Mentale Stärke mit der Boxen-Strategie

Yannick Rosenberger
Über den Autor
Yannick ist Linksgolf-Weltmeister, Buchautor (»Goal in One«), Podcaster und arbeitet als Mentalcoach im Golf.

Mentale Stärke! So lassen Dich äußere Umstände in Zukunft kalt: Komme in Deinen »gewünschten mentalen Zustand«.

Kennst Du das, Du stehst am Abschlag und denkst Dir: »Jetzt nicht links ins Aus«. Leider geht der Ball oft genau dorthin. Das nennt man eine selbsterfüllende Prophezeiung. Aber warum passiert das so häufig? Wir versuchen meist einen Fehlschlag zu vermeiden, denn wir wissen, dass vor allem grobe Fehlschläge uns am Ende einen guten Score kosten werden.

Auf dem Golfplatz musst Du Dich allerdings immer auf das fokussieren, was Du tun willst und nicht auf das was Du vermeiden willst. Du wirst den Ball am wahrscheinlichsten genau dorthin schlagen, worauf Du Deine volle Aufmerksamkeit richtest. Wenn Du dir denkst: »Jetzt nicht rechts ins Aus«, richtest Du Deine Aufmerksamkeit ganz unweigerlich genau auf das Hindernis, das Du gerade im Kopf hast. Warum? Weil unser Gehirn das Wort NICHT einfach nicht verarbeiten kann.

Die 4 Boxen Strategie für mentale Stärke

Die 4 Boxen Strategie ist die Basis für Deinen Erfolg auf dem Golfplatz. Denn sie ist die Grundlage für Deine Routinen.

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1. Die Strategiebox

Die erste Box ist die Strategiebox. Hier entscheidest Du, welcher Schläger und welcher Schlag für diese Situation am besten geeignet ist. Du beziehst die Lage des Balls, Wind, Temperatur, Fahnenposition und die Härte der Grüns in Deine Entscheidung mit ein. Versuche, nicht bewusst in die Situation einzugreifen. Dein erster Impuls ist meist der Richtige.

2. Die Pre-Shot-Box

Sobald Du eine Entscheidung getroffen hast, geht es weiter mit Box Nr. 2: Die Pre-Shot-Box.

In der Pre-Shot-Box spulst Du Deine Routine vor dem Schlag ab. Jetzt visualisierst Du Deinen Schlag. Du siehst vor Deinem inneren Auge, wie Du den Schläger schwingst und der Ball das Schlägerblatt verlässt. Du spürst den leichten Windzug, der Ball startet leicht links von der Fahne, in der Luft wird er vom Wind noch leicht nach rechts in Richtung Fahne getragen. Genau einen Meter vorm Loch kommt er auf und rollt tot an die Fahne. Ein fantastischer Golfschlag! Zur Lockerung kannst Du auch gerne noch Probeschwünge machen. In einen Probeschwung gehören allerdings weder technische Gedanken noch eine Wertung, ob der Schwung jetzt gut war. Sie dienen zur Lockerung. Der Fokus liegt auf Deinem Ziel. Du hast Deine Pre-Shot-Routine beendet, wenn Du den Ball ansprichst. Ein letzter entschlossener Blick in Richtung Ziel.

Damit erreichen wir die dritte Box, die sogenannte Play-Box.

3. Die Play-Box

Sobald Du Dich in die Play-Box begibst, hast Du alles getan, was in Deiner Macht liegt, damit der Schlag gelingt. Du übergibst den Schlag Deinem inneren Profi, Deinem Unterbewusstsein. Es weiß genau, wie dieser Schlag funktioniert und wird ihn bestmöglich für Dich ausführen. Im Vorfeld hast Du nach bestem Wissen eine Schlägerwahl getroffen. Du hast den Schlag, den Du jetzt spielen möchtest, visualisiert und vor Deinem inneren Auge schon einmal abspielen lassen. Sobald Du das letzte Mal zum Ziel geschaut hast und Dein Blick wieder beim Ball angekommen ist, heißt es »Go«!

4. Die Post-Shot-Box

Die vierte und letzte Box ist die Post-Shot-Box. Hier hast Du Deinen Ball bereits geschlagen und mit dem Erreichen Deiner Endposition des Schwungs gehst Du von der Play-Box über in die Post-ShotBox. In dieser Box verarbeitest Du Deinen Schlag, um Dich gleich wieder auf Deinen nächsten zu konzentrieren.

Bewertung von Schlägen

Einen Schlag kannst Du ganz unterschiedlich interpretieren. Er kann gut, mittelmäßig oder schlecht gewesen sein. Vielleicht hattest Du einen guten Schwung mit einem schlechten Ergebnis, oder Du hattest ein gutes Ergebnis, aber einen schlechten Schwung. Wie Du den Schlag bewertest, ist am Ende aber egal. Denn in dieser Box ist es wichtig, den Schlag zu verarbeiten und abzuhaken. Wenn Du einen guten Schlag gemacht hast, mit dem Du wirklich zufrieden bist, dann speicherst Du ihn mit dem Anker. Aber auch ein guter Schlag sollte möglichst schnell verarbeitet werden. Es ist nicht verwerflich sich über einen guten Schlag übermäßig zu freuen. Freue Dich darüber, so stark wie Du willst. Positiven Emotionen sind wichtig. Die Freude sollte nur nicht in Euphorie umschlagen. Geht der nächste Schlag dann daneben, kann es sein, dass sich Deine negativen Emotionen vervielfachen. In so einem Fall wird Deine Runde emotional wie ein EKG aussehen.

Sehr guter Schlag – Anker setzen nicht vergessen

Nach einem guten Schlag setzt Du Deinen Anker und gehst mit breiter Brust zu Deinem nächsten Schlag. Behalte immer Deinen Fokus auf dem nächsten Schlag.

Auch schlechte Schläge müssen verarbeitet werden Nach einem schlechten Schlag ist die Vorgehensweise sehr ähnlich. Für mich ist es allerdings viel schwieriger, einen schlechten Schlag in wenigen Sekunden abzuhaken.

Von vielen Trainern liest man dazu exakte Anweisungen. Aus meiner Sicht ist das aber eine sehr individuelle Situation, die sich schlecht pauschalieren lässt. Das hängt stark von der Persönlichkeit ab.

Mental stark bleiben: Das Ampelsystem für schlechte Schläge

Für mich ist das Verarbeiten eines schlechten Schlags ein Prozess, der wie ein Ampelsystem funktioniert.

Zuerst ist die Ampel rot, hier darfst Du Dich ein wenig(!) über den Schlag aufregen. Keinesfalls darfst Du Dich in diesem Moment selbst beleidigen. Nach fünf bis maximal 30 Sekunden schalte Deine Ampel auf gelb. Beginne damit, Dich mit etwas Anderem zu beschäftigen, hole Dein Birdiebook heraus und schaue nach, von wo aus Dein nächster Schlag sein wird. Betrachte die Natur oder konzentriere Dich auf Deine Atmung. Nach weiteren 30 Sekunden ist der Schlag abgehakt. Jetzt gilt Deine Konzentration wieder Deinem nächsten Schlag.

Wenn Du mehr darüber Erfahren willst, dann melde Dich jetzt zu Deinem kostenlosen Analyse- und Coachinggespräch an und erfahre in kurzer Zeit wie auch Du Dein Golfspiel nachhaltig verbessern kannst.

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Yannick Rosenberger

Yannick ist Linksgolf-Weltmeister, Buchautor (»Goal in One«), Podcaster und arbeitet als Mentalcoach im Golf.

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2 Kommentare
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Artur vom Stein

Steht hier irgendwo, dass dies der Ansatz von Pia Nilsson und Lynn Marriott ist?

Yannick Rosenberger

Lieber Artur, der Ansatz ist sicherlich bei vielen Mentaltrainern und Golftrainern sehr ähnlich. Den Ursprung der Routine fest zu machen wird wahrscheinlich sehr schwer. Ganz sicher liegt er allerdings lange vor Pia Nilsson und Lynn Marriott zurück.
Das was du in diesem Video siehst ist meine persönliche Herangehensweise von der ich zu 100% überzeugt bin, dass sie jedem Golfer hilft konstanter Golf zu spielen. Das Geheimnis liegt aber wie immer in der Übung.
LG und viel Erfolg damit
Yannick

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