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Mentales Golf – Warum ein Perspektivwechsel manchmal Wunder wirkt

Die neue Saison steht vor der Tür und mit ihr Ziele, Erwartungen und Vorfreude. Im Winter arbeiten die meisten am Schwung und an der Technik, doch auch im mentalen Bereich gibt es einiges, das man tun kann, um stark in die neue Saison zu starten, denn unser Gehirn ist die Steuerzentrale unseres Körpers. Laut New York Times Bestseller Autor Steven Kotler, macht unser Gehirn im Durchschnitt gerade einmal 2% des Körpergewichtes aus, verbraucht allerdings 20% unserer täglichen Energie.

Mental besser aufgestellt zu sein, hat für uns viel mit der Perspektive zu tun, mit der wir an Dinge herangehen. Was das genau heißt, soll folgendes Szenario erläutern.

Perspektivwechsel

Wie würdest Du reagieren, wenn Dich ein Fremder auf einmal von der Seite anspricht und Dir mitteilt, dass Deine Zukunft rabenschwarz aussieht? Dir zu verstehen gibt, dass Du untalentiert, schwach und erfolglos bist. Wie würdest Du reagieren, wenn Dir ein Mitspieler während eines Turnieres noch vor dem ersten Abschlag erzählt, dass er glaubt, dass Du heute weit unter allen Erwartungen bleibst, Dein Handicap verschlechtern und nach der Runde schwer enttäuscht nach Hause fahren wirst. Denke einen Moment lang über dieses Szenario nach und stelle Dir zudem vor, wie Du reagieren würdest, wenn nicht nur Du, sondern ein Familienmitglied oder ein enger Freund oder Bekannter, in Deinem Beisein, Ziel einer solchen verbalen Attacke wäre. Kaum vorstellbar, dass Du solch ein Verhalten tolerieren würdest.

So etwas gehört sich nicht. Kümmern Sie sich um Ihr Spiel. Was fällt Ihnen eigentlich ein, mich so anzusprechen?

Das wäre vermutlich nur ein kleiner Teil der Dinge, die Dir prompt darauf einfallen würden und die Du Deinem Gegenüber zur Verteidigung an den Kopf werfen würdest. Auch wenn Du ein eher ruhiger Typ bist, der nichts von verbalem Zündstoff hält, besteht kein Zweifel, dass diese fiktive Person bei Dir keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen würde und, dass Du dieser während und nach der Golfrunde aus dem Weg gehen würdest.

Die richtige Kritik treibt uns an

Dass Kritik für Fortschritt und Wachstum unabdingbar ist, versteht sich. Jedoch ist es die sachliche, berechtigte, auf Fakten basierende Kritik, die auch Gehör findet. Unbegründete, pauschalisierende Kritik trifft bei uns Menschen grundsätzlich auf Widerstand. Wie sich dieser Widerstand letztendlich äußert, ist unterschiedlich. Möchtest Du jemand anderem etwas beibringen, so überlegst Du Dir im Regelfall zuvor, wie und was Du sagst, ohne die Person vor den Kopf zu stoßen, Ablehnung zu vermeiden, Verständnis auszulösen und letztendlich eine Änderung zu bewirken.

Falsche Absichten?

Was wir bei anderen in keinem Fall tolerieren, tolerieren wir jedoch bei uns selbst. Kamen Dir die Sätze „das wird heute nichts“, oder „heute verschlechtere ich mein Handicap“ bekannt vor? Wenn uns eine fremde Person auf unsere vermeintlichen Schwächen anspricht, reagieren wir mit Widerstand, Entsetzen und allerlei Gegenargumenten. Nicht so allerdings, wenn wir uns selbst darauf ansprechen. Wir akzeptieren eigene Gedanken und Meinungen als nicht verhandelbare Realität und schließen selbst gerne von einem Ereignis auf das nächste. Besonders bei negativen Ereignissen. Tut das ein anderer über uns, sind wir entsetzt.

Wir unterstellen der anderen Person, dass Sie uns absichtlich die Runde vermasseln, uns den Erfolg nicht gönnt und uns schaden möchte. Dabei ist das, was wir uns selbst einreden, genauso schädlich, wie das, was uns möglicherweise eine andere Person einredet. Dieses Beispiel soll verdeutlichen, wie hart und teilweise absurd hart wir manchmal mit uns selbst umgehen, denn unser Gehirn ist in erster Linie um unsere Sicherheit bemüht. Zu Zeiten als wilde Tiere hinter jeder Ecke lauerten, war das durchaus sinnvoll, doch dieselben Mechanismen übertragen wir heute auf alltägliche Situationen, wie etwa das Golf spielen.
Steve Maxwell ist Personal Trainer und hat folgende Abkürzung für das Wort Angst (Englisch: Fear): Future Events that Aren’t Real – Kommende Ereignisse, die nicht real sind. Wie oft schließen wir von einem Ereignis auf das nächste? Und wie oft können wir dabei zu 100% sicher sein, dass wir mit unseren Schlussfolgerungen Recht haben? Kein einziges Mal! Wir können nicht in die Zukunft schauen. Ängste und Zweifel entstammen unserer eigenen Vorstellung.

Angst beim Golf

Du kannst Deine Gedanken aktiv beeinflussen

Sei mit Deinen eigenen Schlüssen, Gedanken und Selbstgesprächen daher ähnlich kritisch, wie mit denen anderer. Argumentiere nicht nur gegen mögliche Aussagen Dritter, sondern auch gegen Deine eigenen und pflege Deine inneren Selbstgespräche. Du würdest wohl kaum gerne Zeit mit jemandem verbringen, der immer nur nörgelt und auf die negativen Dinge des Lebens fixiert ist. Im Gegenteil. Du wählst Dein Umfeld bewusst und verbringst Zeit mit den Menschen, die Dich glücklich machen, mit denen Du Spaß hast und von denen Du lernen kannst.

Was wir von Team-Sportarten lernen können

Macht ein Freund oder eine Freundin einen Fehler, so bauen wir ihn oder sie wieder auf. Ein Basketballprofi klatscht einen Teamkollegen ab, der einen Wurf nicht trifft, denn er weiß, dass er seinen Teamkollegen braucht, um das Spiel zu gewinnen und, dass er ihn dazu in einer zähen Phase des Spiels mental aufbauen muss. Was machen wir jedoch oft, wenn wir einen Schlag vermasseln? Oft das genaue Gegenteil. Behandle Deine Gedanken wie einen Freund und umgib Dich mit den Gedanken, die Dich glücklich machen. Kultiviere, vom ab und zu notwendigen Tritt in den Hintern abgesehen, positive Selbstgespräche während einer Golfrunde und schenke Unwichtigem und Unbegründetem keine Aufmerksamkeit. Dein Score wird es Dir danken.

Checkliste: Mentale Einstellung

  • Golf ist eine der wenigen Sportarten, bei der Spieler mehr Zeit zum Denken, als zum Spielen haben. Sei Dir um die Macht Deiner Gedanken bewusst.
  • Dein Kopf ist die Steuerzentrale Deines Körpers, behandle Dich selbst wie einen Teamkollegen.
  • Deine Gedanken driften ab und Du schließt von einem schlechten Schlag/Loch auf den/das nächste(n)? Mach den Faktencheck: Kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass meine Vorhersagen zutreffen? Nein.
  • Besinn Dich auf die (vielleicht) 3 wichtigsten Buchstaben beim Golf: W.I.N = What’s important now? (Was ist momentan wichtig?) Es klingt klischeehaft, doch in 99.9% der Fälle ist es der nächste Schlag.
Freddy und Patrick

Freddy und Patrick

Die Brüder Patrick und Freddy sind Bundesliga-Spieler (Plus- und Single-Handicap) und betreiben den Golftrainings-Blog "Belowpar".

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