Probeschwung

Als Probeschwung wird im Golfsport ein Schwung bezeichnet, der nicht darauf abzielt, den Ball zu treffen und zu schlagen, sondern lediglich dazu dient, z. B. seine Schwungebene an die Gegebenheiten anzupassen. Für viele Spieler gehört der Probeschwung ganz einfach zu ihrer Vorbereitungsroutine für den Schlag. Der Probeschwung kann straffrei ausgeführt werden und ist unproblematisch, sofern er nicht den im Spiel befindlichen Ball trifft oder bewegt. Trifft er ihn trotzdem, hat er seinen Ball in Ruhe bewegt [Regel 9.4a].

Er sollte nicht mit dem Luftschlag verwechselt werden, der mit der Absicht geführt wurde, den Ball zu treffen, ihn verfehlt, aber trotzdem als Schlag gezählt werden muss.

Auf privaten Runden kann man beobachten, dass Spieler, die einen Luftschlag produziert haben, diesen nachträglich gerne in einen Probeschwung umwidmen möchten. Der Spieler macht dann etwa folgende scherzhafte Bemerkung: „Das war ein Probeschwung, ich hoffe, ihr habt das deutlich gesehen …“.

In der Tat ist der Unterschied zwischen einem Probeschwung und einem Schlag, der dem Ball gilt, nicht immer einfach zu unterscheiden, zumal, wenn der „in Ruhe befindliche Ball“ durch den Probeschwung aus Versehen ein wenig getroffen und seine ursprüngliche Lage dadurch verändert wird.

Probeschwünge auf dem Abschlag sind gemäß Etikette (Regeln für sportliches Verhalten auf dem Golfplatz) verpönt. Es steht Golfclubs frei, im Rahmen einer Platzregel Probeschwünge gänzlich zu verbieten. Probeschwünge am Abschlag werden nicht gerne gesehen, weil die Gefahr besteht, dass aus Versehen Divots aus dem Boden geschlagen werden und so den Abschlag beschädigen.

Probeschwünge in oder auf Hindernissen sind erlaubt, allerdings darf der Schläger während des Probeschwungs die Oberfläche des Hindernisses nicht berühren, also auch nicht die Wasseroberfläche oder den Boden in einem Wasserhindernis.

probeschwung regeln - Probeschwung

Vorsicht beim Probeschwung

Der Ball wurde durch einen Probeschwung bewegt – was tun?

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Probeschwung © Cpro - Fotolia.com

Trotz aller Vorsicht kommt es vor, dass ein Spieler seinen im Spiel befindlichen Ball beim Probeschwung aus Versehen leicht berührt und der Ball eine neue Lage einnimmt. Der weniger in Regelkunde versierte Spieler wird den Probeschlag nachträglich ohne großes Aufsehen in einen regulären Schlag „umwidmen“, ihn normal zählen und den Ball so wie er liegt mit dem nächsten Schlag weiterspielen. Das ist aber regelwidrig, wenn der ausgeführte Probeschlag als solcher klar erkennbar war, denn ein Golfschlag zählt nur dann als regulärer Schlag, wenn mit der Vorwärtsbewegung des Schlägers die Absicht verbunden ist, den Ball zu schlagen. Wenn es sich bei dem Schlag um einen Probeschlag handelt, gilt die Regel 18-2a, die besagt, dass der in Ruhe befindliche Ball, der vom Spieler außer durch einen beabsichtigten regulären Schlag bewegt wurde, unter Zuziehung eines Strafschlages wieder an die ursprüngliche Stelle zurücklegt werden muss.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, wenn der Ball aufgeteet wurde und er aus Versehen durch einen Probeschlag – der ja eigentlich am Abschlag nicht gemacht werden sollte – vom Tee gestoßen wird, kann er straffrei neu aufgeteet werden, weil sich der Ball (noch) nicht im Spiel befand und Regel 18-2a deshalb nicht greift.

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7 Kommentare
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Ullrich Dobke

In unserem Club ist das Probeschwingen auf dem Abschlag eine echte "Pest"!
Wer weiß Rat ?

Lungendorf

Bin um die 80ig, um bessere Weiten zu erzielen, schwinge ich durch anheben des Schlägers erst nach vor Richtung Ziel und dann zurück den üblichen Schwung. (kein Probeschwung)
Ergonomisch für mich besser und erziele auch bessere Weiten, 10 bis 15 Meter mehr.
Ist diese Schwungtechnik grundsätzlich erlaubt ?

Christa

Frage:

Wie verhält es sich bei einem Probeschwung unter einem Baum,

1. wobei ich bei der Rückwärtsbewegung ein Blatt oder einen Ast vom Baum berühre?
2. wobei bei der Rückwärtsbewegung ein Baltt oder ein Ast vom Baum fällt.

Erhalte ich dann einen Strafschlag?

Wenn ich bei dem wirklich ausführenden Schlag jedoch ein Blatt / Ast berühre oder es fällt etwas zu Boden, ist straffrei??

Lieben Dank für Ihre Antwort.

Herzliche Grüsse
Christa

Torben Wissuwa

Hallo Christa,

beim Probeschwung unter einem Baum oder anderswo, musst Du nach Regel 8.1 redlich handeln, bei allem was Du so rund um die Balllage veranstaltest. Also, wenn Du beim Probeschwung den äst berührst und es ist darauf zurückzuführen, dass Du redlich schauen wolltest, wie groß Dein Schwungumfang sein soll, ist das ok, machst Du es um Dir mehr Platz zu verschaffen, fällt die Grundstrafe an. Beim tatsächlichen Schlag ist es dann wieder in Ordnung, solange Du ehrlich nach dem Ball schlägst.

Schönes Spiel!

Torben - golf-rules.com

Katja Nielsen

In einem Golfclub wurde mir beim Turnier gesagt, dass ich im Rough immer einen Probeschwung ankündigen muss. Dies ist mir neu! Habe diesbezüglich recherchiert. Kann aber leider nichts zu diesem Punkt finden. Würde mich sehr freuen, wenn Sie mir etwas dazu sagen könnten.
Lieben Gruß,
Katja

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