Golf-Glossar Golfspiel und Golfregeln
Registrierte Privatrunde (RPR)
Die registrierte Privatrunde (kurz RPR) ist eine private Golfrunde, die für Dein Handicap zählt – genau wie ein Turnier. Du meldest sie vor dem ersten Abschlag an, spielst mit einem Zähler und reichst das Ergebnis noch am selben Tag ein. Bis 2020 hieß das in Deutschland EDS-Runde (Extra Day Score), mit dem World Handicap System kam 2021 der neue Name.
Was gilt für eine RPR?
- Vorher anmelden: vor dem ersten Abschlag bei dem Club, auf dessen Platz Du spielst – je nach Club im Sekretariat, am Terminal oder per App.
- 9 oder 18 Löcher: Das legst Du bei der Anmeldung fest. Eine 9-Loch-Runde zählt nur, wenn Du alle 9 Löcher spielst. Eine 18-Loch-Runde kann der Club auch werten, wenn Du mindestens 10 Löcher gespielt hast.
- Einzel-Zählspiel: nach Stableford, als Zählspiel, mit Maximum Score oder gegen Par – nach den offiziellen Golfregeln.
- Mit Zähler: Er notiert Deine Schläge und bestätigt die Scorekarte mit seiner Unterschrift oder elektronisch.
- Am selben Tag einreichen: Sonst ist Dein neuer Handicap-Index am nächsten Tag noch nicht berechnet.
Eine Grenze nach Handicap oder eine Höchstzahl an Runden gibt es nicht: Jeder Golfer mit Handicap darf RPR spielen, so oft er möchte. Die genauen Bedingungen legt der Club in seiner Ausschreibung für Privatrunden fest – ohne sie zählt die Runde nicht. Wer ohne triftigen Grund abbricht oder die Karte nicht abgibt, riskiert, dass der Handicapausschuss ein Strafergebnis einträgt.
Wer darf zählen – auch ein Familienmitglied?
Wen er als Zähler akzeptiert, entscheidet der Club, bei dem Du die Runde anmeldest – die Handicap-Regeln überlassen das dem Handicapausschuss. Verbreitete Vorgaben:
- Der Zähler hat selbst ein Handicap, häufig wird ein Handicap-Index von 36 oder besser verlangt.
- Golflehrer sind in manchen Clubs als Zähler ausgeschlossen.
- Ehe- oder Lebenspartner lassen manche Clubs nur nach Rücksprache zu. Bei Kindern und Jugendlichen darf der Zähler dort kein Verwandter sein.
Schau deshalb vorher in die Ausschreibung Deines Clubs oder frag im Sekretariat.
Nebensaison und Ausland
Von Oktober bis April zählt eine RPR nur, wenn der Club sie ausdrücklich anbietet – er muss dafür sorgen, dass sein Platz handicaprelevante Bedingungen erfüllt. Im Ausland meldest Du die Runde bei der gastgebenden Anlage an; geht das dort nicht, vorab bei Deinem Heimatclub. Das Ergebnis reichst Du mit der Original-Scorekarte (Stempel, Unterschrift, Platz- und Kontaktdaten der Anlage) bei Deinem Heimatclub ein, und zwar bald: Nach 90 Tagen kann er es nicht mehr erfassen.
Was sich gegenüber der EDS-Runde geändert hat
Früher wurde die Stammvorgabe nach jeder EDS-Runde direkt herauf- oder herabgesetzt. Heute ist jede RPR eines von bis zu 20 Ergebnissen in Deinem Scoring Record: Sie geht als Score Differential ein, und Dein Handicap-Index ist bei vollem Scoring Record der Durchschnitt der besten acht. Für die Berechnung ist es gleich, ob die Runde ein Turnier oder eine RPR war. Am Ende jeder Saison prüft der DGV aber automatisch, ob Turnier- und Privatrunden eines Spielers deutlich voneinander abweichen (ab Handicap-Index 36 entfällt diese Prüfung). Dann kann der Heimatclub das Handicap anpassen.
Hattest Du mehr als vier Jahre kein Handicap mehr, reicht eine einzige RPR über 9 oder 18 Löcher, um wieder eins zu bekommen. Vor der Runde schätzt Du Deine Spielstärke selbst ein, danach berechnet das System Deinen Handicap-Index.
