Der Ball liegt einen Meter vom Loch. Du stehst drüber, nimmst Maß – und der Ball rollt knapp vorbei. Wieder. Dabei fühlt sich der Schlag gar nicht schlecht an. Das Problem ist oft nicht Deine Bewegung, sondern dass Du das Gerät in Deinen Händen gar nicht wirklich kennst.
Deshalb fangen wir hier ganz von vorne an: Was macht ein Putter eigentlich? Und warum ist er so gebaut, wie er ist?
Der Ball rollt nicht sofort – das passiert wirklich
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Viele Golfer denken, der Ball rollt vom ersten Moment an. Tatsächlich passiert beim Putten aber Folgendes:
- Der Ball fliegt zunächst ein kleines Stück
- Dann rutscht er kurz über das Gras
- Erst danach beginnt er wirklich zu rollen
Diese drei Phasen bestimmen, wie gerade und sauber der Ball am Ende rollt. Außerdem liegt der Ball im Gras nicht einfach obendrauf, sondern er sinkt durch sein Eigengewicht leicht ein. Der Putter muss ihn also erst aus dieser kleinen Mulde herausheben.
Endlich gutes Golf spielen
Warum Dein Putter Loft hat
Hier überrascht es viele Anfänger: Ein Putter ist nicht senkrecht, sondern hat in der Regel 3 bis 4 Grad Loft. Das ist gewollt. Genau dieser Loft sorgt dafür, dass der Ball das kurze erste Stück kontrolliert aus dem Gras herausfliegt, bevor er rutscht und dann rollt.
Das Problem entsteht, wenn Du beim Putten den Schlägerkopf nach oben kippst. Dadurch entsteht mehr Loft als vorgesehen. Der Ball bekommt mehr Backspin, fliegt höher, rutscht stärker – und rollt am Ende schlechter und ungenauer.
Achte darauf, dass der Schaft im Treffmoment 1 bis 2 Grad nach vorne lehnt und der Schlägerkopf leicht nach oben geht. Dadurch verlierst Du minimal Loft, der Ball fliegt kurz an, hat wenig Backspin und rollt danach sauber geradeaus.
Der Griff – kein Zufall, sondern System
Schau Dir den Griff Deines Putters einmal genau an. Er ist vorne flach, hinten oft breiter. Das hat einen guten Grund.
Ein runder Griff wie bei anderen Schlägern würde Dich einladen, die Handgelenke zu winkeln und die Arme zu drehen. Genau das willst Du beim Putten aber nicht. Stattdessen sollen die Hände ruhig bleiben und die Bewegung gleichmäßig und kontrolliert ablaufen.
Durch die flache Vorderseite des Griffs legen sich Deine Hände natürlich von außen an. Dadurch drehen sich die Unterarme leicht gegeneinander und blockieren sich gegenseitig. Das Handgelenk ist ebenso ruhiger. Also: Der Griff erzwingt eine stabilere Haltung – ganz automatisch.
Puttertypen: Was der Unterschied bedeutet
Moderne Putter gibt es vor allem als sogenannte Mallet-Putter. Das sind die größeren Modelle mit zwei Flügeln und mehr Gewicht außen. Dadurch dreht sich der Kopf bei Treffern außerhalb der Mitte weniger – Deine Ergebnisse werden also gleichmäßiger.
Außerdem gibt es einen Unterschied in der Balance:
- Toe-down: Der Schlägerkopf hängt nach unten, wenn Du ihn waagrecht hältst – unterstützt eine leicht bogenförmige Schwungbahn
- Face balanced: Der Kopf bleibt waagrecht – stabilisiert besonders bei Treffern außerhalb der Mitte
Keiner davon ist grundsätzlich besser. Sie unterstützen unterschiedliche Schwungtypen. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Putter einmal genauer anzuschauen.
Was Du jetzt mitnimmst
Putten ist kein reines Gefühlsspiel. Stattdessen steckt in jedem guten Putt eine klare Technik. Wenn Du verstehst, warum Dein Putter Loft hat, warum der Griff flach ist und wie der Ball sich nach dem Treffmoment verhält, fällst Du keine falschen Bewegungsmuster mehr in die Falle.
Konkret bedeutet das für Dich:
- Nicht nach oben kippen im Treffmoment
- Schaft leicht nach vorne lehnen
- Hände ruhig lassen – der Griff hilft Dir dabei
Welcher Teil des Puttens fällt Dir am schwersten – die Richtung, die Distanz oder das Gefühl für den Treffmoment? Schreib es in die Kommentare, ich beantworte alle Fragen!
Text: CSP

