Ball in Penalty Area
Hallo Golfregelgemeinde,
folgende Situation:
Spieler A schlägt an einem langen Par 5 mit Dogleg rechts ab. Die rechte Seite ist rot gesteckt (Penalty) - ein riesiger Teich.
Sein Schlag bekommt einen leichten Slice so dass dieser auch nach rechts abdreht, mehr als das Dogleg hergibt in Richtung Teich.
Die Sicht wird durch eine Baumreihe erschwert, so dass nicht gesehen werden kann wo genau der Ball landet.
Der Spieler ist sich sicher dass sein Ball das Wasser gefunden hat.
Da der Spieler seine Schlaglänge gut kennt, sucht er drei Minuten an der Stelle wo er den Kreuzungspunkt vermutet.
Er nimmt daraufhin einen neuen Ball und droppt diesen samt des dazugehörigen Strafschlages.
Zwei Situationen:
a) nachdem der neu gedroppte Ball geschlagen wurde findet sich der richtige Ball zufälligerweise an. Dieser befindet sich ca. 30 m VOR dem neu gedroppten Ball. (Der Spieler hat somit 30 m abgekürzt).
Wie ist hier die Regelsituation.
Keiner der Flight Partner hat den Ball fliegen sehen, aber alle können die ungefähre "normale" Länge mit dem Driver von Spieler A bestätigen, so dass alle den Ball 30 m weiter vorne vermuteten.
b) umgekehrter Fall. Alles wie vorher, jedoch liegt der Ball 30 m weiter in Zielrichtung. Somit hat sich Spieler "A" selber um 30 m betrogen.
Ich freue mich über eure Antwort.
LG
Hans
Beantwortet 2022 – seit dem 1. Januar 2023 gelten überarbeitete Golfregeln.
4 Antworten
- FFlorian
Also wenn sich der Spieler (und die Mitspieler) sicher sind, dass der Ball im Wasser ist, rechtfertigt das glaube ich keine 3-Minütige Ballsuche. Oder andersrum ausgedrückt: Wer seinen Ball 3 Minuten sucht, ist sich offensichtlich doch nicht so sicher, dass er im Wasser ist und hätte lieber einen provisorischen Ball spielen sollen. Bin mir aber nicht sicher, wie es sich bei einer "trockenen" Penalty Area verhält, aus der man grundsätzlich bei erfolgreicher Suche weiterspielen könnte. Wobei ich mir aber sicher bin: Wenn nach abgelaufener Suchzeit ein neuer Ball im Spiel ist, ist der erste definitiv aus dem Spiel.
- CSCordiali Saluti
Die Regel 14.7 b (1) Teil 2 (schwerwiegender Verstoß) besagt:
Der Spieler muss den Fehler, vom falschen Ort gespielt zu haben,
berichtigen, in dem er das Loch mit einem Ball zu Ende spielt, der
regelgerecht vom richtigen Ort gespielt wurde.
Der Spieler hat vermeintlich - unter Inkaufnahme eines Strafschlags -
an der seiner Meinung nach richtigen Stelle außerhalb einer Penalty
Area gedroppt ... siehe Zitat:Er nimmt daraufhin einen neuen Ball und droppt diesen
und dann ? Die Beschreibung des Fragestellers gibt leider nicht her,
ob der Ball dann auch gespielt wurde oder nicht ... ein ganz und gar
entscheidender Punkt für eine Antwort auf seine Frage.
Torben WissuwaGolf-RefereeHallo Hans,
nach Regel 17 darf verfahren werden, wenn es bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball in einer Penalty Area ist. Das war hier nach Deiner Schilderung der Fall.
Mit dem droppen ist der neue Ball im Spiel. Ist der Bezugspunkt nicht sicher, muss er mit den verfügbaren Informationen geschätzt werden. Auch das ist hier nach Deiner Schilderung geschehen.
Wird der ursprüngliche Ball danach gefunden (gleich ob weiter oder näher zum Loch) ist er nicht mehr im Spiel und das Spiel muss mit dem gedroppten Ball fortgesetzt werden.
Schönes Spiel!
Torben - golf-rules.com
- CSCordiali Saluti
wenn es bekannt oder so gut wie sicher ist, ... Wird der ursprüngliche Ball danach gefunden (gleich ob weiter oder näher zum Loch) ist er nicht mehr im Spiel und das Spiel muss mit dem gedroppten Ball fortgesetzt werden.
Es ist erstaunlich wie "wischiwaschi" das Regelwerk hier ausgeführt ist.
In diesem Fall, besonders nach dem Fund des OB, war es keineswegs
"so gut wie sicher", wo der richtige Drop-Ort war. Würde ein Spieler, je
nach Form und Schwierigkeit der Spielbahn, 30m weiter vorne weiter-
spielen, würde er von meiner Spielleitung, falls er den Fehler nicht be-
richtigt hätte, disqualifiziert.Daher war meinem ersten Beitrag die Frage zu entnehmen, ob der Spieler
schon den Ball geschlagen. Wenn nicht, müßte der Drop am richtigen Ort
wiederholt werden.
Da er aber schon geschlagen hat, danach der OB 30m weiter hinten ge-
funden wurde, hätte der Spieler den "falschen Ort" erkennen müssen und
samt einer Grundstrafe (14.7 - 3 schwerwiegender Verstoß) nochmal einen
Ball am richtigen Ort droppen und weiterspielen müssen.Zur Frage b:
Wäre der OB 30m weiter vorne gefunden worden, dann hätte der "falsche
Ort" dem Spieler keinen Vorteil gebracht und der Spieler läge 3 ...Hätte der Spieler korrigiert, läge er 5, hat er aber nicht, ergo: DQ
Regeltext: Schwerwiegender Verstoß:
Das Ergebnis mit dem Ball, der gespielt wurde, um den Fehler des Spielens
vom falschen Ort zu berichtigen, zählt und der Spieler zieht sich eine Grund-
strafe nach Regel 14.7a zu (dies bedeutet, dass dem Ergebnis mit diesem
Ball zwei Strafschläge hinzugefügt werden).Quelle (ganz unten):
https://www.randa.org/de-DE/rog/the-rules-of-golf/rule-14
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