Golfschwung und Golftechnik

Yips

Unter „Yips“ versteht man spontan auftretende, willkürliche und ruckartige Muskelzuckungen, die besonders das Putten erschweren und teilweise sogar verunmöglichen. Von dieser Störung betroffen sind vor allem Profigolfer und Amateurspieler hohen Niveaus, Studien dokumentieren, dass aus der genannten Gruppe bis zu 50% schon einmal mit den Yips konfrontiert worden sind. Prominente Opfer sind unter anderem Bernhard Langer, Keegan Bradley, Sam Snead und Harry Vardon.

Putten © lichtmeister - Fotolia.com

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Symptome und Diagnose

Obwohl bereits seit langem bekannt und beschrieben (der berühmte Golfer Tommy Vardour beendete 1935 ihretwegen seine Karriere als Vollzeitprofi), bleiben Ursachen und Behandlung der Yips aus medizinischer Sicht rätselhaft. Viel spricht dafür, dass es sich bei diesen Beschwerden um einen Sonderfall fokaler Dystonie handelt. Diese relativ häufige neurologische Einschränkung erstreckt sich auf lokale Muskelregionen, die hochkomplexe Aufgaben unter großer Anspannung mit hoher Präzision ausführen müssen. Das Glied ist in diesem Fall nicht mehr in der Lage, störungsfrei zu funktionieren, während der Bewegungsapparat als Ganzes eigentlich intakt ist. Dementsprechend kennen auch andere Sportler oder feinmotorisch besonders geforderte Berufsgruppen ähnliche Phänomene; beispielsweise berichten auch Bogenschützen, Billardspieler, Bowler beim Cricket, Musiker und Chirurgen von anscheinend verwandten Problemen mit Zuckungen und unkontrollierbaren Kontraktionen. Grund dafür ist wahrscheinlich eine aus zu intensiver Beanspruchung resultierende Übersensibilisierung des motorischen Cortex im Gehirn, der dann die Impulse nicht mehr adäquat übermitteln kann.

Broomstick Putter

Broomstick Putter

Behandlung des Yips

Komplex gestaltet sich die Behandlung des Leidens aufgrund des offenkundigen Zusammenspiels mit psychischen Faktoren wie Stress und Anspannung. Zahlreiche Betroffene und auch Profigolfer berichten, dass sie die korrekte Puttbewegung ohne Ball oder sogar im Training problemlos ausführen konnten, unter Wettkampfbedingungen dazu jedoch nicht mehr in der Lage waren. Entspannungsübungen oder spezielle Atemtechniken verschaffen häufig Linderung. Hin und wieder verschwinden die Symptome auch von selbst wieder, eine Golfpause trägt oft dazu bei. Bleibt dies alles erfolglos, so kann eine spezielle motorische Therapie die fehlerhaften Muskelgruppen desensibilisieren. Viele professionelle Golfer begegneten den Yips außerdem, indem sie ihre Technik änderten und/oder das Material wechselten. So spielte Bernhard Langer nach erheblichen Schwierigkeiten beim kurzen Spiel fortan mit einem Besenstielputter (Broomstick Putter), um die Schultermuskeln stärker in die Bewegung miteinzubeziehen. Eine medikamentöse Behandlung beinhaltet das Spritzen von Botox, beim Golf ist das jedoch meist nicht möglich, da die verantwortlichen Muskelgruppen im Regelfall zu schwer zu lokalisieren sind.


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