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Provisorischer Ball, wenn Landezone evtl. Wasser?

· 1 Antwort

Hallo!

Ich hatte heute während meiner Runde eine für mich neue und besondere Situation und würde gerne wissen was dort das richtige Vorgehen gewesen wäre:

Ich habe einen Ball total verzogen, so dass die Landezone zwar gut eingrenzbar (genau hinter einem Baum), aber nicht direkt einsehbar war. Ich war der Meinung, dass dort ein Wasserhindernis ist. Mein Spielpartner war der Meinung dort ist keins. Also habe ich einen provisorischen gespielt. Im Endeffekt war dort Wasser und es war dann auch klar, dass er nur da drin sein kann. Nach meinem Verständnis habe ich den provisorischen gespielt unter der Bedingung ob dort Wasser ist (dann provisorischer irrelevant und dort droppen) oder kein Wasser (Ball finden oder prov. im Spiel).

Mein Spielpartner meinte nun aber, dass bei Wasser kein prov. gespielt werden darf, was ja auch richtig ist, und somit automatisch der prov. im Spiel ist. Zum Zeitpunkt des prov. wussten wir ja aber nicht, ob dort Wasser ist. Und somit war es nach meinem Verständnis der Regeln ein legaler prov., der bei der Erkenntnis dass dort doch Wasser ist, irrelevant wird.

Wer liegt hier nun richtig?

Beantwortet 2022 – seit dem 1. Januar 2023 gelten überarbeitete Golfregeln.

1 Antwort

  1. CSCordiali Saluti

     
     
    Die nette Beschreibung einer Situation, die eine Gruppe englischer
    Regel Regelfanatiker verursacht hat. Die Regelung des provisorischen
    Balles setzt Platzkenntnis voraus. Und die Regelung des "bosgws"
    macht das Ganze nur noch schlimmer.
    Da fehlt vielleicht noch ein regelrelevantes Abstimmungsverfahren;
    wie wäre es mit einer "absoluten (60/40) Meinungs-Mehrheit" aus
    vier Spielern, drei Caddies, zwei Zuschauern und einem Greenkeeper?
    Aber was passiert bei Stimmengleichheit ?
     
    Ja und nu ? Es geht doch alles um die Beschleunigung des Spiels.
    Vielleicht im Sekretariat oder direkt beim DGV anrufen und fragen
    was die meinen ?
    Oder
    muß dann die (vermeintliche) Platzkenntnis des Mitspielers gelten
    der murmelt "ich hab hier mal vor Jahren gespielt, ich glaub ..." ?
     
    Und dann kommt man an die zuvor uneinsehbare Stelle, und siehe
    da, kein Ball ist sichtbar, gar keiner. Beide könnten in der PA liegen
    oder auch nicht. Wächst im niedrig gemähten Rough auch noch Klee,
    findet man gar keine Bälle.
     
    Dazu die Regeltexte. Kürzt man einen Satz der 18.3 lautet er:
    "Ein Ball könnte verloren sein, wenn der ursprüngliche
    Ball noch nicht gefunden ist und verloren sein könnte."
    Toll, das könnte von meiner Oma sein ...
     
    Folgen wir weiter der Regel 18
     
    "Ist sich der Spieler bewusst, dass der einzig denkbare Ort, an der
    der ursprüngliche Ball verloren sein könnte, innerhalb einer Penalty
    Area liegt, ist ein provisorischer Ball nicht zulässig."
     
    Also komme ich zu Deinem Vortrag ...
     
    "Ich war der Meinung, dass dort ein Wasserhindernis ist. Mein
    Spielpartner war der Meinung dort ist keins. Also habe ich einen
    Provisorischen gespielt."
     
    ... und würde als Spielleiter antworten: "Ihrer Meinung nach hätten
    Sie keinen Prov spielen dürfen, denn verantwortlich für Ihr Spiel
    sind nur Sie selbst, also war das ihr dritter Schlag.
    Nun ist hier auch noch ein Baum im Spiel, also gibt es keine Mög-
    lichkeit eine Erleichterung ob einer Ballage im PA anzunehmen,
    der Ball kann sonstwo liegen.
    Ergo: zurück zum Abschlag um den 5. Schlag zu spielen. Dort
    warten bereits zwei Spielergruppen sehnsüchtig auf Sie ..."

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