Der Mythos mit dem Kopf – Mehr Länge mit dem Driver (Teil 3 von 4)

Marcus Bruns

Marcus Bruns

Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

Der Ball liegt perfekt aufgeteet, die Position stimmt, Du holst aus – und trotzdem fliegt der Ball flach wie ein Pfannkuchen über die Range. Keine Höhe, keine Weite. Frustrierend, oder?

Das Problem liegt oft nicht am Setup oder am Schwung selbst. Stattdessen ist es ein hartnäckiger Mythos: »Der Kopf muss über dem Ball bleiben.« Genau dieser Gedanke kostet Dich Meter – und ich erkläre Dir, warum.

Warum »Kopf über dem Ball« schadet

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Mehr Informationen

Wenn Dein Kopf beim Ausholen über dem Ball bleibt, kippt Dein gesamter Körper automatisch nach links. Dadurch hast Du enormen Druck auf Deiner linken Hüfte. Du könntest Deinen rechten Fuß problemlos anheben, aber den linken nicht mehr – weil das gesamte Gewicht bereits auf der linken Seite lastet.

Die Folge: Dein Schläger geht sehr steil hoch und kommt genauso steil wieder in den Ball. Daraus resultieren:

  • Extrem flache Bälle ohne Flughöhe
  • Schläge an der Hacke, wodurch der Ball stark nach rechts kurvt
  • Treffmomente oben auf der Schlagfläche
  • Hoher Spin, der den Ball auf dem Fairway abbremst statt rollen lässt

Viele Golfer versuchen dann, einfach tiefer aufzuteen. Das kann die Treffer zwar verbessern, aber die Bälle bleiben trotzdem flach und haben keine richtige Weite.

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Die richtige Kopfbewegung

Hier kommt die Lösung: Nimm Deinen Kopf mit nach rechts! Wenn Du am Ball stehst – mit dem Ball weiter vorne Richtung linker Ferse – ist Dein Kopf bereits rechts von der Ballposition. Deine Nasenspitze zeigt ungefähr auf die Verlängerung Deines Bauchnabels oder des Reißverschlusses Deiner Jacke.

Beim Ausholen bewegt sich Dein Kopf nun mit über Deinen rechten Fuß. Dadurch entsteht genau die gleiche Bewegung wie bei einem Eisenschlag aus der Mitte:

  1. Deine Schulterlinie wird parallel zu Deiner rechten Fußinnenseite
  2. Deine linke Schulter steht rechts vom Ball
  3. Deine Körpermitte wandert ebenfalls mit nach rechts

Dieses Mitnehmen des Kopfes schafft automatisch mehr Platz für den Abschwung. Außerdem bleibt mehr Druck auf der rechten Seite, den Du dann durch den Ball mitnehmen kannst.

Der Unterschied im Treffmoment

Wenn Du den Kopf mitnimmst, verändert sich der komplette Eintreffwinkel. Statt von oben auf den Ball zu hauen, triffst Du ihn in der Aufwärtsbewegung – genau so, wie es beim Driver sein soll.

Das Ergebnis ist deutlich spürbar:

  • Flüssigere und gleichmäßigere Bewegung
  • Besseres Durchschwingen durch den Ball
  • Stabilere Endposition nach dem Treffen
  • Höhere Bälle mit mehr Weite

Du wirst außerdem merken, dass Deine gesamte Körperrotation besser funktioniert. Dadurch hast Du mehr Zeit für den Abschwung und kannst wesentlich besser beschleunigen.

Wann Du diese Technik brauchst

Diese Kopfbewegung ist besonders wichtig, wenn Du folgende Probleme hast:

Typische Fehlerbilder:
  • Deine Bälle fliegen grundsätzlich zu flach
  • Du triffst oft die Hacke des Schlägers
  • Der Ball kurvt stark nach rechts
  • Du hast Treffer oben auf der Schlagfläche
  • Der Ball rollt nach der Landung kaum noch

All diese Symptome deuten darauf hin, dass Dein Kopf beim Ausholen nicht mitgeht und Du zu steil in den Ball kommst.

So übst Du die richtige Bewegung

Der Gedanke »Kopf über dem Ball« sitzt bei vielen Golfern tief. Deshalb brauchst Du ein klares Gefühl für die neue Bewegung. Probiere folgende Übung:

Übung für die Kopfbewegung:
  1. Stelle Dich in Deine normale Driver-Position
  2. Achte darauf, dass Deine Nasenspitze bereits rechts vom Ball ist
  3. Hole langsam aus und spüre bewusst, wie Dein Kopf nach rechts wandert
  4. Überprüfe in der Endposition: Ist Deine linke Schulter rechts vom Ball?
  5. Fühle den Druck auf Deinem rechten Fuß

Wiederhole diese Bewegung mehrmals ohne Ball, bis sie sich natürlich anfühlt. Erst dann schlägst Du erste Bälle.

Wichtig dabei: Es geht nicht darum, den Kopf aktiv nach rechts zu schieben. Stattdessen lässt Du ihn einfach mit Deiner Schulterrotation mitgehen. Die Bewegung entsteht also durch eine gute Körperdrehung – nicht durch eine isolierte Kopfbewegung.

Der Zusammenhang mit anderen Faktoren

Die Kopfbewegung ist ein wichtiger Baustein für mehr Weite, aber natürlich nicht der einzige. Sie funktioniert am besten im Zusammenspiel mit der richtigen Ballposition, der passenden Tee-Höhe und einem guten Setup.

Wenn Du diese Elemente kombinierst, entsteht ein flacher Eintreffwinkel, der den Ball in der Aufwärtsbewegung trifft. Dadurch bekommt er weniger Spin, eine höhere Flugbahn und vor allem mehr Rollstrecke auf dem Fairway.

Hast Du diesen Fehler bei Dir wiedererkannt? Oder kämpfst Du mit ähnlichen Problemen beim Driver? Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare – ich beantworte alle Fragen!

Text: CSP

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Marcus ist PGA Professional und Golflehrer im Golfclub Syke. Er ist Buchautor, Podcaster und Gastautor in diversen Magazinen.

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