Wedge mit besonders viel Loft – in der Regel zwischen 58° und 60°. Ich selbst spiele ein 58°-Lob Wedge und verwende es regelmäßig für Annäherungen über Hindernisse wie Bunker oder bei kurzen, hohen Schlägen auf enge Fahnenpositionen.

Wichtig: Ich benutze es nur dann, wenn die Lage des Balls gut ist, ich Vertrauen in meinen Schwung habe und die Situation es zulässt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Anzeige

Endlich gutes Golf spielen

Hol Dir die GOLFSTUN.DE App mit über 35 Online-Kursen auf Dein Smartphone.
app teaser square - Warum Du keine Angst vor dem Lob Wedge haben musst

Typische Situation: Ball liegt gut – Fahne hinter dem Bunker

Ein Beispiel: Der Ball liegt perfekt, etwa 20 Meter von der Fahne entfernt. Dazwischen: Ein tiefer Bunker (ca. 1,5 bis 2 Meter vor Dir), und die Fahne steht nur 5–6 Meter dahinter. Viele Golfer greifen jetzt zum Pitching Wedge, chippen den Ball über den Bunker und hoffen, dass er ausrollt.

Das Problem: Der Ball hat kaum Höhe, wenig Spin und rollt meist zu weit. Das ist verschenktes Potenzial.

Die Lösung: Nimm das Lob Wedge – selbst mit mittlerem oder höherem Handicap. Du kannst das, wenn Du ein paar Dinge beachtest.

Wichtige Setup-Tipps für Dein Lob Wedge

Damit Dein Schlag mit dem Lob Wedge gelingt, brauchst Du kein großes Risiko einzugehen. Du musst einfach die Technik verstehen und sauber ausführen.

Schlag mit dem Lob Wedge:
  • Ballposition: mittig oder leicht rechts (für Rechtshänder)
  • Schlägerstellung: neutral – nicht öffnen
  • Griff: Griffende zeigt zum Bauchnabel, nicht nach vorn oder hinten kippen
  • Haltung: locker, kein Klammergriff – der Schläger soll frei schwingen können
  • Bewegung: Weiche Schwungbewegung aus Schultern und Armen

Ein guter Tipp: Klemme Dir etwas Stoff vom Poloshirt unter den rechten Arm. So bekommst Du ein kompaktes Gefühl für die Bewegung und vermeidest zu viel Einsatz der Hände.

Der Loft (also der Neigungswinkel der Schlagfläche) sorgt automatisch dafür, dass der Ball schnell steigt und weich landet. Du brauchst also nicht versuchen, unter den Ball zu kommen. Das machen viele falsch und toppen oder unterschlagen ihn dadurch.

Zusätzlich hilft Dir der Bounce – das ist der Winkel zwischen der vorderen und hinteren Kante der Schlägersohle – dabei, dass der Schläger sauber durch Gras oder Sand rutscht, statt sich einzugraben.

Vergleich: Pitching Wedge vs. Lob Wedge

Viele Spieler glauben, mit dem Pitching Wedge auf Nummer sicher zu gehen. Doch gerade bei kurzen Distanzen über ein Hindernis hinaus ist das oft die schlechtere Wahl.

Ich habe beide Varianten demonstriert:

  • Mit dem Pitching Wedge: Der Ball rollt zu weit – etwa 10 bis 12 Meter an der Fahne vorbei.
  • Mit dem Lob Wedge: Weicher Flug, kurzer Roll – und im besten Fall fällt er sogar ins Loch.

Nutze Dein Lob Wedge, wenn:

  • der Ball gut liegt (z. B. leicht erhöht auf Gras)
  • Du keine nassen oder harten Untergründe hast
  • Du Vertrauen in die Bewegung hast
  • Du die Technik vorher geübt hast

Gerade im Bunker oder bei kurzen Chips über Hindernisse kann das Lob Wedge Wunder wirken – wenn Du die Technik sauber umsetzt.

Mein Fazit: Das Lob Wedge gehört in Dein Bag!

Viele Golfer unterschätzen das Lob Wedge oder lassen es ganz zu Hause. Ich empfehle Dir: Hab keine Angst davor. Lerne den Umgang damit, trainiere die Technik regelmäßig und Du wirst merken, wie wertvoll dieser Schläger ist.

Wenn mich jemand fragt, welche Schläger in keiner Golftasche fehlen dürfen, sage ich: Driver, Putter – und vier Wedges:

  • Pitching Wedge (ca. 42–44°)
  • 50° Gap Wedge
  • 54° Sand Wedge
  • 58° Lob Wedge

Geh raus, übe den Schlag auf der Range, und hab Spaß dabei!

Wenn Du unsicher bist oder es mal mit mir zusammen ausprobieren möchtest – komm gerne vorbei. Ich habe alle möglichen Varianten von Lob Wedges da, und wir testen gemeinsam, was zu Dir passt.

Hast Du schon ein Lob Wedge? Nutzt Du es regelmäßig? Schreib es gerne unten in die Kommentare!

Text: CSP

Marcus Bruns

Marcus Bruns

Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

Kommentare

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
15 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
Ralph

Lieber Markus, vielen Dank, ich nutze auch das Lob-Wedge, z.B. bei sehr kurzem Grün bis zur Fahne und höherem Gras. Hier frage ich mich aber, warum Du das nur mit dem Pitching-Wedge vergleichst, nicht aber mit dem Sand-Wedge. M.E. wäre das eine Alternative, mit der sich viele wohl fühlen würden.

Marcus Bruns

Hallo Ralph
Danke für Dein Feedback. Das SW würde auch gehen, allerdings habe ich festgestellt, dass sehr viele Spieler das SW nur im Bunker nutzen, weil Sie mit dem SANDwedge halt den Bunker in Verbindung bringen.

Waltraud Sommee

Ich habe ein A-Wedge im Bag. Ich sehe nirgends die Grade. Ist das ein Lobwedge?
ich liebe es und komme damit (im Gegensatz zum Sandwedge) sehr gut zurecht. Mein Handicap ist 31,6 und ich spiele seit 3 Jahren Golf. Liebe Grüße, Waltraud Sommer aus Österreich

Marcus Bruns

Hallo Waltraud,
Das A Wedge ist ein Approach Wedge und hat ca 48 Grad. Das Lobwedge hat dagegen 58 bis 60 Grad.

Klaus

Hallo Markus, ich nutze die vier Wedges wie Du sie beschreibst. Beim Lob Wedge ist es so, dass ich den Ball weit rechts liegen habe und den Schläger links vom Ball, nur so unterschlage ich nicht und komme auf die beabsichtigte Länge.

Marcus Bruns

Hallo Klaus,
Das ist eine gute Idee um den Ball mit Sicherheit aufs Grün zu spielen.

Thomas Q.

Servus,

ich bin auch ein Freund des LobWedges.

Wie du angesprochen hast, nur wenn es auch wirklich Sinnvoll ist.

Ich nutze es fauch sehr viel.

Grüße Thomas

Marcus Bruns

Servus Thomas,
Perfekt. Viel Spaß weiterhin mit dem LW

Herbert G. Trümper

Sehr gut erklärt und Golfclub Syke ist immer eine Reise wert ????

Marcus Bruns

Vielen Dank und komm gerne mal wieder vorbei

Herbert G. Trümper

Danke lieber Markus, für die eindrückliche Erklärung. Genau, dass habe ich gebraucht, damit ich endlich mein Lob-Wedge benutzen kann.

Marcus Bruns

Hallo Herbert,
Sehr gerne und nun viel Spaß mit dem „neuen“ LobWedge

Marko

Vielen Dank. Wieder mal ein gutes Trainings-Video.

Niko

Hallo Markus,
Danke für das Video!
Bis zu welcher Entfernung würdest du das LW maximal nutzen?
Ab wann würdest du ein SW, Gap Wedge oder PW nutzen? Sollte die Bewegung mit den Wedges immer eher kompakt sein (also maximal halber bis Dreiviertel Schwung?

Marcus Bruns

Hallo Niko,
Vielen Dank für dein Feedback und die Frage. Um ehrlich zu sein, ist es immer schwer eine genau Antwort darauf zu geben, da ja jeder andere Distanzen spielt.
LW würde ich aber nur für Situationen wie Bunker oder kurze hohe Schläge nutzen. Für die anderen Schläger müsstest Du Deine Längen über einen Launch Monitor oder Lasern raus finden und diese immer wieder trainieren.
Einen Kompakte Bewegung mit den Wedges macht Sinn. Dann kannst Du Sie wesentlich effektiver einsetzen

Sichere Dir Dein Begrüßungsgeschenk

Werde Mitglied der Akademie und hole Dir 2 Online-Kurse + 2 E-Books
Zur kostenlosen Mitgliedschaft
10 Übungen für längere Drives

Kostenlose Golf-Tipps per E-Mail

🎁 Hol Dir das E-Book »10 Übungen für längere Drives« als Willkommensgeschenk.
E-Book kostenlos sichern
facebook-squaremicrophoneyoutube-squareinstagramspotifygraduation-hatfilm-playbookcalendar-fullgiftrocketmic