Golf ist kein schwieriger Sport – aber ein komplexer. Und genau das ist Deine Chance: Komplexität lässt sich erlernen, egal in welchem Alter. Wer mit 55, 60 oder 70 zum ersten Mal einen Schläger in die Hand nimmt, bringt etwas mit, das Jüngere oft nicht haben – Geduld, Körperbewusstsein und die Bereitschaft, sich Zeit zu lassen. Auf dieser Seite findest Du alles, was Du als Späteinsteiger wirklich wissen musst.
- Warum Golf der perfekte Sport für Einsteiger ab 50 ist
- Kann ich mit 60 noch Golf lernen?
- Was sich im Körper verändert – und was das fürs Spiel bedeutet
- Aufwärmen: Der unterschätzte Schlüssel
- Der Golfschwung im Alter: Rhythmus schlägt Kraft
- Das richtige Equipment für Senioren
- Die Platzreife: Kein Hexenwerk – auch nicht im Seniorenalter
- Senioren-Abschläge: Blau und Orange
- Training im Alter: Weniger ist mehr
- Deine nächsten Schritte
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Warum Golf der perfekte Sport für Einsteiger ab 50 ist
Die meisten Menschen, die heute mit Golf anfangen, tun das mit Mitte 50. Das ist kein Zufall: Tennis und Fußball werden beschwerlicher, das Knie meldet sich beim Joggen, der Mannschaftssport verlangt feste Termine. Golf funktioniert anders. Du bestimmst das Tempo selbst. Du spielst so lange, wie es Dir Spaß macht. Und Du bewegst Dich dabei mehrere Stunden an der frischen Luft, ohne Deine Gelenke zu überlasten.
Im Platzreife-Kurs von Marcus Bruns waren in diesem Jahr sieben von zehn Teilnehmenden über 60. Das zeigt: Du bist in bester Gesellschaft, wenn Du jetzt anfängst.
Golf kennt kein Rentenalter. Das Handicap-System sorgt dafür, dass Spieler unterschiedlicher Stärke fair miteinander antreten können – Späteinsteiger starten mit einem Handicap von 54 und werden nie ohne Ausgleich gegen einen erfahrenen Golfer angetreten.
Ein ärztlicher Gesundheitscheck vorab ist ratsam, vor allem wenn Du länger keinen Sport betrieben hast. Danach steht dem Einstieg nichts im Weg – in jedem Alter.
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Kann ich mit 60 noch Golf lernen?
Diese Frage stellen viele – und die Antwort ist eindeutig: Ja. Einer der Platzreife-Schüler von Marcus begann mit über 70 Jahren. Das zeigt: Die Lernfähigkeit ist kein Problem. Was sich im Alter verändert, ist die Art, wie man trainieren sollte.
Die wichtigste Botschaft aus unserer Podcast-Folge »Golfen im Alter«: Wer zu früh zu viel will, riskiert Verletzungen und Frustration. Besagter Schüler über 70 kam nach zwei Wochen zum Training mit einer faustgroßen Beule am Ellenbogen – weil er ohne Pause Ball um Ball geschlagen hatte. Danach konnte er wochenlang nicht spielen.
Geduld und strukturiertes Training zahlen sich aus. Golf ist eine Bewegung, keine Kraftübung.
Folge 292 widmet sich komplett dem Thema Späteinsteiger – von den körperlichen Veränderungen bis zur richtigen Ausrüstung.
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Endlich gutes Golf spielen
Was sich im Körper verändert – und was das fürs Spiel bedeutet
Im Alter verändern sich einige körperliche Faktoren, die direkt das Golfspiel beeinflussen. Wer das weiß, kann gezielt gegensteuern – statt frustriert aufzugeben.
Muskelmasse: Ab dem 21. Lebensjahr beginnt der Körper Muskelmasse abzubauen, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Drives kürzer werden. Moderates Krafttraining – auch mit leichten Übungen zu Hause – hilft nachweislich.
Beweglichkeit: Hüfte, Schultern und Halswirbelsäule verlieren an Flexibilität. Das schlägt sich direkt im Rückschwung nieder. Die gute Nachricht: Mit regelmäßigem Dehnen und gezielten Übungen lässt sich der Bewegungsradius deutlich verbessern – auch noch mit 70.
Sehvermögen: Gleitsichtbrillen verändern die Wahrnehmung auf dem Platz und vor allem auf dem Grün. Das ist für Golfer mit Brille eine echte Herausforderung beim Putten.
Regeneration: Der Körper braucht länger, um sich zu erholen. Das bedeutet: weniger Bälle pro Trainingseinheit, mehr Pausen zwischen den Runden.
In einer Umfrage mit über 600 Teilnehmenden gab jeder zweite Golfer zwischen 50 und 59 an, regelmäßig Schmerzmittel einzunehmen, bevor er auf die Runde geht. 60 Prozent nannten den Rücken als Hauptschmerzzone, die Hände lagen auf Platz zwei. Das Symptom zu behandeln hilft kurzfristig – die Ursache steckt aber meist in fehlender Rumpfstabilität und einem zu festen Griff. Hier helfen Muskelaufbau und angepasste Technik deutlich mehr als die Schmerztablette.
Aufwärmen: Der unterschätzte Schlüssel
Einer der häufigsten Fehler auf der Driving Range: Man kommt an, nimmt den Driver aus der Tasche und schlägt sofort Vollgas. Marcus sieht das regelmäßig bei seinen Schülern – »und das ist, egal ob Du 30 oder 62 bist, der falsche Einstieg.«
Der richtige Ablauf: mit kleinen Bewegungen starten. Erst ein paar Chips auf 20, 30 Meter. Dann mit einem kurzen Eisen langsam einschlagen. Erst zum Schluss die langen Schläger. So kommt der Körper in Schwung, die Gelenke werden warm, und das Verletzungsrisiko sinkt deutlich.
Drei einfache Aufwärmübungen für zu Hause
Diese Übungen empfiehlt Fitness-Coach Markus Papst in seinem Programm »Schmerzfrei golfen«:
- Schulterkreisen: Hände auf die Schultern legen, mit den Ellbogen langsam große Kreise machen – erst im Uhrzeigersinn, dann dagegen. Richtet den Oberkörper auf und mobilisiert die Schultergelenke.
- Neandertaler zu Türsteher: Vor einem Spiegel stehen. Bewusst einen starken Rundrücken einnehmen – dann in eine aufrechte Haltung gehen, Brustkorb hinaus, Schultern zurück. Eine Hand auf der Brust, eine auf der Wirbelsäule spürt den Unterschied. Das Gehirn lernt dadurch, wie sich eine gute Ansprechposition anfühlt.
- Torsodrehung im Stand: Aufrecht stehen, Hüfte fixieren, Arme vorstrecken und den Oberkörper abwechselnd nach links und rechts drehen. Mobilisiert Rücken und Körpermitte – genau die Bereiche, die im Golfschwung gefordert werden.
Marcus hat ein fünfminütiges Aufwärmprogramm aufgenommen, das Du auch während der Runde zwischen den Löchern nutzen kannst:
→ Aufwärmen der Gelenke
Der Golfschwung im Alter: Rhythmus schlägt Kraft
Das größte Missverständnis unter Späteinsteigern: »Ich muss mehr Kraft einsetzen, um weiter zu schlagen.« Es ist genau umgekehrt.
Marcus erklärt das so: Viele ältere Golfer, besonders Männer, versuchen, mit dem Oberkörper Kraft zu erzeugen. Dabei liegt die eigentliche Energie im Rhythmus der Bewegung – in den Unterarmen, dem Bodeneinsatz, der Wurfbewegung. Wer den Oberkörper übereinsetzt, verliert genau dort Energie, wo er sie gewinnen will.
Robin Symes, ein erfahrener Golfcoach der regelmäßig im Podcast zu Gast ist, gibt Späteinsteigern daher diesen Rat: »Mach es zunächst aus den Armen – und pfeif erstmal auf die Hüfte.« Stabile Hüfte, ruhiger Armschwung, sauberer Treffmoment. Das ist der Weg zu mehr Konstanz – und oft auch zu mehr Weite.
Auch der Rory McIlroy zu imitieren versuchen ist keine Strategie. Sein Bewegungsrepertoire hat Jahrzehnte Arbeit gekostet. Wer sich an Bewegungsbildern orientiert, die dem eigenen Körper entsprechen, kommt deutlich schneller voran. Detlef Stronk beschreibt diesen Ansatz sehr anschaulich in seinem Buch »Golfschwung DNA«.
Typische Fehler – und warum sie im Alter besonders schaden
- Zu fester Griff: Verkrampfte Hände übertragen sich in die Unterarme und Schultern. Das ist nicht nur eine Technikfrage – eine Umfrage zeigt, dass Hände und Handgelenke die zweithäufigste Schmerzzone sind. Locker greifen ist keine Schwäche, sondern Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Schwung.
- »C-Haltung« im Setup: Rundrücken in der Ansprechposition belastet die Lendenwirbelsäule bei jedem Schwung. Die Aufwärmübungen oben helfen, das Setup bewusst aufzurichten.
- Selbst korrigieren ohne Golflehrer: Wer aus dem Ballflug eigene Schlussfolgerungen zieht und ohne Anleitung am Schwung schraubt, macht es in der Regel schlimmer. Marcus sieht Schüler, die zwei Jahre auf eigene Faust trainieren und dann frustriert um Hilfe bitten – »dann brauche ich ein weiteres Jahr, um die eingeschliffenen Fehler wieder rauszubekommen.«
Alle Phasen des Golfschwungs, die häufigsten Fehler und Übungen für zu Hause:
→ Zum Golfschwung-Ratgeber
Das richtige Equipment für Senioren
Marcus sieht es regelmäßig in seinen Kursen: Späteinsteiger kommen mit Schlägern, die schlicht nicht zu ihnen passen. Stiffschäfte aus Stahl, schmale Blade-Köpfe, harte Griffe. Das macht das Spiel unnötig schwer – und frustrierend.
»Der Ego-Trip, denselben Driver spielen zu wollen wie vor 20 Jahren oder wie der Kumpel, den man bewundert, kostet Spaß und kostet Schlagweite«, sagt Marcus. Die richtige Ausrüstung ist keine Niederlage – sie ist das Werkzeug, das das Spiel erst ermöglicht.
| Was Du brauchst | Worauf achten |
| Graphitschaft | Leichter als Stahl, dämpft Vibrationen, ideal bei geringerer Schwunggeschwindigkeit – schont Ellenbogen und Handgelenke |
| Flex: Senior oder Regular | Weicherer Schaft bringt den Ball besser hoch – entscheidend bei Schwunggeschwindigkeiten unter 85 mph |
| Fehlerverzeihende Eisen | Breite Sohle, großer »Sweet Spot« – macht ungenaue Treffer weniger schmerzhaft; Eisen 6–9 sind der Kern des Sets |
| Hybridschläger statt langer Eisen | Einfacher zu schlagen als Eisen 3–5, ideal für 150–180 Meter |
| Weiche Griffe | Reduzieren Vibrationen, ermöglichen einen lockereren Griff – gut für Handgelenke und Ellenbogen |
| Mallet-Putter | Stabiler und fehlerverzeihender als Blade-Putter – besonders hilfreich, wenn das Sehvermögen nachlässt |
Marcus empfiehlt: alle zwei Jahre ein Fitting machen. Man muss keine neuen Schläger kaufen – aber prüfen lassen, ob Schaft, Flex und Griffgröße noch passen. Der Körper verändert sich, und die Ausrüstung sollte das widerspiegeln.
Für den Platzreife-Kurs stellt der Club Leihschläger bereit. Erst danach lohnt sich der Kauf – am besten nach einem Fitting im Pro-Shop, damit die Schläger zur eigenen Schwunggeschwindigkeit passen.
Die Platzreife: Kein Hexenwerk – auch nicht im Seniorenalter
Die Platzreife ist die Grundvoraussetzung, um eigenständig auf einem Golfplatz spielen zu dürfen. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Kein Teil davon erfordert besondere Fitness oder jugendliche Beweglichkeit. Viele Clubs bieten spezielle Seniorenkurse an – in ruhigem Tempo, ohne Leistungsdruck.
- Dauer: Meist 4–8 Wochen bei regelmäßigem Training – auch in Deinem eigenen Tempo möglich
- Kosten: Zwischen 200 und 500 €, je nach Club und Kursumfang
- Prüfung: Theorietest + praktische Platzrunde unter Aufsicht
Ablauf, Kosten, Prüfungsinhalte und Tipps für Deinen Erfolg:
→ Platzreife: Der komplette Ratgeber
Senioren-Abschläge: Blau und Orange
Du musst nicht von denselben Abschlägen spielen wie ein 30-jähriger Scratch-Golfer. Das World Handicap System sieht sechs verschiedene Abschlagfarben vor. Der blaue Abschlag liegt näher am Loch und verkürzt die Bahn – typisch für Senioren und Spieler mit geringerer Schlagweite. Der orangefarbene Abschlag verkürzt noch weiter.
Beides ist keine Schwäche, sondern clever: Kürzere Bahnen bedeuten mehr erreichbare Grüns, mehr Par-Chancen und mehr Spaß. Als Orientierung: Wer mit dem Driver unter 160 Meter schlägt, spielt gut am blauen Abschlag. Unter 120 Meter ist Orange die sinnvollere Wahl. Die genauen Empfehlungen variieren je nach Platz – lass Dich im Club beraten.
Training im Alter: Weniger ist mehr
»Mehr schlagen« ist im Seniorenalter keine Strategie. Marcus gibt seinen Schülern klare Zeitrahmen: Eine Trainingseinheit sollte 45 bis 60 Minuten dauern. 10 bis 15 konzentrierte Drives mit Routine sind produktiver als 80 Bälle, die man hintereinander wegschlägt. Danach: Putten trainieren, kurzes Spiel üben. Das ist auch für das Handicap viel wertvoller als der nächste Driver-Versuch.
Ein paar weitere Grundsätze für das Training im Alter:
- 9 Löcher statt 18: Kein schlechteres Golfen – nur eine andere Runde. Wer mit 9 Löchern zufrieden ist, sollte das nicht als Niederlage sehen, sondern als kluge Einteilung.
- Elektro-Trolley: Spart Energie für das Spiel selbst. Wer das Bag nicht trägt, hat am Ende der Runde noch Konzentration übrig.
- Regeneration einplanen: Zwischen Runden zwei bis drei Tage Pause lassen. Der Körper braucht im Alter länger, um sich zu erholen – das ist kein Zeichen von Schwäche.
- Regelmäßig zum Golflehrer: Nicht erst dann, wenn es gar nicht mehr funktioniert. Alle paar Monate eine Stunde reicht, um schleichende Fehler frühzeitig zu korrigieren.
Wer für das Golfspiel an seiner Beweglichkeit und Kraft arbeitet, profitiert davon im gesamten Alltag. Es geht nicht nur um einen besseren Schwung – Gleichgewicht, Koordination und Rumpfstabilität machen das Leben mit 65 schlicht angenehmer.
Deine nächsten Schritte
Golf lernt man am besten in dieser Reihenfolge – und ohne Zeitdruck:
- Platzreife-Kurs buchen – am besten bei einem Club mit speziellem Seniorenprogramm oder bequem online
- Körper vorbereiten – Aufwärmroutine und einfache Dehnübungen von Anfang an zur Gewohnheit machen
- Equipment anpassen – Graphitschaft, Senior-Flex, fehlerverzeihende Eisen – nach einem Fitting
- Golflehrer von Anfang an – nicht erst wenn es nicht mehr geht; regelmäßiger Unterricht spart später viel Zeit und Frust
- Runden realistisch einteilen – 9 Löcher, Elektro-Trolley, Pausen. Mehr Konzentration und Kraft für das Golfspiel
Unser Platzreife-Kurs begleitet Dich durch die ersten Schritte – mit Videos, Erklärungen und Übungen, die Du in Deinem eigenen Tempo absolvieren kannst.
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Bist Du gerade dabei, den Einstieg zu planen – oder hast Du bereits die Platzreife und fragst Dich, wie es jetzt weitergeht? Schreib es in die Kommentare.

