Tipps für die Runde / Blog

Wie Du mit Mentaltechniken Deine Leistung abrufen kannst

Wenn Du auf dem Golfplatz stehst und Deine besten Schläge gerade gespielt hast, denkst Du Dir:

Jawohl, warum nicht immer so? Das ist doch mein wahres Potential!

Und genau hier beginnt die Dissonanz: Das Golfspiel ist als Präzisionsspiel sensibel. Kleinste Veränderungen können bereits sehr große Auswirkungen haben. Golf ist auch ein Fehlerspiel. Das Handicap ist die Anzahl der Fehler bzw. die Summe suboptimaler Schläge im Vergleich zum Profi-Golfer. Du misst Dich also am Profigolfer und das führt schnell zum Frust. Was Dich bei Laune hält, sind Deine wiederkehrenden hervorragenden Schläge. Da blitzt tatsächlich Dein wahres Potential auf, das Du am liebsten festhalten würdest für jeden einzelnen Schlag.

Wenn es eine Pille geben würde, nach deren Konsum der beste Schlag jederzeit abrufbar wäre, würde diese unter den Golfern reißenden Absatz finden.

Hier ist die gute Nachricht: es gibt zwar keine Pille, aber etwas ähnlich Wirksames. Es gibt die richtigen Gedanken, die zum richtigen Handicap führen!

Wenn Du im exakt gleichen mentalen und physiologischen Zustand den Ball schlägst, dann wirst Du auch wiederkehrend immer wieder dasselbe Ergebnis abrufen können. Faktisch bist Du jedoch bei jedem Schlag in einem anderen mentalen und auch in einem anderen physiologischen inneren Zustand und deshalb kommen auch jeweils andere Schläge hervor.

Wie kannst Du aber Deinen inneren Zustand stabil halten bzw. Dich immer wieder kurz vor dem Schlag in den richtigen nützlichen Zustand befördern?

Fokussiere Dich vor dem Abschlag

Mit Mentaltechniken erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit für einen guten Schlag

Hier kommen die Mentaltechniken ins Spiel, die sowohl Deine Gedanken als auch Deine Gefühle beeinflussen sollen. Es handelt sich also um Strategien zur mentalen Selbstbeeinflussung, die Dich in den optimalen Zustand bringen, der wiederum die Wahrscheinlichkeit des optimalen Schlages erhöht.

Gedanken und Gefühle sind eine Einheit, die sich gegenseitig beeinflussen. Ein Gedanke kann bei Dir innerlich ein starkes Gefühl auslösen (verbunden mit der entsprechenden Hormonausschüttung). Dies funktioniert ebenso im Guten wie im Schlechten und es passiert täglich hundertfach, wenn Du ehrlich mit Dir bist. Bereits der Gedanke an ein Getränk kann Durst auslösen, der Gedanke an eine ungeliebte Person kann Missmut auslösen, der Gedanke an eine Krankheit kann Angst auslösen, der Gedanke an Urlaub kann Freude auslösen.

Auch Gefühle können sofortige positive (oder negative) Gedanken auslösen: zum Beispiel kann die Sonne auf Deiner Haut gleich die Stimmung heben und positive Assoziationen hervorrufen, das Klingeln deines Telefons kann zu sofortigen Stressgedanken führen …

Steuere bewusst Deine Gedanken

Anstatt Dich wie ein Opfer den zufälligen Gedanken und Gefühlen auf der Golfrunde auszusetzen, kannst Du aber auch dein Inneres gezielt steuern, indem Du an Dinge denkst, die bei Dir gute, positive oder sogar euphorische innere Zustände/Gefühle hervorrufen.

Auf diese Weise bringst Du Dich in einen ressourcevollen inneren Zustand, der Deinen besten Schwung und Deine tollsten Schläge nicht mehr verhindert, sondern intuitiv unterstützt. In der Folge werden sich die Schwankungen in Deinem Golfspiel deutlich reduzieren und die besten Schläge werden immer häufiger abgerufen. Das Spiel verbessert sich automatisch und das Handicap purzelt wie von selbst!

In den Mentaltechniken liegt der Schlüssel zu einem besseren Spiel, der von vielen Golfern noch nicht oder zu wenig genutzt wird. Ich behaupte, Dein Handicap kann sich durch die reine Anwendung mentaler Techniken um mindestens 30% verbessern.

Bei mir persönlich und bei anderen waren es sogar 50%. 30 Prozent sind auf jeden Fall für Dich drin, wenn du bisher noch nicht konsequent und systematisch mit Mentaltechniken arbeitest. Hier gehört auf der Runde eine gewisse (gedankliche) Disziplin dazu. Aber das Gute ist: für diese Verbesserung brauchst Du keine zusätzliche Zeit aufwenden und auch nicht mehr üben als vorher. Der Zeiteinsatz für Dein Training kann bleiben wie bisher.

Mentaltechniken sind Übungen oder Gedankenfiguren bzw. Ideen für Gedanken, die aufgrund des konsequenten Denkens Deiner positiven Selbstbeeinflussung dienen. Dabei gibt es je nach Persönlichkeit unterschiedlich gut geeignete Techniken für Dich. Gut ist, was funktioniert. Daher ist es gut, mit den Techniken etwas hin und her zu experimentieren, damit Du für Dich herausfinden kannst, was Dir guttut und was hilft.

Mehr zu Mentaltechniken beim Golf

Weitere Infos und Techniken kannst du in meinem neuen Buch nachlesen: Kopfkino Golf – Mentaltechniken von A-Z sowie im dazu passenden Arbeitsheft: Workbook Kopfkino Golf.

So bekämpfst Du Deine Nervosität

Folgende Technik ist zum Beispiel geeignet, um Nervosität am ersten Abschlag zu reduzieren und gleichzeitig Sicherheit aufzubauen: Fake it!

Tu so, als sei alles anders.

Du stellst Dir einfach eine völlig andere Situation absolut intensiv (mit allen Sinnen) vor, die Du kennst und in der Du Dich üblicherweise wohl fühlst und sicher agierst. Stell Dir beispielweise einen bestimmten Schlag an Deinem Lieblingsloch vor. Visualisiere vor Deinem inneren Auge das Loch bzw. die Spielbahn, die Du Dir gerade – quasi im Traum – vorstellst und spiele genau den vertrauten Schlag, den Du aus dem Effeff kennst.

Je intensiver Du Dich hineinversetzt, umso selbstsicherer wirst Du Dich fühlen und Du wirst Deine aktuelle Realität neu erleben. Das kann regelrecht süchtig machen. Viel Spaß!

Dr. Barbara Gülpen

Dr. Barbara Gülpen

Barbara spielt seit über 20 Jahren Golf und ist Expertin für Mentaltechniken. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und Fachartikel.


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Ein Kommentar

  1. Hallo Barbara,
    da ich mich selbst genau mit diesem Thema intensiv beschäftige, finde ich es so wichtig, dass mehr darüber gesprochen wird. Klar, wir sollten alle mehr Zeit mit physischen Training verbringen und nicht immer nur direkt auf den Platz gehen. Das mentale Training darf aber nicht fehlen. Auch wenn ich einen perfekten Schwung habe, kann der nicht abgerufen werden, wenn es in stressige Situationen kommt, wenn ich nicht darauf vorbereitet bin. Daher nutzen ja auch die Tourspieler mentale Trainings um diese Anspannung und den Druck verarbeiten zu können. Durch die mentale Power gelangt man zu seinem Ziel. Egal ob beim Golf oder in einem anderen Bereich.

    Beste Grüße,
    Andreas

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