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Welche Golf-Mitgliedschaft ist die Richtige?

Du liebäugelst damit, mit dem Golfen anzufangen? Dann lass‘ Dich nicht von teuren Vollmitgliedschaften und hohen Aufnahmegebühren abschrecken, von denen Du vielleicht gehört hast.

Die Fernmitgliedschaft bietet die Möglichkeit, flexibel als Gast gegen Greenfee zu spielen.

Es existieren weitere Mitgliedschaftsmodelle, die Dir ein preiswertes „Reinschnuppern“ in den Golfsport erlauben. Welche das sind, erklärt Martin Thater, der Geschäftsführer von drei Golfanlagen ist.

Martin Thater

Martin Thater ist Geschäftsführer der drei Golfanlagen: Golfclub Hamburg Gut Waldhof, Golfpark Berlin Prenden und Golfpark Soltau und bereits seit dem Jahr 2003 sein Hobby zum Beruf gemacht. Die Clubs sind in den Metropolen Hamburg und Berlin beliebt und zählen insgesamt ca. 5.500 Golfmitglieder.

Unter dem neuen Zusammenschluss „mein Golfclub“ können die Mitglieder mit vollem Spielrecht auf derzeit 4 Golfanlagen kostenfrei Golf spielen. Eine Erweiterung ist geplant.

Außerdem bietet Martin auf fernmitgliedschaft-golf.de günstige Fernmitgliedschaften für Golf-Einsteiger an.

Martin, wozu braucht man als Golfer eigentlich eine Mitgliedschaft?

Grundsätzlich benötigt man als Golfer nicht unbedingt eine Mitgliedschaft. Es gibt zahlreiche öffentliche Golfanlagen auf denen man mit bzw. auch ganz ohne Platzreife Golf spielen kann. Dies ist häufig auch als erster Einstieg in den Golfsport völlig ausreichend.

Die öffentlichen Golfanlagen bieten jedoch meist eher eine einfache Qualität und wenn man vom „Golfvirus“ gepackt wurde, dann sucht man sich gerne schnell eine neue Herausforderung. Viele Golfanlagen in Deutschland bieten sehr attraktive Formen einer Vollmitgliedschaft an. Ein Mitglied genießt viele Vorteile und hat dabei den Luxus, so viel und zu jeder Zeit Golf spielen zu können wie es möchte – und vor allem als wichtigster Grund: ganz ohne Anmeldung.

Um auf den „normalen“ Golfplätzen gegen eine „Greenfee“ Gebühr als Gast spielen zu können, wird eine Mitgliedschaft benötigt. Für die Golfclubs dient diese Golfmitgliedschaft als Nachweis der Spielstärke, das heißt sie überprüfen damit, ob der Gast überhaupt Golf spielen kann. Am liebsten gesehen auf den Golfanlagen ist der DGV Ausweis des Deutschen Golf Verbandes e.V.. Dieser wird im Rahmen einer Mitgliedschaft von den Golfclubs an seine eigenen Golfmitglieder ausgegeben.

Ein weiterer wichtiger Punkt der für eine Golfmitgliedschaft ist die Handicapführung bzw. -verwaltung. Ein Anfänger beginnt mit Handicap HCP -54 und kämpft sich langsam nach unten. Der Heimatclub übernimmt diese Handicapverwaltung und speichert und registriert jede Golf-Turnierrunde. In den USA ist es gang und gäbe, das Handicap selbst zu verwalten. In Deutschland ist dies (noch) nicht akzeptiert.

Welche Mitgliedschaftsmodelle gibt es auf dem Golfmarkt?

Als erste und wichtigste Form der Mitgliedschaft, ist die ordentliche Vollmitgliedschaft in seinem persönlichen Lieblingsgolfclub zu nennen. Wie bereits erwähnt, kann man mit dieser den Golfplatz so oft bespielen, wie man möchte. Ebenfalls ist eine Integration in das Clubleben gut möglich und man findet schnell Anschluss und gleichgesinnte neue Freunde.

Als zweite Form gibt es die sogenannte „Fernmitgliedschaft“. Das Mitglied erhält gegen eine günstige Gebühr den DGV Ausweis und kann damit flexibel gegen Greenfee auf Golfanlagen spielen.

Ferner gibt es die „VCG“ – die Vereinigung clubfreier Golf e.V.. Diese ist eine Tochtergesellschaft des DGV und gibt einen VCG Ausweis an seine Mitglieder aus. Der Preis ist ähnlich zu der einer Fernmitgliedschaft. Mit diesem VCG Ausweis kann man als Golfer ebenfalls auf vielen Golfclubs spielen. Ich persönlich finde diese Mitgliedschaftsform sehr interessant, da die VCG ein hohes Maß an Professionalität besitzt.

Als weitere Möglichkeit der Golfmitgliedschaft tummeln sich im Internet diverse Angebote aus dem Ausland. Davon würde ich jedoch abraten – zum einen sind Sie wenig anerkannt, zum anderen erfolgt die Handicapverwaltung nicht automatisch und man muss jedes Turnierergebnis zum Beispiel nach England faxen.

Die vorgenannten Mitgliedschaftsformen aus Deutschland schlagen in jedem Fall das Angebot dieser Auslandsmitgliedschaften in Sachen Preis-Leistung bei Weitem.

Für wen ist eine Fernmitgliedschaft optimal?

Eine Fernmitgliedschaft ist die richtige Wahl für alle, die eine ordentliche Vollmitgliedschaft aus zeitlichen Gründen nicht nutzen können.

Golf ist eine sehr zeitaufwändige Sportart – schnell ist ein halber oder ganzer Tag weg. Diese Sportart mit Beruf, Familie und anderen Hobbies zu koordinieren, ist sicherlich nicht die einfachste Aufgabe. Schafft man es im Jahr nur ca. 15 bis 20 mal auf den Golfplatz, dann rentiert sich eine Vollmitgliedschaft für z.B. € 1.000 – 2.000 bei Weitem nicht.

Die Fernmitgliedschaft bietet die Möglichkeit, flexibel als Gast gegen Greenfee zu spielen. Somit bezahlt man nur pro Runde und damit so viel, wie man auch nur tatsächlich spielt. Vielen Golfern ist das Golfspielen auf einem einzigen Platz auch zu langweilig und sie suchen mehr Abwechslung – oder sie reisen viel und spielen häufig nur im Urlaub. Dies sind alles gute Gründe für eine Fernmitgliedschaft.

Worauf sollte ich beim Abschluss einer Fernmitgliedschaft besonders achten?

Das wohl wichtigste Kriterium ist, dass die Fernmitgliedschaft den offiziellen DGV Ausweis des Deutschen Golf Verbandes beinhaltet.

Ein weiterer Punkt, worauf geachtet werden sollte, ist der generelle Service und die Geschwindigkeit der Bearbeitung. In der Fernmitgliedschaft unserer Clubs garantieren wir beispielsweise den Versand des Handicap-Stammblatts innerhalb von 24 Stunden.

Aber auch später – während der Laufzeit der Fernmitgliedschaft – ist die Servicequalität von großer Bedeutung. Stell‘ Dir vor, Du hast ein Golfturnier gespielt und einige Tage später eine Frage bezüglich Deines Handicaps. Wenn Du dann tagelang auf die Antwort auf Deine E-Mail warten musst, könnte dies sehr anstrengend werden.

Im Internet findet man viele Angebote zu Fernmitgliedschaften – ich kann nur empfehlen diese direkt bei einem Golfclub abzuschließen und nicht über eine Vermittlungs- oder Internetagentur.

Welche Unterschiede gibt es hier in Hinblick auf den Golf-Ausweis?

Ungefähr die Hälfte der Golfclubs in Deutschland versehen ihren DGV-Ausweis mit einem speziellen aufgedruckten Hologramm. Dabei Unterscheidet man folgende Hologramme:

„goldenes R/vS“ bedeutet volles Spielrecht im Heimatclub und der Club verfügt über eine regionale Struktur. Dieser Ausweis darf nur mit einer ordentlichen Vollmitgliedschaft und nicht mit einer Fernmitgliedschaft ausgegeben werden. Häufig wurden Verletzungen dieses Grundsatzes vom Deutschen Golf Verband geahndet und der Ausweis wieder eingezogen. Also auch, wenn es manche Clubs im Rahmen einer Fernmitgliedschaft machen – es ist nicht erlaubt und führt zu Problemen.

„silbernes R“ steht für kein volles Spielrecht im Heimatclub und der Club verfügt über eine regionale Struktur. Unser Angebot beinhaltet beispielsweise diesen hochwertigen Ausweis.

„silbernes vS“ bedeutet volles Spielrecht im Heimatclub und der Club hat nicht so viele regionale Mitglieder.

DGV-Ausweis: Ohne Kennzeichnung, silber und gold.

DGV-Ausweis: Ohne Kennzeichnung, silber und gold.

Im Süden von Deutschland, zum Beispiel im Münchener oder Stuttgarter Raum, können für Gäste ohne „goldenes R/vS“ vereinzelt erhöhte Greenfee Preise erhoben werden. Hier kann jedoch häufig auf eine benachbarte Anlage ausgewichen werden. Man sollte vorher auf die Internetseite schauen und sich nach den Greenfee Preisen erkundigen.

Ich persönlich finde diese Kategorisierung mit verschiedenen Ausweisklassen nur wenig sinnvoll – daher gibt es auf unseren Anlagen nur einen Greenfee Preis, der für alle gleich ist.

Kann ich mit einer Fernmitgliedschaft auch beispielsweise auf Mallorca Golf gegen Greenfee spielen?

Auf jeden Fall – der Deutsche DGV Ausweis ist zum Beispiel auf Mallorca ein guter Nachweis über die Spielstärke und wird anerkannt. Einige dieser hoch frequentieren Urlaubsclubs haben in der Saison teilweise eine Handicapbegrenzung (z.B. HCP 36) – also vorher einmal im Internet nachschauen.

Vielen Dank für das Gespräch, Martin.

Christophe

Christophe

Christophe hat GOLFSTUN.DE in's Leben gerufen, um anderen Golfern den Einstieg in den Golfsport zu erleichtern.

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5 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Thater,
    es mag sein, dass ihr Geschäftsmodell für sie funktioniert. Aber es ist rücksichtslos gegenüber den anderen soliden Golf Clubs und Anlagen. Mit Billigangeboten den Golfmarkt zu ruinieren, sollten sie sich Gedanken machen. Mit 299€ in fremden Regionen zu wildern ist hochgradig unseriös und unsolide. Die Golfentwicklung zeigt, dass gerade das Billigimage mit Preisdumping schuld an den rückläufigen Einnahmen der Golf Club hat. Selbst durch Billigangebote kann die Zahl der Golfer nicht gesteigert werden. (Rückgang 2015 -6%). Ein 299€ Mitglied schätzt den Golfsport nicht mehr und es ist erwiesen er spätestens nach 5 Jahren aufhört. Wir brauchen Golfer und keine Billigheimer.
    Der Strohhalm Billigangebote wird auf die Dauer nicht funktionieren. Nach Durchsicht ihrer Website vermisse ich jegliche Art von Sport, Jugendarbeit, Mannschaften in hohen Liegen. Ihr Blog vermisst nahezu alles was Golf ausmacht und ist.
    Beste Grüße

    Michael Weichselgartner

  2. Sehr geehrter Herr Weichselgartner,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Zunächst möchte ich aufzeigen, dass unsere 3 Golfanlagen sehr wohl den Golfsport fördern – beispielsweise zählen wir über 200 Kinder und Jugendliche in unserem Training. Ebenfalls verfügen wir über mehr als 20 eigene Clubmannschaften in verschiedenen Altersklassen und Ligen.

    Meine Philosophie ist es dem Golfer eine für ihn passende Mitgliedschaft anzubieten. Das optimale Verhältnis aus Preis und Leistung ist für mich oberstes Gebot. Ein Fernmitglied hat auch nichts mit einem „Billigheimer“ zu tun! Für Golfer die aus beruflichen und familiären Gründen einen zeitlichen Spagat hinlegen müssen, kann eine günstige Mitgliedschaft für Wenigspieler (z.B. eine Fernmitgliedschaft) der bessere Weg sein.

    Eine Fernmitgliedschaft macht auch nicht den Golfmarkt kaputt, sondern bietet den Wenigspielern eine Heimat und verhindert, dass diese gänzlich den Golfsport verlassen. Die Golfclubs haben m.E. die Aufgabe den Trend nach flexiblen Mitgliedschaften auch für Wenigspieler regional zu bedienen. Zum größten Teil nutzt unser Angebot der Fernmitgliedschaft übrigens der regionale Golfer aus Norddeutschland, der sehr regelmäßig unsere Golfanlagen besucht.

    Freundliche Grüße

    Martin Thater

  3. flonexus says:

    Hallo Martin,

    deine Philosophie ist: deine Restkontingente ohne die Vermittlermafia online zu vermarkten 😉

    Die Golf Interessenten sind schlau genug nicht mehr auf deinen 299€ Plastikkartentrick reinzufallen.

    Fernmitgliedschaftsnachfrage in Deutschland sinkt ja bekanntlich und das hat seine Gründe 🙂

    Grüße,

    flonexus

  4. Liebe Leute…

    Die 2 Kommentare grenzen ja schon an „üble Nachrede“…

    Als Mitglied mit vollem Spielrecht in einem anderen Golfclub kann ich nichts verwerfliches an dem vom Autor beschriebenen Modell Fernmitgliedschaft finden. Unsere Gesellschaft ist individuell und nicht jeder Golfer möchte 24/7 auf dem Platz verbringen.

    Weiterhin frage ich mich wenn der erste Kommentator schreibt es sei „erwiesen“, dass ein „Billigmitglied“ nach 5 Jahren aufhört, dann frage ich ihn nach der Quelle hierzu… War das eine Studie? Worauf basiert diese gewagte Aussage? Es ist doch wirklich genau gegensätzlich. Ein Spieler, der aus den verschiedensten Gründen nicht ständig spielt wird doch eher mit dem kostengünstigen Modell „Play per Play“ beim Golfsport bleiben als mit der „Flatrate“. Persönliche Beispiele hierzu kenne ich.

    Also, zusammenfassend, Daumen hoch für das Modell Fernmitgliedschaft!

    Und vergesst nicht… Auch den etablierten Clubs mit Mitgliederschwund generiert die Fernmitgliedschaft Greenfee-Spieler. Ob diese Clubs diese möchten oder nicht ist jedem selbst überlassen. Aber hört doch bitte auf den Autor zu diffamieren!

  5. Michael Wagner says:

    Als Einsteiger in den Golfsport ist für mich die klassische Vollmitgliedschaft eher abschreckend. Einige Anlagen der näheren Umgebung haben als Alternative zur Fernmitgliedschaft, ein Modell für Wenignutzer entwickelt, dies finde ich dir richtige Antwort auf die Fernmitgliedschaft, die Interessen des Anlagenbetreibers und des Einsteigers sind hier aufeinander abgestimmt:

    1. Unterstützung des lokalen Vereins/der lokalen Anlage – Gebühr bleibt vor Ort
    2. Die Flexibilität bei der Anlagenwahl und der Spielhäufigkeit für den Einsteiger

    Leider haben noch nicht alle Anlagen eine solche Nutzung im Angebot. Bleibt zu hoffen, dass sich dies flächendeckend durchsetzt. Eine Fernmitgliedschaft kommt für mich als Einsteiger auch nicht in Frage, ich kann die Kritik hierzu von Herrn Weichselgarnter nachvollziehen, wenn gleich sie sehr provokant vorgetragen ist.

    Nach meiner bestandenen Platzreife habe ich einige Zeit hätte mich das Modell des örtlichen Clubs eigentlich auch in die Fernmitgliedschaft getrieben. Der örtliche Club bietet eine 9-Loch-Anlage. Als Übungsmöglichkeit steht einem ein Putting-Green, sowie eine sehr kurze Chippingarea (ca. 20 Meter). Eine Driving-Range gibt es nicht, ebenso wird das Clubhaus nicht bewirtet, auch gibt es keine einzige Mannschaft die an Wettbewerben teilnimmt – weder Jugend, noch Damen oder Herren. Will man dort Mitglied werden, bleibt nur die Vollmitgliedschaft. Diese schlägt mit 855 Euro zu Buche. Das Gebotene hierfür ist einfach nicht attraktiv für den Einsteiger.

    Wenn ich Sport betreiben will, dann suche ich den Verein/Anbieter der mir das richtige Angebot macht. Wenn ich Philanthrop sein will, dann suche ich mir hierfür einen anderen Verwendungszweck als eine Wiese mit Löchern 😉

    Viele Grüße

    Michael Wagner

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